Kommunikation

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Danke! – Eine Hymne auf das Leben!

2019-06-04T16:43:56+00:00By |

„Gefällt Dir etwas nicht, dann ändere es. Kannst Du es nicht ändern, ändere Deine Einstellung. Jammere nicht.“
Maya Angelou
US-Schriftstellerin, Professorin und Bürgerrechtlerin
Dankbarkeit-Gesundheit-Glueck

So wahr – und doch so schwer … Wie oft läuft im Alltag nicht alles glatt, fühlen wir uns hilflos, ungerecht behandelt, missverstanden, als Opfer der Umstände, haben einfach den falschen Chef, schwierige Mitarbeiter, verkehrte Kollegen … Dabei vergessen wir immer wieder, wie wertvoll das Leben ist, und dass wir unsere Gedanken und unsere Emotionen selbst bestimmen!

Wenn wir jammern – und insbesondere, wenn wir bereits chronisch jammern und schon gar nicht mehr anders können – lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf die negativen Aspekte unseres Lebens. Das raubt Energie und produziert Stresshormone. Forschungen haben sogar herausgefunden, dass ständiges Beschweren und Klagen den Hippocampus in unserem Gehirn schrumpfen lässt. 

Und der ist beispielsweise entscheidend für Problemlösung und intelligentes Denken. Klar, dass jemand, der ständig klagt, irgendwann auch keine Lösungen mehr sieht. 

Die gute Nachricht:

Sie können jederzeit einen anderen Weg einschlagen. Sie müssen sich nur entscheiden. – Ist das nicht faszinierend?! Wenn Sie sich also selbst was Gutes tun wollen, befreien Sie sich von negativen Gedankenmustern und stärken Sie aktiv Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit: Kultivieren Sie eine Haltung der Dankbarkeit!

Dankbarkeit ist eine Ode an das Leben! Es ist der Schlüssel zum Glück, für ein zufriedenes Leben und erfüllte Beziehungen – ob privat oder beruflich.

Wer nicht von Geburt an die Fähigkeit zur Dankbarkeit mitbringt, muss es tatsächlich trainieren. Das erfordert Konzentration. Mal mehr, mal weniger … Tatsächlich kann es manchmal ganz schön anstrengend sein. Aber es lohnt sich immer! Was also tun? - Jedes Mal, wenn Sie sich eigentlich beschweren oder ärgern wollen, verlagern Sie stattdessen Ihre Aufmerksamkeit auf etwas, für das Sie dankbar sind. Es reduziert das Stresshormon Cortisol nachweislich um bis zu 23 %. Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die täglich an sich gearbeitet haben, um eine Haltung der Dankbarkeit zu kultivieren, eine deutlich bessere Stimmung und mehr Energie haben. Das Stichwort heißt Neuroplastizität. Gedanken-, Gefühle- und Glaubensmuster haben über die Jahre hinweg neuronale Netze im Gehirn geschaffen, die automatisch auf bestimmte Reize reagieren.

Da unser Gehirn immer bemüht ist, effizient zu arbeiten und Energie zu sparen, feuern unsere Synapsen oft schneller als wir denken können. Dabei werden jedes Mal Hormone ausgeschüttet. Beispielsweise Stress- oder Glückshormone. Diese Vernetzungen machen es oft auch so schwer Routinen zu durchbrechen. Vor allem, wenn es um Eigenschaften geht, die wir eigentlich los werden wollen …

Aber: Wir können uns umprogrammieren! Wenn wir konsequent daran arbeiten, bauen sich neue neuronale Verschaltungen auf und mit der Zeit wird so eine positive Einstellung zum Lebensstil. Das fördert Ihre Gesundheit und hilft bei Problemen und Herausforderungen einen klareren Kopf zu bewahren und lösungsorientierter zu denken und zu handeln.

Fangen Sie gleich an: Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit jetzt auf Dinge, für die Sie dankbar sind und fördern Sie Ihre Gesundheit und Ihre Lebensqualität!

Praxistipp: So können Sie eine Haltung der Dankbarkeit kultivieren.

Halten Sie für einen Moment inne: Wofür sind Sie gerade dankbar? Kommt Ihnen gleich jede Menge in den Sinn? – Super!

Oder fällt Ihnen momentan nichts ein? Läuft gerade nicht so? Macht nichts! Tun Sie sich trotzdem was Gutes! Wenn Sie sich konzentrieren, finden Sie bestimmt drei Dinge, für die Sie dankbar sind. Vielleicht sind es kleine Sachen, vielleicht größere. Beispielsweise, dass Sie ein Dach über den Kopf haben. Beispielsweise, dass Sie ein Dach über den Kopf haben? Dass Ihnen jemand einen Gefallen getan hat? Dass Sie morgens Ihren Lieblingskaffee oder -tee genossen haben? Die Blume am Wegesrand? Für Ihre Familie? Ihren Job?

Denken Sie bei den genannten Dingen eventuell gleich wieder „Ja, aber …“. – Dann stoppen Sie sich selbst! Konzentrieren Sie sich ausschließlich auf die guten Sachen. Auch, wenn es nur ein paar Sekunden sind. Jede Sekunde verändert Ihr Mindset!

Stellen Sie sich vor, wie Sie sich fühlen würden, wenn Sie bestimmte Dinge in Ihrem Leben nicht mehr hätten: Wohnung, Haus, Auto, Freunde, Familie, Arbeit, körperliches Können, persönliche Fähigkeiten, Lieblingsessen, Hobbies … Was würden Sie wirklich vermissen? Für was sind Sie entsprechend dankbar?

Legen Sie sich ein Dankbarkeitstagebuch an: Worüber haben Sie sich heute gefreut? Was war heute schön? Hat Sie jemand angelächelt? Haben Sie jemanden angelächelt? Gab es was Gutes zu essen?

Dankbarkeit fördert Optimismus und Vitalität

In einer Studie [1] wurden Testpersonen in drei Gruppen eingeteilt.  Eine Gruppe sollte zehn Wochen lang in einem Tagebuch notieren, wofür sie dankbar sind, die zweite, was schlecht gelaufen war, und eine dritte Gruppe neutral reflektieren. Die Teilnehmer, die das Dankbarkeitstagebuch geführt hatten, fühlten sich vitaler und empfanden mehr Lebensfreude. Sogar körperliche Symptome wie Bauch- oder Kopfschmerzen, Schwindel oder Muskelverspannungen hatten sich reduziert. Zudem schliefen sie besser.

Dankbarkeit stärkt das Herz

Auch die Schulmedizin hat dieses wunderbare Mittel entdeckt: Dankbarkeit unterstützt die Herzgesundheit. In einer wissenschaftlichen Untersuchung führten einige Herzpatienten ebenfalls ein Dankbarkeitstagebuch, wodurch sich ihre körperliche Verfassung deutlich verbesserte. [1] http://www.health.harvard.edu/healthbeat/giving-thanks-can-make-you-happier

Danken Sie anderen Menschen. Das kann ein großes Danke sein an Menschen, die Ihnen sehr wichtig sind oder die Sie sehr schätzen. Oder ein kleines Danke dafür, dass Sie die angeforderten Unterlagen erhalten haben. Dass jemand die Tür vom Lift für Sie aufgehalten hat. Dass Ihnen jemand einen Kaffee mitgebracht hat …

Danken Sie ganz klar und bewusst. Schauen Sie den anderen dabei in die Augen und seien Sie selbst achtsam mit sich, wie Sie sich dabei fühlen.

Gehen Sie regelmäßig in die Natur und genießen Sie, was Sie sehen, hören und riechen. Funktioniert auch in Städten, wenn Sie ein Stadtmensch sind und das lebendige Treiben Ihnen Kraft gibt. Hauptsache, Sie erfahren die Welt mit all Ihren Sinnen.

Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben diesen Beitrag zu lesen!

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Sie sind es (sich) wert! – Sich und anderen respektvoll begegnen.

2019-05-20T05:37:33+00:00By |

Mittlerweile ist es allgemein bekannt: Wertschätzung fördert Motivation und die Identifikation mit dem Unternehmen. Daher würden gern viele Führungskräfte in ihrem Unternehmen Wertschätzung verordnen. Nur leider gibt es die nicht auf Rezept. Denn Wertschätzung basiert auf einer inneren Haltung. Und die ist spürbar – oder eben nicht. Generell bezieht sich Wertschätzung nämlich auf den ganzen Menschen und ist verbunden mit Respekt und Wohlwollen. Und das geht im Alltagsleben oft verloren. Erst recht, wenn ich den anderen gar nicht so gut leiden kann …

Anders verhält es sich mit dem Lob. Das zielt nur auf eine Leistung oder ein Verhalten ab. Und wir merken sofort, wenn es nicht um uns als Person geht. Denn auch ein Lob kommt ganz anders an, wenn ich wirkliche Wertschätzung für mich wahrnehme.

Oft vermischen wir Lob und Wertschätzung. Und wundern uns, warum es immer noch so viele Beschwerden über mangelnde Wertschätzung gibt, obwohl doch mittlerweile schon deutlich mehr gelobt wird. In vielen Unternehmen geht es tatsächlich noch immer vorrangig um die Bewertung von Leistung. Nur langsam findet ein Umdenken statt: Dass motivierte und kompetente Mitarbeiter gefunden und gehalten werden können, ist eng damit verbunden, den einzelnen Menschen zu sehen, seine Fähigkeiten, Stärken und Schwächen respektvoll im Arbeitsleben einzubinden und eine Kultur der Wertschätzung proaktiv zu fördern.

Wertschätzung: Einbahn- oder Ringstraße?

In der Regel wird von Führungskräften gefordert, dass sie ihre Mitarbeiter mehr wertschätzen sollen. Ja, tatsächlich sollte es zu den Kompetenzen eines Chefs oder einer Chefin gehören, Wertschätzung ausdrücken zu können. Das ist jedoch keine Einbahnstraße. Denn nicht nur Führungskräfte sollten ihren Mitarbeitern mit mehr Interesse, Freundlichkeit und Aufmerksamkeit begegnen, sondern es gilt genauso umgekehrt. Ebenso wie es auch im Kollegenkreis vorherrschen sollte. Mancherorts gehört es doch „zum guten Ton“ über den Chef zu lästern. Vor allem dann, wenn seine menschlichen Schwächen für die Mitarbeiter deutlich wahrnehmbar sind. Doch eine wirklich wertschätzende Kultur muss unabhängig von Hierarchieebenen und in allen Richtungen stattfinden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht auch mal zu Konflikten oder Kritik kommen kann. Ist jedoch echte Wertschätzung Basis der Zusammenarbeit, werden auch schwierige Situationen deutlich konstruktiver gemanagt.

Praxistipp: So können Sie Wertschätzung fördern.

1. Selbstwahrnehmung

Achten Sie auf sich selbst und Ihr eigenes Wohlergehen. Schätzen Sie sich selbst wert? Wenn nein, ist es natürlich deutlich schwieriger, andere Menschen wertzuschätzen. Machen Sie sich bewusst, wie Sie mit sich selbst umgehen, und ob sich das eventuell im Umgang mit anderen wiederspiegelt.

2. Nonverbale Kommunikation

Senden Sie nonverbale Signale: Schauen Sie dem Anderen bei der Begrüßung und in Gesprächen in die Augen. Natürlich mit der Absicht in echten Kontakt zu kommen und nicht zu dominieren. Sie können auch wohlwollend mit dem Kopf nicken, lächeln oder anerkennend schauen.

3. Grenzen einhalten

Respektieren Sie Grenzen und Ressourcen. Die der anderen genauso wie Ihre eigenen. Lassen Sie beispielsweise Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzte in Ruhe arbeiten und reduzieren Sie Unterbrechungen auf das Nötigste. Gleiches gilt für Sie selbst: Setzen Sie Grenzen, wenn Sie merken, dass Sie zu viel Kraft in die Bedürfnisse anderer investieren und in Stress geraten.

4. Ehrliche Aufmerksamkeit

Versuchen Sie, sich wirklich für Ihre Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzte sowie deren Leben zu interessieren. Manchmal erfahren Sie Überraschendes. Dazu gehört es beispielsweise auch, zu Geburtstagen, Hochzeiten oder anderen Anlässen zu gratulieren und generell Anteil an besondere Ereignisse zu nehmen. Oder auch in schwierigen Lebensphasen ein offenes Ohr zu haben.

5. Zeit einplanen

Nehmen Sie sich Zeit für andere, hören Sie aufrichtig zu und versuchen Sie auch wirklich verstehen. Fragen Sie nach Meinungen. Gleichzeitig kommunizieren Sie aber auch ganz klar, wenn Sie gerade selbst unter Stress oder Zeitdruck stehen und mit den Gedanken woanders sind.

6. Klarheit und Transparenz

Seien Sie klar und transparent in Ihren Worten und Handlungen. Wenn Sie Wert darauf legen, dass Ihre Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzte nachvollziehen können, warum Sie Entscheidungen treffen, welche Erwartungen Sie haben und was Ihre Ziele sind, fördern Sie die Zusammenarbeit.

7. Feedbackkultur

Geben Sie Rückmeldungen. Sie sollten konstruktive Kritik ebenso äußern wie lobende Worte zu finden.

8. Stärkenorientierte Führung

Erkennen Sie die Stärken Ihrer Mitarbeiter und fördern Sie diese aktiv.

9. Respekt

Reden Sie nicht schlecht über andere in dessen Abwesenheit.

10. Fehlerkultur

Haben Sie den Mut, unvollkommen zu sein und dies auch zu zeigen.

11. Konfliktmanagement

Trauen Sie sich, Konflikte anzusprechen und zu klären, ohne Schuldzuweisungen zu machen.

Gehirn-Emotion-Fuehrung

Und das passiert im Gehirn:

Wenn wir wertschätzen können und uns auch selbst wertgeschätzt fühlen, schüttet das Gehirn Neurotransmitter aus. Besonders im sogenannten Emotionssystem werden Opioide und Oxytocin freigesetzt. Oxytocin ist beispielsweise eine Art Bindungsstoff oder „Sozialkleber“. Er bewirkt, dass wir gern mit den Menschen um uns herum zusammen sind und kreativer wie produktiver im Team arbeiten. Im Gegensatz dazu wird beim Lob das Belohnungssystem im Gehirn angesprochen und ganz andere Botenstoffe ausgeschüttet, beispielsweise Dopamin. Das sorgt zwar kurzzeitig für ein Hochgefühl, hält aber nicht so lange an. Der Effekt lässt sich mit Süchten vergleichen: Eine gewisse Zeit lang gibt es ein gutes Gefühl, aber die Wirkung flacht wieder ab. Um dieses Wohlfühlgefühl wieder herzustellen, braucht es letztlich immer größere Dosen in immer kürzeren Abständen. 

Gehaltserhöhungen oder generell geldwerte Vorteile sorgen beispielsweise für ein solches Hochgefühl. Zu schnell gewöhnen wir uns an solche Zustände und für immer neue Kicks müssten Sie immer öfter und immer tiefer in Ihre Tasche greifen und immer höhere Boni ausschütten. Welches Unternehmen kann sich das schon leisten … Unterm Strich entsteht so also keine beständige, dauerhafte Zufriedenheit. Bedienen Sie aber das Emotionssystem im Gehirn, indem Sie Wertschätzung, Bindung und Gemeinschaft fördern, fördern Sie auch Ihren unternehmerischen Erfolg.

Fazit:

Jeder Einzelne ist gefragt, Verantwortung für eine wertschätzende Kultur zu übernehmen. Auch, wenn Wertschätzung eine innere Haltung ist, die aus dem Herzen kommt und (noch) nicht jedem zu eigen ist, kann Wertschätzung erst mal nur verstandesmäßig stattfinden. Sie ist ein wunderbares Instrument, um Motivation und Produktivität zu fördern – und gut für die eigene Psychohygiene. Denn auch, wenn Sie diese wertschätzende Haltung nicht immer abrufen können oder sie auch nur manchmal durchblitzt: Sie können immer wieder und immer an beiden Enden anfangen: mit Herz und Verstand handeln. Warten Sie nicht, bis Sie sich Ihre innere Haltung geändert hat, sondern nutzen Sie Ihr Wissen darüber, wie man Wertschätzung ausdrückt und leben Sie es im Alltag. Sie werden früher oder später merken, dass sich etwas in Ihrer Haltung ändert. Das wird Ihnen zum einen gefallen und zum anderen fördert es Ihre Glückshormonproduktion.

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Warum es gut ist, sich nicht gut zu fühlen. – Selbstmanagement mit Emotionaler Intelligenz

2019-05-12T09:06:14+00:00By |

Sie fühlen sich manchmal nicht gut? – Herzlichen Glückwunsch! Sie nehmen sich nicht nur wahr, Sie haben auch den Mut, sich Ihre Gefühle einzugestehen. Eine wichtige Fähigkeit der Emotionalen Intelligenz. Die Kunst dabei ist, sich nicht von diesen unangenehmen Emotionen übermannen zu lassen oder gleich in Aktionismus zu gehen, um diese Gefühle los zu werden, sondern gewinnbringend damit umzugehen.

Wie das geht?

Als erstes gilt es, achtsam zu sein und inne zu halten. Achtsamkeit ist eine hohe Form des Selbstmanagements. Wirkliche Achtsamkeit unterbricht die automatischen Vorgänge. Es ist die Fähigkeit, direkt wahrzunehmen, was im Moment passiert – und zwar ohne zu urteilen! Und genau letzteres ist entscheidend! Wenn wir bemerken, welche Automatismen ablaufen, welche Gedanken und Glaubenssätze wir haben, welche körperlichen Reaktionen und Gefühle, ohne diese sofort zu bewerten und verändern zu wollen, schaffen wir Distanz. Ein erster, wichtiger Schritt, innere Ruhe zu erlangen.

Beim Selbstmanagement regulieren wir uns und unsere Emotionen, Gedanken und unser Verhalten. Es geht darum, Situationen zu meistern, obwohl wir die äußeren Rahmenbedingungen, die diese unangenehmen Emotionen ausgelöst haben, vielleicht erst mal nicht ändern können. Beispielsweise, wenn Ihr Chef Sie geärgert hat, die Kollegen unfreundlich sind, sich die Kundenbeschwerden häufen, Zeit und Budget zu knapp sind oder gerade einfach gar nichts funktioniert. Auch dann – oder gerade dann gilt es, gut mit sich selbst umzugehen. Gelassener, konstruktiver und gesünder zu fühlen und zu handeln.

Mit Achtsamkeit können Gefühle gewandelt und Gehirnstrukturen verändert werden.

Esoterischer Quatsch oder knallharte Wissenschaft?

Forschungen haben gezeigt, dass mentale Techniken körperliche Veränderungen, wie die Entwicklung neuer Gehirnstrukturen, herbeiführen können. Jede Gewohnheit und Routinen, die wir haben, bilden sich in neuronale Netze in unserem Gehirn ab. Jede Emotion löst chemische Prozesse in unserem Körper aus. Diese haben wesentlichen Einfluss auf unsere Gesundheit, wie erfolgreich wir sind und wie bereichernd unsere beruflichen wie privaten Beziehungen sind. Wer will, kann sich umprogrammieren und sich von belastenden Mustern befreien. Verdrängung führt im Gegensatz dazu zur Festigung von Routinen und Gewohnheiten, mit denen wir uns gegebenenfalls selbst schädigen. Achtsamkeit ist eine Technik, die uns hilft, neue Programme zu installieren, um gesünder, zufriedener und erfolgreicher zu werden.

Praxistipp: So können Sie Routinen und Emotionen verändern

Gewohnheiten verändern

Wenn wir Automatismen durchbrechen wollen, müssen wir uns diesen erst mal bewusst werden. Innere Distanz schaffen und annehmen. Um innere Distanz und Akzeptanz zu schaffen, gibt es ein "Hilfsmittel": Konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem und lassen Sie los. Die Brücke zwischen Ihren Emotionen, Ihrem Körper und Ihren Gedanken ist Ihr Atem. Klingt vielleicht banal, ist aber höchst effektiv. Noch dazu in jeder Situation anwendbar. Sie können sofort anfangen und brauchen nichts zu verändern. Der positive Einfluss eines ruhigen Atems auf unser Herz und unser Gehirn ist mittlerweile auch wissenschaftlich erwiesen. Nachweislich wird durch den Atem unser autonomes Nervensystem reguliert. Es ist unmöglich, einerseits ruhig und entspannt zu atmen und andererseits aufgeregt zu sein. Über unsere Atmung wird der Körper entspannt oder angespannt. Das können wir nutzen, um unseren Organismus durch gezieltes ruhiges Atmen in einen entspannteren Zustand zu versetzen und damit auch unsere mentale Befindlichkeit zu verbessern.Funktioniert auch wunderbar in Besprechungen! Gerade, wenn Sie sich ärgern, unruhig werden oder genervt sind. Lassen Sie Ihren Atem einfach erst mal so fließen, wie er kommt und geht und konzentrieren Sie sich darauf. Wenn es Ihnen zusätzlich hilft, können Sie auch Ihre Gedankenkarussell anhalten, indem Sie sich selbst sagen: „Ich atme ein und bin mir meines Atems bewusst. Ich atme aus und bin ich mir meines Atems bewusst.“ Sonst nichts. Sie werden schnell merken, dass Sie so ruhiger werden. Und dann gelingt es Ihnen auch besser, ziel- und lösungsorientiert in diesen Situationen zu agieren.

Neue Emotionen erzeugen

Manchmal reicht es schon, diesen inneren Abstand zu haben, damit sich etwas verändert. Und mit diesem Abstand auf sich selbst zu schauen. Ohne weiteres zu tun. Es kann aber auch ein zweiter Schritt erfolgen: Die aktive Schaffung neuer, gewinnbringender Emotionen. Sie können diese Art der Atmung steigern, indem Sie sich gleichzeitig ein gutes Gefühl aufrufen. Wie würden Sie sich gern in dieser Situation fühlen? Gelassener? Wertschätzender? Selbstsicherer? Motivierter? Es empfiehlt sich, eine Emotion zu nehmen, die Sie bereits kennen. Als Hilfsmittel können Sie sich eine Situation vorstellen, in der Sie diese Emotionen bereits erlebt haben. Wichtig ist, dass Sie nicht nur daran denken, sondern sich auch wirklich in dem Moment so fühlen. Denn Emotionen verursachen direkt chemische Reaktionen in Ihrem Körper und haben Einfluss auf Ihr Denken. Verändern sogar Gehirnstrukturen. Das ist messbar. Wenn Sie regelmäßig üben, sich in solche gewünschten Zustände zu versetzen, werden Sie es auch in Stresssituationen leichter umsetzen können.

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Du bist, wie Du bist – Empathie als Baustein Emotionaler Intelligenz

2019-04-28T13:21:04+00:00By |

Je offener wir für unsere eigenen Gefühle sind, desto besser können wir die Gefühle anderer akzeptieren und deuten.

Empathie ist die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Sie hilft, Wertschätzung zu empfinden, Konflikte zu lösen oder ihnen vorzubeugen und kundenorientiert zu handeln. Es ist ein Haltung, die darauf basiert, wirklich ein ernsthaftes Interesse am Erleben eines anderen Menschen zu haben. So lässt sich ein konstruktives Miteinander leben und Brücken bauen, wenn zwei Meinungen aufeinanderprallen. Es ist eine wichtige Fähigkeit für eine respektvolle Gesellschaft, ein wertschätzendes Betriebsklima und harmonische Beziehungen.

Dabei lassen sich drei Arten von Empathie unterscheiden:

• Die Gedanken-Empathie: Was denkt der andere gerade?
• Die Gefühls-Empathie: Was fühlt der andere?
• Die Wahrnehmungs-Empathie: Wie nimmt der andere seine Umgebung, ja die ganze Welt wahr?

Grenzen ziehen

Wenn Sie sich auf Ihr Gegenüber einlassen, stellen Sie Ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse für einen Moment zurück. Das heißt nicht, dass der andere wichtiger ist als Sie. Es geht nur darum, ein gewisses Verständnis für die Welt des anderen zu bekommen. 

Haben Sie dieses Verständnis für den anderen, bedeutet dies aber noch lange nicht, dass Sie auch einverstanden mit dessen Ansichten, Meinungen und Werten sein müssen. Viele Menschen setzen dies gleich und können daher Ihre Empathie nicht wirklich entwickeln. Sie sind bewusst oder unbewusst der Meinung, dass es nur „Schwarz oder Weiß“ gibt. Entweder der andere hat Recht oder ich. Empathie zu haben, bedeutet jedoch, verschiedene Wahrnehmungen und Ansichten gleichrangig nebeneinander stehen zu lassen. Je nach Situation entscheiden Sie dann anschließend, wie Sie mit diesem Wissen umgehen: Wie weit gehen Sie auf den anderen ein? Wie wichtig ist es Ihnen, Ihre Meinung ohne Zugeständnisse durchzusetzen? Können und wollen Sie Kompromisse machen? 

Einfühlungsvermögen zu haben, bedeutet auch nicht, dass wir mit dem anderen mitleiden, sondern dass wir klare Grenzen zwischen unseren eigenen Gefühlen und denen des anderen ziehen können. Das kann besonders schwer in engen oder hierarchischen Beziehungen werden. Beispielsweise unter Kollegen, die sich gut verstehen oder zwischen Vorgesetzte und Mitarbeiter. Nur zu gern möchte man, dass der andere ähnlich fühlt und denkt. Da kann es schon mal vorkommen, dass man sich gegenseitig beeinflussen will und auf den anderen einredet. Oder man wird von der schlechten Stimmung des anderen angesteckt. Oder es kommt zu einem Konflikt, weil wir das Denken und Fühlen des Gegenübers unbedingt in unserem Sinne verändern wollen.

Toleranz und Verständnis kann Situationen und Beziehungen entschärfen. Das bedarf manchmal einer innerlichen Größe und der Fähigkeit, unangenehme Situationen erst mal auszuhalten. Gerade, wenn wir mit den Gedanken, Emotionen und Wahrnehmungen des anderen nicht einverstanden sind, sie unseren eigenen Erleben und unseren Werten widersprechen. Doch die Mühe lohnt sich. Mittel- bis langfristig entsteht so eine bessere Zusammenarbeit, größere Wertschätzung und produktivere Kooperationen.

Praxistipp: So können Sie Ihre empathischen Fähigkeiten erweitern

  • Schenken Sie Ihrem Gegenüber Ihre volle Aufmerksamkeit. Nehmen Sie sich Zeit, beobachten Sie und hören Sie aufrichtig zu.
  • Seien Sie neugierig und bringen Sie dem anderen ehrliches Interesse entgegen. Auch, wenn dessen Erleben, Einstellungen und Werte völlig anders als Ihre sind. Es kann sehr spannend sein, „fremde Welten“ zu entdecken.
  • Aktives Zuhören: Geben Sie mit Ihren eigenen Worten das Gehörte und Erfahrene wieder. Holen Sie sich Feedback ein und fragen Sie Ihr Gegenüber, ob er oder sie den Eindruck hatte „verstanden worden zu sein“.
  • Wenn Sie „eine besonders harte Nuss knacken“ wollen und sich ein wenig Zeit nehmen, können Sie sich einen bestimmten Menschen vorstellen mit dem Sie vielleicht sogar besonders große Schwierigkeiten haben und sich bewusst mit diesem auseinandersetzen. Versuchen Sie ihn oder sie so vollständig wie möglich zu begreifen:
    • Wie fühlt sich der Mensch im Kollegenkreis, beruflich, privat?
    • Ist er oder sie mit seiner/ihrer Arbeit zufrieden? Macht er oder sie es gern? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
    • Wie würden Sie auf einer Skala von 0 bis 10 dessen Motivation einschätzen?
    • Welche Gründe könnte es für diese Einschätzung geben?
    • Welche Charaktereigenschaften hat diese Person?
    • Welche Sorgen, Ängste, Probleme hat diese Person?
    • Welche Bedürfnisse, Wünsche, Sehnsüchte hat dies Person?
    • Welche Werte hat diese Person?

Übrigens: Empathie zeigt sich auch im Gehirn

Wenn Sie empathisch sind, sind bestimmte Bereiche Ihres Gehirns aktiv. Im sogenannten präfrontalen Cortex befinden sich die Spiegelneuronen. Sogar wenn Sie beispielsweise einfach nur jemanden beobachten wie er oder sie etwas tut, weisen Ihre Spiegelneuronen und die des Beobachteten dasselbe Aktivitätsmuster auf. Interessanterweise funktioniert das auch, wenn Sie sich nur vorstellen, was jemand anders gerade tut, was er denkt oder wahrnimmt. Das Gehirn unterscheidet nämlich nicht zwischen Realität und Vorstellung. So können auch Emotionen ausgelöst und nachempfunden werden.

Das können wir bewusst nutzen! Denn wohin Sie ihre Aufmerksamkeit lenken, wird Sie beeinflussen. Wollen Sie etwas Neues lernen, beobachten Sie Menschen, die diese Eigenschaft bereits haben und Ihr Gehirn lernt. Achten Sie daher auch auf geistige Hygiene. Das heißt, welche Medien konsumieren Sie? Mit welchen Menschen umgeben Sie sich? Welche Gedanken lassen Sie zu? All das hat Einfluss auf die Entwicklung Ihrer Spiegelneuronen. Und damit auch auf Ihr Verhalten, Ihr Denken und Ihre Emotionen.

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