/Gesundheitsmanagement

Danke! – Eine Hymne auf das Leben!

2019-06-04T16:43:56+00:00By |

„Gefällt Dir etwas nicht, dann ändere es. Kannst Du es nicht ändern, ändere Deine Einstellung. Jammere nicht.“
Maya Angelou
US-Schriftstellerin, Professorin und Bürgerrechtlerin
Dankbarkeit-Gesundheit-Glueck

So wahr – und doch so schwer … Wie oft läuft im Alltag nicht alles glatt, fühlen wir uns hilflos, ungerecht behandelt, missverstanden, als Opfer der Umstände, haben einfach den falschen Chef, schwierige Mitarbeiter, verkehrte Kollegen … Dabei vergessen wir immer wieder, wie wertvoll das Leben ist, und dass wir unsere Gedanken und unsere Emotionen selbst bestimmen!

Wenn wir jammern – und insbesondere, wenn wir bereits chronisch jammern und schon gar nicht mehr anders können – lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf die negativen Aspekte unseres Lebens. Das raubt Energie und produziert Stresshormone. Forschungen haben sogar herausgefunden, dass ständiges Beschweren und Klagen den Hippocampus in unserem Gehirn schrumpfen lässt. 

Und der ist beispielsweise entscheidend für Problemlösung und intelligentes Denken. Klar, dass jemand, der ständig klagt, irgendwann auch keine Lösungen mehr sieht. 

Die gute Nachricht:

Sie können jederzeit einen anderen Weg einschlagen. Sie müssen sich nur entscheiden. – Ist das nicht faszinierend?! Wenn Sie sich also selbst was Gutes tun wollen, befreien Sie sich von negativen Gedankenmustern und stärken Sie aktiv Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit: Kultivieren Sie eine Haltung der Dankbarkeit!

Dankbarkeit ist eine Ode an das Leben! Es ist der Schlüssel zum Glück, für ein zufriedenes Leben und erfüllte Beziehungen – ob privat oder beruflich.

Wer nicht von Geburt an die Fähigkeit zur Dankbarkeit mitbringt, muss es tatsächlich trainieren. Das erfordert Konzentration. Mal mehr, mal weniger … Tatsächlich kann es manchmal ganz schön anstrengend sein. Aber es lohnt sich immer! Was also tun? - Jedes Mal, wenn Sie sich eigentlich beschweren oder ärgern wollen, verlagern Sie stattdessen Ihre Aufmerksamkeit auf etwas, für das Sie dankbar sind. Es reduziert das Stresshormon Cortisol nachweislich um bis zu 23 %. Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die täglich an sich gearbeitet haben, um eine Haltung der Dankbarkeit zu kultivieren, eine deutlich bessere Stimmung und mehr Energie haben. Das Stichwort heißt Neuroplastizität. Gedanken-, Gefühle- und Glaubensmuster haben über die Jahre hinweg neuronale Netze im Gehirn geschaffen, die automatisch auf bestimmte Reize reagieren.

Da unser Gehirn immer bemüht ist, effizient zu arbeiten und Energie zu sparen, feuern unsere Synapsen oft schneller als wir denken können. Dabei werden jedes Mal Hormone ausgeschüttet. Beispielsweise Stress- oder Glückshormone. Diese Vernetzungen machen es oft auch so schwer Routinen zu durchbrechen. Vor allem, wenn es um Eigenschaften geht, die wir eigentlich los werden wollen …

Aber: Wir können uns umprogrammieren! Wenn wir konsequent daran arbeiten, bauen sich neue neuronale Verschaltungen auf und mit der Zeit wird so eine positive Einstellung zum Lebensstil. Das fördert Ihre Gesundheit und hilft bei Problemen und Herausforderungen einen klareren Kopf zu bewahren und lösungsorientierter zu denken und zu handeln.

Fangen Sie gleich an: Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit jetzt auf Dinge, für die Sie dankbar sind und fördern Sie Ihre Gesundheit und Ihre Lebensqualität!

Praxistipp: So können Sie eine Haltung der Dankbarkeit kultivieren.

Halten Sie für einen Moment inne: Wofür sind Sie gerade dankbar? Kommt Ihnen gleich jede Menge in den Sinn? – Super!

Oder fällt Ihnen momentan nichts ein? Läuft gerade nicht so? Macht nichts! Tun Sie sich trotzdem was Gutes! Wenn Sie sich konzentrieren, finden Sie bestimmt drei Dinge, für die Sie dankbar sind. Vielleicht sind es kleine Sachen, vielleicht größere. Beispielsweise, dass Sie ein Dach über den Kopf haben. Beispielsweise, dass Sie ein Dach über den Kopf haben? Dass Ihnen jemand einen Gefallen getan hat? Dass Sie morgens Ihren Lieblingskaffee oder -tee genossen haben? Die Blume am Wegesrand? Für Ihre Familie? Ihren Job?

Denken Sie bei den genannten Dingen eventuell gleich wieder „Ja, aber …“. – Dann stoppen Sie sich selbst! Konzentrieren Sie sich ausschließlich auf die guten Sachen. Auch, wenn es nur ein paar Sekunden sind. Jede Sekunde verändert Ihr Mindset!

Stellen Sie sich vor, wie Sie sich fühlen würden, wenn Sie bestimmte Dinge in Ihrem Leben nicht mehr hätten: Wohnung, Haus, Auto, Freunde, Familie, Arbeit, körperliches Können, persönliche Fähigkeiten, Lieblingsessen, Hobbies … Was würden Sie wirklich vermissen? Für was sind Sie entsprechend dankbar?

Legen Sie sich ein Dankbarkeitstagebuch an: Worüber haben Sie sich heute gefreut? Was war heute schön? Hat Sie jemand angelächelt? Haben Sie jemanden angelächelt? Gab es was Gutes zu essen?

Dankbarkeit fördert Optimismus und Vitalität

In einer Studie [1] wurden Testpersonen in drei Gruppen eingeteilt.  Eine Gruppe sollte zehn Wochen lang in einem Tagebuch notieren, wofür sie dankbar sind, die zweite, was schlecht gelaufen war, und eine dritte Gruppe neutral reflektieren. Die Teilnehmer, die das Dankbarkeitstagebuch geführt hatten, fühlten sich vitaler und empfanden mehr Lebensfreude. Sogar körperliche Symptome wie Bauch- oder Kopfschmerzen, Schwindel oder Muskelverspannungen hatten sich reduziert. Zudem schliefen sie besser.

Dankbarkeit stärkt das Herz

Auch die Schulmedizin hat dieses wunderbare Mittel entdeckt: Dankbarkeit unterstützt die Herzgesundheit. In einer wissenschaftlichen Untersuchung führten einige Herzpatienten ebenfalls ein Dankbarkeitstagebuch, wodurch sich ihre körperliche Verfassung deutlich verbesserte. [1] http://www.health.harvard.edu/healthbeat/giving-thanks-can-make-you-happier

Danken Sie anderen Menschen. Das kann ein großes Danke sein an Menschen, die Ihnen sehr wichtig sind oder die Sie sehr schätzen. Oder ein kleines Danke dafür, dass Sie die angeforderten Unterlagen erhalten haben. Dass jemand die Tür vom Lift für Sie aufgehalten hat. Dass Ihnen jemand einen Kaffee mitgebracht hat …

Danken Sie ganz klar und bewusst. Schauen Sie den anderen dabei in die Augen und seien Sie selbst achtsam mit sich, wie Sie sich dabei fühlen.

Gehen Sie regelmäßig in die Natur und genießen Sie, was Sie sehen, hören und riechen. Funktioniert auch in Städten, wenn Sie ein Stadtmensch sind und das lebendige Treiben Ihnen Kraft gibt. Hauptsache, Sie erfahren die Welt mit all Ihren Sinnen.

Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben diesen Beitrag zu lesen!

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Wie oft haben Sie heute schon gelacht? – So hilft Lachen gegen Stress!

2019-05-28T13:20:04+00:00By |

Lachen oder auch Lächeln hat einen positiven Effekt: es stärkt das Immunsystem, entspannt und verbessert das Wohlbefinden. Lachen ist gesund! Das wusste schon Aristoteles. Soll er doch gesagt haben: „Lachen ist eine körperliche Übung von großem Wert für die Gesundheit.“ Ja! – Und vor allem, wenn das Lachen mit echter Freude verbunden ist.

Humor ist eine Haltung oder Eigenschaft, die einem entweder schon die Wiege gelegt wurde oder die man sich antrainieren kann. Wer die witzigen Seiten in positiven wie negativen Situationen erkennen kann, baut leichter Stress und Ängste ab. Gleichzeitig wird das Selbstbewusstsein gefördert und schwierige Situationen werden besser bewältigt. Humor hilft physische, kognitive, emotionale und soziale Gesundheit zu stärken: beispielsweise eine höhere Schmerz- und Stresstoleranz zu haben, gute Laune zu fördern, Kreativität zu erhöhen, freundlicher Aufzutreten, bessere Beziehungen zu anderen zu haben.

Die positiven Wirkungen des Lachens:

Lachen stärkt das Immunsystem

Forschungen haben gezeigt, dass bei lachenden Menschen die Zahl der körpereigenen Abwehrzellen steigt. Die Anzahl an Immunglobulinen, die Infektionen vorbeugen, steigt ebenso wie die Anzahl an Zytokinen, die als Bestandteile weißer Blutkörperchen der körpereigenen Abwehr dienen. Diese Immunglobulin-Effekte können sogar bis zu zwölf Stunden anhalten. 

Lachen stärkt das Herz

Die durchblutungsfördernde Wirkung des Lachens trägt zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Krankheiten bei und senkt den Blutdruck. Prof. William Fry vom Institut für Humorforschung an der Stanford Universität in Kalifornien fand heraus, dass 20 Sekunden Lachen den Körper mindestens genauso fordern wie drei Minuten Joggen.

Wenn Sie lachen, trainieren Sie also Ihr Herz-Kreislaufsystem. Menschen, die häufig lachen, haben tatsächlich seltener Herzinfarkte und Depressionen.

Beim Lachen können mehrere hundert Muskeln beteiligt sein: von der Gesichtsmuskulatur über die Atemmuskulatur bis hin zur gesamten Körpermuskulatur, wenn Sie sich vor Lachen biegen. Beim Lachen atmen Sie deutlich tiefer und Sie versorgen Ihren Körper mit mehr Sauerstoff. Die Bronchien öffnen sich und die Lunge wird durchlüftet. Für das Blut ergibt sich so ein reinigender Effekt. Kohlensäure wird als ein Abfallprodukt des Fettverbrennungsvorgangs ausgestoßen. 

Lachen wirkt bei Schmerzen

Wer ausgiebig lacht, schüttet Endorphine aus. Das sind schmerzhemmende Signalstoffe, die das Schmerzempfinden senken.

Lachen hilft gegen Stress

Nach einer Lachphase sinkt der Spiegel des Stresshormons Cortisol im Blut. Auch die Produktion von Adrenalin wird gebremst. Anspannung und Stress lassen nach.

Lachen macht glücklich

Im Gehirn wird die Ausschüttung von Glückshormonen, wie Serotonin, angeregt.

Lachen fördert Verbundenheit

Gerade in der Führung und im Kollegenkreis hat Lachen eine wunderbare Wirkung. Lachen macht sympathisch. Lachen baut Spannungen und Hemmungen ab. Es bricht das Eis. Lachen schafft Nähe und Vertrauen.

Dabei gibt es unterschiedliche Formen des Lachens: 

  • Das herzhafte Lachen, wenn Sie sich köstlich amüsieren.
  • Das befreiende Lachen, wenn sich eine Anspannung löst.
  • Das fröhliche Begrüßungslachen, wenn Sie sich freuen, jemanden zu sehen.
  • Das verlegene Lachen, wenn Sie glauben, einen Fehler gemacht zu haben oder unsicher sind.
  • Das entschuldigende Lachen, wenn Sie Konflikte oder Missstimmungen beseitigen möchten.

Lachen hat also ganz verschiedene Funktionen. Am schönsten aber ist natürlich das Lachen, das mit großer Freude einhergeht.

Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht? Wirklich aus vollem Herzen? Während Kinder bis zu 400 Mal am Tag lachen, tun es Erwachsene nur noch bis zu 15 Mal. Gelotologie – so nennt sich das Fachgebiet, das die Wirkung des Lachens auf Körper und Psyche untersucht.

Aber wie kann man sich selbst zum Lachen anregen?

Praxistipp: Trainieren Sie Ihren Humor - So haben Sie mehr zu lachen!

Achtsamkeit

Können Sie über das Leben lachen? Haben Sie gern und oft Spaß? Wenn ja, wann? Wenn nein, warum nicht? Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die heiteren Momente in Ihrem Alltag aus. Dabei helfen folgende Fragen: Wann und worüber habe ich heute gelacht? Habe ich heute jemanden angelächelt? Wen? Welche Situationen haben mich wirklich amüsiert? Worüber lache ich eigentlich?

Medien richtig nutzen

Kino oder Fernsehfilm: Lieber Action oder Comedy? Suchen Sie sich doch das nächste Mal ganz bewusst etwas aus, das Sie zum Lachen bringt. Gleiches gilt für Bücher und Social Media. Wählen Sie gezielt und sinnvoll aus, was Sie konsumieren.

Lächeln!

Lächeln Sie das nächste Mal bewusst jemanden an: bei der Begrüßung, Ihre Kollegen, wenn Sie mit anderen Blickkontakt haben, beispielsweise in Besprechungen, oder die Kassiererin im Supermarkt, den Chef, die Mitarbeiter Sie werden sehen, Ihr Gegenüber reagiert und die Atmosphäre wird tatsächlich noch angenehmer. Lächeln und Lachen ist ansteckend!

Konfliktmanagement

Wenn Sie sich in einer angespannten Situation befinden, versuchen Sie mal einen Schritt zurück zu machen und statt eventuell ärgerlich zu werden, zu lachen. Ein auflockernder Spruch über die verkorkste Situation kann angestrengte Problemlösungsorientierung verhindern. Aber natürlich gilt es vorsichtig zu sein. Manche Menschen glauben, dass sie oder das Problem nicht ernst genommen werden, wenn jemand einen Witz darüber macht. Hier gilt es natürlich eine Gratwanderung zu vollziehen, um einerseits die Ernsthaftigkeit zu wahren, aber andererseits etwas Leichtigkeit in die Herausforderung zu bringen.

Lach-Yoga

Besuchen Sie doch mal einen Lach-Yoga-Kurs. Da geht es besonders lustig zu. Allerdings wird Ihnen nicht ein Witz nach dem nächsten erzählt, sondern Sie machen Übungen, in denen Sie erst einmal rein motorisch lachen. Obwohl es zu Beginn ein absichtliches künstliches Lachen ist, geht dies nach einiger Zeit in ein natürliches Lachen über. Sie trainieren, wie Sie immer schneller in ein echtes, herzhaftes Lachen kommen und eine heitere Stimmung erreichen. Das wirkt zu Beginn natürlich etwas ungewohnt und kann auch erst mal ganz schön peinlich sein. Wenn Sie aber erst einmal durch diese Phase durch sind, lachen Sie sich schlapp – und zwar immer dann, wenn Sie es wollen. Sie beeinflussen Ihre Stimmung, ohne dass Sie auf Reize aus der Umgebung angewiesen sind.

Über den Körper zur richtigen Stimmung

Sie können jederzeit - auch ohne Kurs und sogar wenn Sie allein sind und vielleicht gerade eine schlechte Stimmung haben - bewusst lachen oder lächeln. Dabei werden Sie sich wahrscheinlich erst mal komisch und unangenehm berührt fühlen. Aber: Selbst durch mechanisches Lachen oder Lächeln aktivieren Sie unterschiedliche Bereiche im Gehirn. Sie müssen nur ein wenig durchhalten und nicht gleich nach ein paar Sekunden wieder aufhören. Dann werden Sie nach einiger Zeit merken, dass Ihre Laune steigt!

Humor und Komik: zwei Gegensätze, die sich anziehen.

Übrigens: Es gibt einen Unterschied zwischen „Humor haben“ und „komisch sein“. Wer komisch ist, versucht andere Menschen zum Lachen zu bringen. Etwa durch das Erzählen von lustigen Geschichten oder Witzen. Dahinter steckt in der Regel jedoch noch eine andere Strategie als sich selbst zu erfreuen. Oft geht es darum, akzeptiert und wertgeschätzt zu werden, weil man andere zum Lachen bringt. Manchmal funktioniert das, manchmal nicht.

Wer jedoch wirklich einen gesunden Sinn für Humor hat, verfügt über die Fähigkeit, sich zu entspannen, das Leben nicht so ernst zu nehmen und über sich selbst zu lachen. Dafür muss man nicht unbedingt der geborene Komiker sein und ständig Witze erzählen.

Ein Versuch, Sie zum Lächeln zu bringen.

Okay – Humor ist so unterschiedlich, wie wir Menschen es sind. Nicht jeder kann über etwas lachen, worüber sich der nächste wieder köstlich amüsiert. Daher ist es natürlich an dieser Stelle schwierig, einen Witz zu machen, über den jeder lachen kann. Aber in einem Beitrag über Humor darf das natürlich nicht fehlen. Daher möchte ich es nicht versäumen, es wenigstens zu versuchen, Sie ein klein wenig zum Schmunzeln zu bringen – auch, wenn ich mich damit aufs Gleiteis begebe: Hier nun ein paar sehr kurze Flachwitze … 

  • „Ich habe einen Joghurt fallen gelassen. Er war nicht mehr haltbar.“
  • „Ich war doch gestern gar nicht so betrunken, oder?“ 
    „Alter, du hast den Duschkopf in den Arm genommen und gesagt er soll aufhören zu weinen!“
  • Tausche Arbeitsplatz: 25 h/Woche, knapp 4000 € Netto, mit netten Kollegen, freier Zeiteinteilung und einem sehr coolem Chef. Urlaubsgeld und 13. Gehalt. Gegen meinen! 😉
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Sie sind es (sich) wert! – Sich und anderen respektvoll begegnen.

2019-05-20T05:37:33+00:00By |

Mittlerweile ist es allgemein bekannt: Wertschätzung fördert Motivation und die Identifikation mit dem Unternehmen. Daher würden gern viele Führungskräfte in ihrem Unternehmen Wertschätzung verordnen. Nur leider gibt es die nicht auf Rezept. Denn Wertschätzung basiert auf einer inneren Haltung. Und die ist spürbar – oder eben nicht. Generell bezieht sich Wertschätzung nämlich auf den ganzen Menschen und ist verbunden mit Respekt und Wohlwollen. Und das geht im Alltagsleben oft verloren. Erst recht, wenn ich den anderen gar nicht so gut leiden kann …

Anders verhält es sich mit dem Lob. Das zielt nur auf eine Leistung oder ein Verhalten ab. Und wir merken sofort, wenn es nicht um uns als Person geht. Denn auch ein Lob kommt ganz anders an, wenn ich wirkliche Wertschätzung für mich wahrnehme.

Oft vermischen wir Lob und Wertschätzung. Und wundern uns, warum es immer noch so viele Beschwerden über mangelnde Wertschätzung gibt, obwohl doch mittlerweile schon deutlich mehr gelobt wird. In vielen Unternehmen geht es tatsächlich noch immer vorrangig um die Bewertung von Leistung. Nur langsam findet ein Umdenken statt: Dass motivierte und kompetente Mitarbeiter gefunden und gehalten werden können, ist eng damit verbunden, den einzelnen Menschen zu sehen, seine Fähigkeiten, Stärken und Schwächen respektvoll im Arbeitsleben einzubinden und eine Kultur der Wertschätzung proaktiv zu fördern.

Wertschätzung: Einbahn- oder Ringstraße?

In der Regel wird von Führungskräften gefordert, dass sie ihre Mitarbeiter mehr wertschätzen sollen. Ja, tatsächlich sollte es zu den Kompetenzen eines Chefs oder einer Chefin gehören, Wertschätzung ausdrücken zu können. Das ist jedoch keine Einbahnstraße. Denn nicht nur Führungskräfte sollten ihren Mitarbeitern mit mehr Interesse, Freundlichkeit und Aufmerksamkeit begegnen, sondern es gilt genauso umgekehrt. Ebenso wie es auch im Kollegenkreis vorherrschen sollte. Mancherorts gehört es doch „zum guten Ton“ über den Chef zu lästern. Vor allem dann, wenn seine menschlichen Schwächen für die Mitarbeiter deutlich wahrnehmbar sind. Doch eine wirklich wertschätzende Kultur muss unabhängig von Hierarchieebenen und in allen Richtungen stattfinden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht auch mal zu Konflikten oder Kritik kommen kann. Ist jedoch echte Wertschätzung Basis der Zusammenarbeit, werden auch schwierige Situationen deutlich konstruktiver gemanagt.

Praxistipp: So können Sie Wertschätzung fördern.

1. Selbstwahrnehmung

Achten Sie auf sich selbst und Ihr eigenes Wohlergehen. Schätzen Sie sich selbst wert? Wenn nein, ist es natürlich deutlich schwieriger, andere Menschen wertzuschätzen. Machen Sie sich bewusst, wie Sie mit sich selbst umgehen, und ob sich das eventuell im Umgang mit anderen wiederspiegelt.

2. Nonverbale Kommunikation

Senden Sie nonverbale Signale: Schauen Sie dem Anderen bei der Begrüßung und in Gesprächen in die Augen. Natürlich mit der Absicht in echten Kontakt zu kommen und nicht zu dominieren. Sie können auch wohlwollend mit dem Kopf nicken, lächeln oder anerkennend schauen.

3. Grenzen einhalten

Respektieren Sie Grenzen und Ressourcen. Die der anderen genauso wie Ihre eigenen. Lassen Sie beispielsweise Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzte in Ruhe arbeiten und reduzieren Sie Unterbrechungen auf das Nötigste. Gleiches gilt für Sie selbst: Setzen Sie Grenzen, wenn Sie merken, dass Sie zu viel Kraft in die Bedürfnisse anderer investieren und in Stress geraten.

4. Ehrliche Aufmerksamkeit

Versuchen Sie, sich wirklich für Ihre Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzte sowie deren Leben zu interessieren. Manchmal erfahren Sie Überraschendes. Dazu gehört es beispielsweise auch, zu Geburtstagen, Hochzeiten oder anderen Anlässen zu gratulieren und generell Anteil an besondere Ereignisse zu nehmen. Oder auch in schwierigen Lebensphasen ein offenes Ohr zu haben.

5. Zeit einplanen

Nehmen Sie sich Zeit für andere, hören Sie aufrichtig zu und versuchen Sie auch wirklich verstehen. Fragen Sie nach Meinungen. Gleichzeitig kommunizieren Sie aber auch ganz klar, wenn Sie gerade selbst unter Stress oder Zeitdruck stehen und mit den Gedanken woanders sind.

6. Klarheit und Transparenz

Seien Sie klar und transparent in Ihren Worten und Handlungen. Wenn Sie Wert darauf legen, dass Ihre Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzte nachvollziehen können, warum Sie Entscheidungen treffen, welche Erwartungen Sie haben und was Ihre Ziele sind, fördern Sie die Zusammenarbeit.

7. Feedbackkultur

Geben Sie Rückmeldungen. Sie sollten konstruktive Kritik ebenso äußern wie lobende Worte zu finden.

8. Stärkenorientierte Führung

Erkennen Sie die Stärken Ihrer Mitarbeiter und fördern Sie diese aktiv.

9. Respekt

Reden Sie nicht schlecht über andere in dessen Abwesenheit.

10. Fehlerkultur

Haben Sie den Mut, unvollkommen zu sein und dies auch zu zeigen.

11. Konfliktmanagement

Trauen Sie sich, Konflikte anzusprechen und zu klären, ohne Schuldzuweisungen zu machen.

Gehirn-Emotion-Fuehrung

Und das passiert im Gehirn:

Wenn wir wertschätzen können und uns auch selbst wertgeschätzt fühlen, schüttet das Gehirn Neurotransmitter aus. Besonders im sogenannten Emotionssystem werden Opioide und Oxytocin freigesetzt. Oxytocin ist beispielsweise eine Art Bindungsstoff oder „Sozialkleber“. Er bewirkt, dass wir gern mit den Menschen um uns herum zusammen sind und kreativer wie produktiver im Team arbeiten. Im Gegensatz dazu wird beim Lob das Belohnungssystem im Gehirn angesprochen und ganz andere Botenstoffe ausgeschüttet, beispielsweise Dopamin. Das sorgt zwar kurzzeitig für ein Hochgefühl, hält aber nicht so lange an. Der Effekt lässt sich mit Süchten vergleichen: Eine gewisse Zeit lang gibt es ein gutes Gefühl, aber die Wirkung flacht wieder ab. Um dieses Wohlfühlgefühl wieder herzustellen, braucht es letztlich immer größere Dosen in immer kürzeren Abständen. 

Gehaltserhöhungen oder generell geldwerte Vorteile sorgen beispielsweise für ein solches Hochgefühl. Zu schnell gewöhnen wir uns an solche Zustände und für immer neue Kicks müssten Sie immer öfter und immer tiefer in Ihre Tasche greifen und immer höhere Boni ausschütten. Welches Unternehmen kann sich das schon leisten … Unterm Strich entsteht so also keine beständige, dauerhafte Zufriedenheit. Bedienen Sie aber das Emotionssystem im Gehirn, indem Sie Wertschätzung, Bindung und Gemeinschaft fördern, fördern Sie auch Ihren unternehmerischen Erfolg.

Fazit:

Jeder Einzelne ist gefragt, Verantwortung für eine wertschätzende Kultur zu übernehmen. Auch, wenn Wertschätzung eine innere Haltung ist, die aus dem Herzen kommt und (noch) nicht jedem zu eigen ist, kann Wertschätzung erst mal nur verstandesmäßig stattfinden. Sie ist ein wunderbares Instrument, um Motivation und Produktivität zu fördern – und gut für die eigene Psychohygiene. Denn auch, wenn Sie diese wertschätzende Haltung nicht immer abrufen können oder sie auch nur manchmal durchblitzt: Sie können immer wieder und immer an beiden Enden anfangen: mit Herz und Verstand handeln. Warten Sie nicht, bis Sie sich Ihre innere Haltung geändert hat, sondern nutzen Sie Ihr Wissen darüber, wie man Wertschätzung ausdrückt und leben Sie es im Alltag. Sie werden früher oder später merken, dass sich etwas in Ihrer Haltung ändert. Das wird Ihnen zum einen gefallen und zum anderen fördert es Ihre Glückshormonproduktion.

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60 Sekunden für Ihr Herz

2019-05-12T15:55:20+00:00By |

Unser Herz ist unser persönliches One-Hit-Wonder: Sein Rhythmus ist wie eine musikalische Sprache, über die das Herz mit unserem Körper kommuniziert. Er klingt in jeder Zelle des Körpers und beeinflusst unsere körperliche wie mentale Gesundheit.

Wir alle wissen, dass wir den Rhythmus des Herzschlages durch körperliche Anstrengung verändern können. Aber ist Ihnen auch klar, dass er von der Atmung, von Emotionen und Gedanken beeinflusst wird? Klinische Studien haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen Herzrhythmus und Gesundheit sowie geistiger und körperlicher Leistungsfähigkeit gibt.

Auch geistige Funktionen wie Denk- und Entscheidungsfähigkeit, Lösungskompetenz und Kommunikationsfähigkeit sind eng mit unserem Herzen verbunden. Sie kennen das sicher: Sie sind aufgeregt und Ihr Herz fängt plötzlich an zu rasen. Gleichzeitig ist Ihr Kopf wie leergefegt, Sie bekommen kein Wort mehr heraus

Die gute Nachricht:

Wir können unser Herz beeinflussen. Die moderne Herzkohärenzforschung weiß heute, dass wir mit mentalen Techniken und unserer Atmung sowohl unsere Gedanken und Emotionen als auch unseren Herzrhythmus selbst steuern können, statt von ihnen gesteuert zu werden. Dadurch können wir sogar die Produktion von Stress-  und Glückshormonen beeinflussen.

Praxistipp: Die Herzatmung

Das ist eine kleine, aber sehr effektive Übung, um innerlich ruhiger und gelassener zu werden. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihr Herzbereich. Stellen Sie sich vor, wie Sie durch Ihr Herz tief ein- und ausatmen. Nehmen Sie tiefe Atemzüge. Je länger Sie sich darauf konzentrieren können, desto besser. Wenn Sie dies nur eine Minute für acht, neun Atemzüge am Tag machen, werden Sie spüren, dass sich auf Dauer etwas verändert.

Natürlich können Sie auch länger so bewusst atmen, wenn Sie möchten. Sollten Sie abschweifen – was Sie sehr wahrscheinlich tun werden – konzentrieren Sie sich erneut. Üben Sie regelmäßig, am besten mehrmals täglich: im Auto, im Badezimmer, im Büro, auf dem Weg zum Parkplatz, im Zug oder Flugzeug, an der Supermarktkasse, vor dem Einschlafen …

Funktioniert auch wunderbar in Besprechungen! Gerade, wenn Sie sich ärgern, unruhig werden oder genervt sind. Wenn Sie erst einmal ein wenig innere Ruhe finden, reagieren Sie wahrscheinlich anders – und Sie tun vor allem etwas für sich! Denn Sie reduzieren die Ausschüttung von Stresshormonen.

Diese Technik hilft Ihnen, Ihr Gedankenkarussel anzuhalten. Gleichzeitig kommen Sie in Kontakt mit sich selbst und beeinflussen Ihren Herzrhythmus und Ihr Autonomes Nervensystem. Das ist sogar messbar. Mit modernen Pulsmessgeräten lässt sich der Effekt auf Ihr Herz sofort sichtbar machen.

Nehmen Sie sich eine Minute für Ihr Herz!

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Warum es gut ist, sich nicht gut zu fühlen. – Selbstmanagement mit Emotionaler Intelligenz

2019-05-12T09:06:14+00:00By |

Sie fühlen sich manchmal nicht gut? – Herzlichen Glückwunsch! Sie nehmen sich nicht nur wahr, Sie haben auch den Mut, sich Ihre Gefühle einzugestehen. Eine wichtige Fähigkeit der Emotionalen Intelligenz. Die Kunst dabei ist, sich nicht von diesen unangenehmen Emotionen übermannen zu lassen oder gleich in Aktionismus zu gehen, um diese Gefühle los zu werden, sondern gewinnbringend damit umzugehen.

Wie das geht?

Als erstes gilt es, achtsam zu sein und inne zu halten. Achtsamkeit ist eine hohe Form des Selbstmanagements. Wirkliche Achtsamkeit unterbricht die automatischen Vorgänge. Es ist die Fähigkeit, direkt wahrzunehmen, was im Moment passiert – und zwar ohne zu urteilen! Und genau letzteres ist entscheidend! Wenn wir bemerken, welche Automatismen ablaufen, welche Gedanken und Glaubenssätze wir haben, welche körperlichen Reaktionen und Gefühle, ohne diese sofort zu bewerten und verändern zu wollen, schaffen wir Distanz. Ein erster, wichtiger Schritt, innere Ruhe zu erlangen.

Beim Selbstmanagement regulieren wir uns und unsere Emotionen, Gedanken und unser Verhalten. Es geht darum, Situationen zu meistern, obwohl wir die äußeren Rahmenbedingungen, die diese unangenehmen Emotionen ausgelöst haben, vielleicht erst mal nicht ändern können. Beispielsweise, wenn Ihr Chef Sie geärgert hat, die Kollegen unfreundlich sind, sich die Kundenbeschwerden häufen, Zeit und Budget zu knapp sind oder gerade einfach gar nichts funktioniert. Auch dann – oder gerade dann gilt es, gut mit sich selbst umzugehen. Gelassener, konstruktiver und gesünder zu fühlen und zu handeln.

Mit Achtsamkeit können Gefühle gewandelt und Gehirnstrukturen verändert werden.

Esoterischer Quatsch oder knallharte Wissenschaft?

Forschungen haben gezeigt, dass mentale Techniken körperliche Veränderungen, wie die Entwicklung neuer Gehirnstrukturen, herbeiführen können. Jede Gewohnheit und Routinen, die wir haben, bilden sich in neuronale Netze in unserem Gehirn ab. Jede Emotion löst chemische Prozesse in unserem Körper aus. Diese haben wesentlichen Einfluss auf unsere Gesundheit, wie erfolgreich wir sind und wie bereichernd unsere beruflichen wie privaten Beziehungen sind. Wer will, kann sich umprogrammieren und sich von belastenden Mustern befreien. Verdrängung führt im Gegensatz dazu zur Festigung von Routinen und Gewohnheiten, mit denen wir uns gegebenenfalls selbst schädigen. Achtsamkeit ist eine Technik, die uns hilft, neue Programme zu installieren, um gesünder, zufriedener und erfolgreicher zu werden.

Praxistipp: So können Sie Routinen und Emotionen verändern

Gewohnheiten verändern

Wenn wir Automatismen durchbrechen wollen, müssen wir uns diesen erst mal bewusst werden. Innere Distanz schaffen und annehmen. Um innere Distanz und Akzeptanz zu schaffen, gibt es ein "Hilfsmittel": Konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem und lassen Sie los. Die Brücke zwischen Ihren Emotionen, Ihrem Körper und Ihren Gedanken ist Ihr Atem. Klingt vielleicht banal, ist aber höchst effektiv. Noch dazu in jeder Situation anwendbar. Sie können sofort anfangen und brauchen nichts zu verändern. Der positive Einfluss eines ruhigen Atems auf unser Herz und unser Gehirn ist mittlerweile auch wissenschaftlich erwiesen. Nachweislich wird durch den Atem unser autonomes Nervensystem reguliert. Es ist unmöglich, einerseits ruhig und entspannt zu atmen und andererseits aufgeregt zu sein. Über unsere Atmung wird der Körper entspannt oder angespannt. Das können wir nutzen, um unseren Organismus durch gezieltes ruhiges Atmen in einen entspannteren Zustand zu versetzen und damit auch unsere mentale Befindlichkeit zu verbessern.Funktioniert auch wunderbar in Besprechungen! Gerade, wenn Sie sich ärgern, unruhig werden oder genervt sind. Lassen Sie Ihren Atem einfach erst mal so fließen, wie er kommt und geht und konzentrieren Sie sich darauf. Wenn es Ihnen zusätzlich hilft, können Sie auch Ihre Gedankenkarussell anhalten, indem Sie sich selbst sagen: „Ich atme ein und bin mir meines Atems bewusst. Ich atme aus und bin ich mir meines Atems bewusst.“ Sonst nichts. Sie werden schnell merken, dass Sie so ruhiger werden. Und dann gelingt es Ihnen auch besser, ziel- und lösungsorientiert in diesen Situationen zu agieren.

Neue Emotionen erzeugen

Manchmal reicht es schon, diesen inneren Abstand zu haben, damit sich etwas verändert. Und mit diesem Abstand auf sich selbst zu schauen. Ohne weiteres zu tun. Es kann aber auch ein zweiter Schritt erfolgen: Die aktive Schaffung neuer, gewinnbringender Emotionen. Sie können diese Art der Atmung steigern, indem Sie sich gleichzeitig ein gutes Gefühl aufrufen. Wie würden Sie sich gern in dieser Situation fühlen? Gelassener? Wertschätzender? Selbstsicherer? Motivierter? Es empfiehlt sich, eine Emotion zu nehmen, die Sie bereits kennen. Als Hilfsmittel können Sie sich eine Situation vorstellen, in der Sie diese Emotionen bereits erlebt haben. Wichtig ist, dass Sie nicht nur daran denken, sondern sich auch wirklich in dem Moment so fühlen. Denn Emotionen verursachen direkt chemische Reaktionen in Ihrem Körper und haben Einfluss auf Ihr Denken. Verändern sogar Gehirnstrukturen. Das ist messbar. Wenn Sie regelmäßig üben, sich in solche gewünschten Zustände zu versetzen, werden Sie es auch in Stresssituationen leichter umsetzen können.

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Du bist, wie Du bist – Empathie als Baustein Emotionaler Intelligenz

2019-04-28T13:21:04+00:00By |

Je offener wir für unsere eigenen Gefühle sind, desto besser können wir die Gefühle anderer akzeptieren und deuten.

Empathie ist die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Sie hilft, Wertschätzung zu empfinden, Konflikte zu lösen oder ihnen vorzubeugen und kundenorientiert zu handeln. Es ist ein Haltung, die darauf basiert, wirklich ein ernsthaftes Interesse am Erleben eines anderen Menschen zu haben. So lässt sich ein konstruktives Miteinander leben und Brücken bauen, wenn zwei Meinungen aufeinanderprallen. Es ist eine wichtige Fähigkeit für eine respektvolle Gesellschaft, ein wertschätzendes Betriebsklima und harmonische Beziehungen.

Dabei lassen sich drei Arten von Empathie unterscheiden:

• Die Gedanken-Empathie: Was denkt der andere gerade?
• Die Gefühls-Empathie: Was fühlt der andere?
• Die Wahrnehmungs-Empathie: Wie nimmt der andere seine Umgebung, ja die ganze Welt wahr?

Grenzen ziehen

Wenn Sie sich auf Ihr Gegenüber einlassen, stellen Sie Ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse für einen Moment zurück. Das heißt nicht, dass der andere wichtiger ist als Sie. Es geht nur darum, ein gewisses Verständnis für die Welt des anderen zu bekommen. 

Haben Sie dieses Verständnis für den anderen, bedeutet dies aber noch lange nicht, dass Sie auch einverstanden mit dessen Ansichten, Meinungen und Werten sein müssen. Viele Menschen setzen dies gleich und können daher Ihre Empathie nicht wirklich entwickeln. Sie sind bewusst oder unbewusst der Meinung, dass es nur „Schwarz oder Weiß“ gibt. Entweder der andere hat Recht oder ich. Empathie zu haben, bedeutet jedoch, verschiedene Wahrnehmungen und Ansichten gleichrangig nebeneinander stehen zu lassen. Je nach Situation entscheiden Sie dann anschließend, wie Sie mit diesem Wissen umgehen: Wie weit gehen Sie auf den anderen ein? Wie wichtig ist es Ihnen, Ihre Meinung ohne Zugeständnisse durchzusetzen? Können und wollen Sie Kompromisse machen? 

Einfühlungsvermögen zu haben, bedeutet auch nicht, dass wir mit dem anderen mitleiden, sondern dass wir klare Grenzen zwischen unseren eigenen Gefühlen und denen des anderen ziehen können. Das kann besonders schwer in engen oder hierarchischen Beziehungen werden. Beispielsweise unter Kollegen, die sich gut verstehen oder zwischen Vorgesetzte und Mitarbeiter. Nur zu gern möchte man, dass der andere ähnlich fühlt und denkt. Da kann es schon mal vorkommen, dass man sich gegenseitig beeinflussen will und auf den anderen einredet. Oder man wird von der schlechten Stimmung des anderen angesteckt. Oder es kommt zu einem Konflikt, weil wir das Denken und Fühlen des Gegenübers unbedingt in unserem Sinne verändern wollen.

Toleranz und Verständnis kann Situationen und Beziehungen entschärfen. Das bedarf manchmal einer innerlichen Größe und der Fähigkeit, unangenehme Situationen erst mal auszuhalten. Gerade, wenn wir mit den Gedanken, Emotionen und Wahrnehmungen des anderen nicht einverstanden sind, sie unseren eigenen Erleben und unseren Werten widersprechen. Doch die Mühe lohnt sich. Mittel- bis langfristig entsteht so eine bessere Zusammenarbeit, größere Wertschätzung und produktivere Kooperationen.

Praxistipp: So können Sie Ihre empathischen Fähigkeiten erweitern

  • Schenken Sie Ihrem Gegenüber Ihre volle Aufmerksamkeit. Nehmen Sie sich Zeit, beobachten Sie und hören Sie aufrichtig zu.
  • Seien Sie neugierig und bringen Sie dem anderen ehrliches Interesse entgegen. Auch, wenn dessen Erleben, Einstellungen und Werte völlig anders als Ihre sind. Es kann sehr spannend sein, „fremde Welten“ zu entdecken.
  • Aktives Zuhören: Geben Sie mit Ihren eigenen Worten das Gehörte und Erfahrene wieder. Holen Sie sich Feedback ein und fragen Sie Ihr Gegenüber, ob er oder sie den Eindruck hatte „verstanden worden zu sein“.
  • Wenn Sie „eine besonders harte Nuss knacken“ wollen und sich ein wenig Zeit nehmen, können Sie sich einen bestimmten Menschen vorstellen mit dem Sie vielleicht sogar besonders große Schwierigkeiten haben und sich bewusst mit diesem auseinandersetzen. Versuchen Sie ihn oder sie so vollständig wie möglich zu begreifen:
    • Wie fühlt sich der Mensch im Kollegenkreis, beruflich, privat?
    • Ist er oder sie mit seiner/ihrer Arbeit zufrieden? Macht er oder sie es gern? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
    • Wie würden Sie auf einer Skala von 0 bis 10 dessen Motivation einschätzen?
    • Welche Gründe könnte es für diese Einschätzung geben?
    • Welche Charaktereigenschaften hat diese Person?
    • Welche Sorgen, Ängste, Probleme hat diese Person?
    • Welche Bedürfnisse, Wünsche, Sehnsüchte hat dies Person?
    • Welche Werte hat diese Person?

Übrigens: Empathie zeigt sich auch im Gehirn

Wenn Sie empathisch sind, sind bestimmte Bereiche Ihres Gehirns aktiv. Im sogenannten präfrontalen Cortex befinden sich die Spiegelneuronen. Sogar wenn Sie beispielsweise einfach nur jemanden beobachten wie er oder sie etwas tut, weisen Ihre Spiegelneuronen und die des Beobachteten dasselbe Aktivitätsmuster auf. Interessanterweise funktioniert das auch, wenn Sie sich nur vorstellen, was jemand anders gerade tut, was er denkt oder wahrnimmt. Das Gehirn unterscheidet nämlich nicht zwischen Realität und Vorstellung. So können auch Emotionen ausgelöst und nachempfunden werden.

Das können wir bewusst nutzen! Denn wohin Sie ihre Aufmerksamkeit lenken, wird Sie beeinflussen. Wollen Sie etwas Neues lernen, beobachten Sie Menschen, die diese Eigenschaft bereits haben und Ihr Gehirn lernt. Achten Sie daher auch auf geistige Hygiene. Das heißt, welche Medien konsumieren Sie? Mit welchen Menschen umgeben Sie sich? Welche Gedanken lassen Sie zu? All das hat Einfluss auf die Entwicklung Ihrer Spiegelneuronen. Und damit auch auf Ihr Verhalten, Ihr Denken und Ihre Emotionen.

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Ich bin, wie ich bin! – Selbstwahrnehmung mit Emotionaler Intelligenz

2019-04-22T14:35:35+00:00By |

Sich selbst wahrnehmen, die eigenen Gefühle erkennen und deuten spielt eine wichtige Rolle: in der Führung, in der Kommunikation und für die mentale wie körperliche Gesundheit. Klar, werden Sie sagen, ich kenne mich doch! Was soll ich da noch wahrnehmen? Sie werden staunen:

Den meisten Teil des Tages sind wir mit unserer Aufmerksamkeit im Außen. Wir arbeiten an Projekten, reden mit Kollegen, beantworten E-Mails, organisieren unser Privatleben. Mit all dem verknüpft sind Emotionen, die unsere Leistungsfähigkeit und unsere Gesundheit beeinflussen. Haben wir im Innern ein ungutes Gefühl, das wir jedes Mal erfolgreich verdrängen, können wir uns selbst schaden. Vielleicht kennen Sie sogar eine Extremvariante davon: Sie geraten immer wieder in ähnliche Situationen und wissen nicht warum: Sie geraten immer wieder in ähnliche Situationen und wissen nicht warum. Treffen ständig Menschen, die Sie nerven. Stehen regelmäßig vor den gleichen Problemen: zu wenig Zeit, zu wenig Budget, unzuverlässige Mitarbeiter, jemand schnappt Ihnen einen Job vor der Nase weg, Sie sind der ewige Zweite …

Die Ursache liegt oft in unserem Unterbewusstsein. Es sorgt dafür, dass wir immer wieder in ähnliche Situationen geraten, die uns einerseits an unsere Grenzen bringen, andererseits aber unser Wachstum fördern. Eigentlich eine tolle Sache! 

Innen statt Außen

Bei der Selbstwahrnehmung geht es darum, unsere Aufmerksamkeit nach innen zu verlagern. Zu uns selbst. Zu spüren, was die vielen Reize im Außen in uns verursachen. Rechtzeitig zu erkennen, was in uns vorgeht, um uns selbst bewusst zu managen. Unsere Gefühle zeigen uns, wenn wir uns nicht wohl fühlen, uns etwas gegen den Strich geht oder auch, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Gerade unangenehme Emotionen drängen wir aber nur allzu gern weg und suchen so schnell wie möglich nach Ablenkung. Doch sie sind ein wunderbarer Gradmesser, der uns zeigt, was nicht stimmt und was wir stattdessen brauchen. Wir müssen nur den Mut haben, sie anzuschauen, ohne uns von ihnen „einschüchtern“ zu lassen.

Die Herausforderung annehmen

Dabei ist es gar nicht so einfach, immer ehrlich zu sich selbst zu sein. Manchmal wollen wir anders sein als wir eigentlich sind. Wir wollen gerade nicht ängstlich oder nervös sein, weil das nicht zu unserem Selbstbild passt. Weil es unangenehm ist. Weil unser Körper darauf reagiert und wir uns nicht gut fühlen. Wir wollen keine Versagens- oder Existenzängste haben, und schon gar nicht, dass jemand anders sie bemerkt.

Selbstwahrnehmung erfordert Mut. Mut, der sich auszahlt. Dauerhaft verdrängte Emotionen verursachen innere Unruhe, Schlafstörungen, Burnout, Unzufriedenheit, das Gefühl der Fremdbestimmung, Demotivation, Depression, Bluthochdruck oder anderes.

Und: Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass wir ein Verhältnis von 3:1 brauchen, um emotional aufzublühen. Das heißt, auf Dauer brauchen wir drei angenehme Gefühle für ein unangenehmes, um uns wohl und stabil zu fühlen. 

Daher: Stellen wir uns unseren Gefühlen und gehen wir achtsam mit ihnen um, dann haben wir mehr Kontrolle über uns und unser Leben!

Praxistipps: Das können Sie für sich tun, um Ihre Selbstwahrnehmung zu schärfen!

1. Machen Sie Termine mit sich selbst

Nehmen Sie sich mindestens ein Mal am Tag eine oder mehrere Minuten Zeit für sich! Konzentrieren Sie sich erst mal nur auf Ihren Atem. Dann nehmen Sie wahr, was im Moment in Ihnen passiert. Gefühle, Gedanken, körperliche Reaktionen. Nehmen Sie erst mal nur wahr. Versuchen Sie, nicht zu bewerten und bei unangenehmen Wahrnehmungen sofort aufzuhören, sondern noch einige Sekunden oder gar Minuten länger durchzuhalten und wertfrei zu beobachten, was gerade in Ihnen geschieht. Diese Technik hilft Ihnen, wieder mehr in Kontakt mit sich und Ihren Körper zu kommen.

2. Ihr EQ-Tagebuch

Oft merken wir gar nicht, was wir im Moment fühlen oder wir können das Gefühl nicht benennen. Das muss gelernt und geübt werden, wie eine fremde Sprache. Nehmen Sie sich am Abend Zeit, Ihren Tag noch einmal zu reflektieren. Wenn Sie wollen, schreiben Sie Ihre Gedanken auf. Welche Gefühle hatten Sie im Laufe der letzten Stunden? Umschreiben Sie, wenn Sie kein passendes Wort dafür haben. Wann fühlten Sie sich einfach unwohl, wann ging es Ihnen gut? Welche Menschen waren dabei?

Beispiele für unangenehme Emotionen:

Beispiele für angenehme Emotionen:

aggressiv angespannt blockiert
depressiv beunruhigt deprimiert
ängstlich beleidigt eifersüchtig
durcheinander empört frustriert
enttäuscht ausgelaugt erschöpft
gereizt nervös gelangweilt
misstrauisch streitlustig traurig
ärgerlich leer ungeduldig
betroffen beschämt ernüchtert
feindselig lustlos mürrisch
neugierig optimistisch friedvoll
gelassen stolz leicht
fröhlich ausgeglichen engagiert
motiviert dankbar mitfühlend
zuversichtlich unbeschwert fasziniert
geduldig tatkräftig selbstsicher
lebendig inspiriert zufrieden
geborgen sicher energiegeladen
abenteuerlustig mutig entschlossen
erfüllt verliebt geliebt

Selbstwahrnehmung ist ein erster wichtiger Schritt in der Emotionalen Intelligenz.

3. Holen Sie sich Feedback

Wenn Sie Ihre Komfortzone noch mehr erweitern wollen, lassen Sie sich Feedback von anderen Menschen geben, wie sie Sie erleben – allgemein oder in bestimmten Situationen. Lassen Sie die Rückmeldungen einfach wirken. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen. Argumentieren, verteidigen oder erklären Sie sich zunächst nicht. Das kann manchmal ganz schön schwer sein. Aber: Die Wahrnehmungen der anderen sind immer da, nur meist nicht ausgesprochen. Liegen diese erst mal offen auf dem Tisch, bieten sie Chancen zum Wachstum. Wenn Selbst- und Fremdwahrnehmung unterschiedlich sind: Denken Sie daran, dass Sie - und nur Sie - entscheiden, was Sie von dem Gesagten annehmen, wie es Ihnen damit geht und ob Sie daraus Konsequenzen für sich ziehen. Sehen Sie es als spannendes Abenteuer an.

Wozu das alles?

Emotionen haben immer einen Grund. So kann beispielsweise Eifersucht oder Neid, ob im Job oder privat, ein Indiz dafür sein, dass wir nach Anerkennung, Sicherheit oder Wertschätzung streben. Ärger kann bedeuten, dass wir ernst genommen werden und uns selbst verwirklichen wollen, daran aber gerade gehindert werden. Oder dass wir unsere Werte nicht leben können. Letztlich steckt immer ein Bedürfnis dahinter.

Beispiele Bedürfnisse:

Anerkennung Aufmerksamkeit Autonomie Bestätigung Beständigkeit
Freiheit Freude Frieden Geborgenheit Gemeinsamkeit
Harmonie Hilfe Entfaltung Entspannung Entwicklung
Kontakt Lernen Liebe Genauigkeit Bewegung
Respekt Schutz Flexibilität Alleinsein Selbstwertgefühl
Privatsphäre Pünktlichkeit Ruhe Schönheit Selbstbestimmung
Wertschätzung Wissen Würde Zugehörigkeit Menschlichkeit
Sinn Unabhängigkeit Unterstützung Treue Transparenz
Gerechtigkeit Klarheit Selbstverantwortung Toleranz Sicherheit
Abenteuer Beständigkeit Ordnung Verständnis Wachstum

Ignorieren wir unsere Emotionen und damit auch unsere Bedürfnisse dauerhaft, können sich folgende Symptome zeigen:

  • Gefühl von Sinn- und Hoffnungslosigkeit
  • Stetig wachsende Belastung durch Stress
  • Motivationsmangel
  • Ohnmachtsgefühl
  • Wachsende Unzufriedenheit
  • Entscheidungsschwierigkeiten
  • Sorge, Anforderungen oder Erwartungen nicht gerecht zu werden.
  • Anhaltende Negativität in den Gedanken
  • Körperliche Beschwerden

Auf unsere Gefühle und Emotionen zu achten ist gesund! Wir sollten uns klar darüber werden, was wir eigentlich wollen. Dann können wir uns auch darum kümmern, dass unsere Bedürfnisse erfüllt werden.

Was wir davon haben? Freiheit, Macht über unser Leben und Zufriedenheit. Wenn wir Verantwortung für uns selbst übernehmen, arbeiten und kommunizieren wir besser.

Und noch etwas …

Die hohe Kunst der Selbstwahrnehmung liegt nicht nur darin, unsere Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen, sondern sie auch wertneutral zu akzeptieren. Nicht gleich zu urteilen, ob sie gut oder schlecht sind oder sie schnell wieder zu unterdrücken. Sich nicht gleich zu einer Reaktion hinreißen lassen, die "Porzellan zerschlägt". Sondern sich selbst so anzunehmen wie Sie in dem Moment gerade da sind und sich tief in Ihrem Inneren selbst wertzuschätzen. Das kann eine ganz schöne Herausforderung darstellen. Aber denken Sie daran: Sie gehen gesünder mit sich um, wenn Sie Ihren inneren Kritiker erst einmal in seine Schranken weisen.

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Warum Emotionale Intelligenz für Ihren Erfolg und Ihre Gesundheit wichtig ist!

2019-04-15T19:34:27+00:00By |

Kennen Sie das? Das Telefon klingelt, Sie sehen nur die Nummer und schon beginnt Ihr Herz schneller zu schlagen, Ihre Hände werden feucht, Ihnen wird vielleicht sogar flau im Magen und Sie denken „Nein, nicht der schon wieder.“ Sie sind ärgerlich, ängstlich, sorgenvoll, genervt …, weil jemand am anderen Ende des Telefons ist, der Ihnen unangenehm ist.

Umgekehrt haben Sie eine Kundenbeschwerde erfolgreich gemeistert und Ihr Vorgesetzter ist voller Anerkennung für Sie. Sie gehen nach Hause, fühlen sich leicht, zufrieden, beschwingt …, sind innerlich gelassen und gleichzeitig voller Aufmerksamkeit für Ihre Umgebung, sind freundlicher als sonst zur Supermarktkassiererin, zu Ihrem Partner, zu den Kindern und denken sich, was für wundervolles Leben Sie doch haben.

Emotionen schwächen oder stärken Gesundheit

In beiden Situationen sind Emotionen mit Körperreaktionen und Gedanken verknüpft. Wissenschaftlich ist erwiesen, dass negative Gedanken und Emotionen Stresshormone im Körper produzieren, die Energie rauben, das Immunsystem hemmen, Leistungsfähigkeit einschränken und klarem Denken im Weg stehen. 

Wenn Sie also aktiv und erfolgreich Ihren Alltag steuern sowie sich und Ihre Mitarbeiter führen wollen, unabhängig von äußeren Bedingungen, ist eine hohe Emotionale Kompetenz von großem Nutzen.

Was ist denn nun Emotionale Intelligenz?

Emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit, unsere eigenen Gefühle und die des Gegenübers zu erkennen. Und so mit Emotionen umzugehen, dass wir sowohl unsere Gesundheit als auch unsere mentale Kraft steigern. Und es ist die Fähigkeit, mit anderen Menschen zufriedenere und gewinnbringendere Beziehungen führen: im Berufs- und Privatleben. Ziel ist es dabei, Win-Win-Situationen herzustellen. Davon profitieren alle Beteiligten: Der Zusammenhalt im Team wird gestärkt, die Kommunikation verbessert und die Produktivität erhöht.

Vier Punkte sind dabei wichtig:

• Selbstwahrnehmung: die eigenen Gefühle wahrnehmen und verstehen
• Einfühlungsvermögen: die Gefühle anderer wahrnehmen und verstehen
• Selbstmanagement: die eigenen Emotionen gesundheitsstärkend regulieren, Ziele und Visionen wahr werden lassen
• Beziehungsmanagement: zwischenmenschliche Beziehungen verstehen und steuern

Was es nicht ist:
Emotional intelligent zu sein bedeutet nicht, übermäßig gefühlsbetont zu sein und jedem gleich sein Herz auszuschütten. Sondern es geht darum, von einer höheren Warte aus, sich selbst, Menschen und Situationen wahrzunehmen, in die Rolle eines Beobachters zu schlüpfen und anschließend sinnstiftend damit umzugehen. Immer mit dem Ziel, auch in unangenehmen Situationen gesund und stärkend zu handeln. Emotionale Klarheit hilft effektiv und zielorientiert zu handeln. Sie fördert Gesundheit und Produktivität.

Praxistipp: So können Sie bei einem unangenehmen Anruf agieren:

Selbstwahrnehmung

Bevor Sie den Hörer abnehmen, atmen Sie erst mal tief ein und aus. Bleiben Sie bei sich. Geben Sie sich selbst erst mal Raum und akzeptieren Sie Ihre Gefühle so wie sie gerade auftauchen. Sie können trotzdem (re)agieren. Machen Sie sich bewusst, dass Sie die Freiheit über ihre Handlungen und Worte haben. Dass Sie entscheiden, ob jemand anders die Macht hat, Ihre Gefühle zu steuern, oder nicht.

Einfühlungsvermögen

Wenn Sie generell ein Problem mit dem Anrufer haben, machen Sie sich klar, was er eigentlich will. Und zwar nicht vordergründig, sondern welche tieferen Absichten hat er. Was ist sein wahres Anliegen. Steht er vielleicht unter Druck und will erfolgreich sein, um Anerkennung zu bekommen. Lässt er gern Dampf ab, weil er kein anderes Ventil für seine Unzufriedenheit findet? Ist er im tiefsten Herzen unglücklich und weiß nicht, wie er damit anders umgehen soll, als sich aufzuspielen? Ist das nicht eigentlich schade? Oder oder oder … Versuchen Sie, nicht zu (ver)urteilen, etwas verändern zu wollen oder sich aufzuregen. Nehmen Sie einfach erst mal nur wahr. Ganz neutral zu sein.

Selbstmanagement

Sie können das Verhalten des Anrufers nicht ändern, aber Sie können Ihre Reaktion ändern. Mit Hilfe eines bewussten, ruhigen und tiefen Atmens können Sie sich stärken und Ihr Herz sowie Ihr Autonomes Nervensystem direkt positiv beeinflussen. Mentaltechniken können Sie unterstützen, sich selbst das zu geben, was Sie sich eigentlich von dem Anrufer wünschen. So machen Sie sich unabhängig von anderen und gewinnen wieder die Kontrolle über sich selbst.

Beziehungsmanagement

Wenn Sie selbst ruhiger sind und erkennen, welches innere Bedürfnis sie selbst und der andere haben, lassen Sie es erst mal einfach stehen. Bewerten Sie weder sich noch den anderen, sondern versuchen Sie erst mal beides zu akzeptieren. Vielleicht sehen Sie, welche Bedürfnisse oder Werte im Kontakt aufeinander prallen. So werden Sie innerlich gelassener. In der Folge denken und handeln Sie lösungsorientierter und kommunizieren wertschätzender. So können sich auch Beziehungen und Kommunikation verändern und verbessern.

Emotionen und Gesundheit

Emotionen lösen also tatsächlich chemische Prozesse aus: Sie sind mit dem Nervensystem und mit Herz- sowie Gehirnaktivitäten verbunden. Sie motivieren oder blockieren, fördern oder schwächen Gesundheit.

Die Angst vor Gefühlen

Dass wir gern rationalisieren oder gar eine gewisse Angst vor großen Gefühlen haben, hängt damit zusammen, dass wir fürchten, Gefühlen ausgeliefert zu sein. Nicht die Kontrolle und bewusste Steuerung über diese zu haben. Oder nicht zu wissen, wie man mit ihnen umgehen soll. Aber je mehr Sie Ihre Emotionale Intelligenz steigern, desto mehr entscheiden Sie, wie Sie mit Emotionen umgehen und wie Sie sich selbst managen, um Ihre Gesundheit zu fördern sowie Ihre Ziele und Visionen zu erreichen!

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