Wie belastet sind Sie und Ihre Mitarbeiter?

Erkennen Sie psychische Belastungen: Testen Sie Ihr Unternehmen!

von GABRIELA WISCHEROPP

Leistungs- und Zeitdruck, Multitasking, ständige Unterbrechungen – und dann auch noch Corona. Schon vor der Krise war der Beruf für die meisten Menschen die größte Quelle psychischer Belastungen und Stress. Jetzt kommen noch weitere Faktoren hinzu: Fehlender Kontakt zu Kollegen, Mitarbeitern und Kunden, Homeoffice unter teilweise erschwerenden Arbeitsbedingungen und die generelle gesellschafts- wie weltpolitische Situation.

Bereits von 2007 bis 2017 sind laut der AOK die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen um rund 68 Prozent angestiegen. Seitdem sind sie weiter steigend. Heute sind psychische Erkrankungen die zweithäufigste Ursache für Krankschreibungen. Und nicht nur das: Seelische Erkrankungen führen in der Regel auch zu körperlichen Erkrankungen. So weiß man heute, dass psychische Belastungen zu Fehlbeanspruchungen des Muskel-Skelett-Apparates führen können. Und auch Herz-Kreislauf-Probleme, Migräne sowie andere körperliche Beschwerden sind oft stressindiziert.

Das Problem für Unternehmen

Doch nicht nur die daraus resultierenden messbaren Fehlzeiten sind ein Problem für Unternehmen. Auch Mitarbeiter, die trotz seelischer Belastungen weiter arbeiten, erzeugen letztlich höhere Kosten und sinkende Gewinne. Denn auf Dauer steigt die Fehlerquote und leiden Arbeitsqualität wie Motivation. Davon betroffen ist meist auch das gesamte Team. Denn früher oder später wird sich auch die Zusammenarbeit unter den Mitarbeitern verschlechtern, Frustration und Konflikte entstehen. Wie das Sprichwort es so schön sagt: Eine Kette ist letztlich nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

Das Lösung für Unternehmen

Dabei können Unternehmen eine Menge tun, um ihre Mitarbeiter zu unterstützen und psychische Belastungen zu reduzieren. Meist ist vielen Personalverantwortlichen zwar klar, welche Faktoren hier eine Rolle spielen. Doch geeignete Maßnahmen werden gleichwohl nicht ergriffen. Denn trotz besseren Wissens warten viele Unternehmen damit, Abhilfe zu schaffen. Erst, wenn der Leidensdruck entsprechend groß ist, die Zahlen unaufhaltsam in den Keller gehen oder Mitarbeiter reihenweise durch Krankheit oder Kündigung ausfallen, werden viele Unternehmen aktiv und Ressourcen frei gemacht. Doch, wenn das Kind erst mal in den Brunnen gefallen ist, dauert es länger und wird teurer, eine gesunde Unternehmenskultur zu etablieren. Mal eben eine Stressmanagementseminar oder ein Kommunikationsseminar durchzuführen, bringt dabei keine dauerhafte Lösung mit sich. Psychische Belastung zu reduzieren und Gesundheit zu fördern ist ein Prozess, der in der Unternehmenskultur verankert werden muss und an dem es ständig zu arbeiten gilt. Denn verantwortungsvolles Handeln bedeutet, rechtzeitig und nachhaltig zu handeln.

Wer es ganz richtig machen will, fängt an der Basis an: Belastungsfaktoren gemeinsam und ganz konkret mit den Mitarbeitern zu identifizieren und anschließend geeignete Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Ein nützliches und zudem noch gesetzlich vorgeschriebenes (!) Instrument ist die Psychische Gefährdungsbeurteilung nach § 5 (ArbSchG).

Trotz des Wortes „Beurteilung“ geht es hier nicht darum, dass Führungskräfte und Personalverantwortliche die Belastung ihrer Mitarbeiter einschätzen, sondern die Mitarbeiter werden selbst befragt. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten, die teilweise abhängig von der Mitarbeiterzahl sind.

Praxistipps: Nutzen Sie den Unternehmenscheck!

Wenn Sie eine erste, grobe Einschätzung für Ihr Unternehmen wollen – nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit zu reflektieren: Hier können Sie Ihr Unternehmen kostenlos checken:

Mit Ihrer Anmeldung erhalten Sie auch Zugang zu einem kostenlosen Info-Webinar zur Psychischen Gefährdungsbeurteilung (PGB). Darin erfahren Sie alles rund um die PGB: Gesetzliche Grundlage, Durchführung sowie Vor- und Nachteile.

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