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15. April 2019 15. April 2019

Ich bin, wie ich bin! – Selbstwahrnehmung mit Emotionaler Intelligenz

By |2019-04-15T19:33:59+00:002019/04/15|Categories: Führung, Gesundheitsmanagement|0 Comments

Sich selbst wahrnehmen, die eigenen Gefühle erkennen und deuten spielt eine wichtige Rolle in der Führung, Kommunikation und für die mentale wie körperliche Gesundheit. Klar, werden Sie sagen, ich kenne mich doch! Was soll ich da noch wahrnehmen? Sie werden staunen:

Den meisten Teil des Tages sind wir mit unserer Aufmerksamkeit im Außen. Wir arbeiten an Projekten, reden mit Kollegen, beantworten E-Mails, organisieren unser Privatleben. Mit all dem verknüpft sind Emotionen, die unsere Leistungsfähigkeit und unsere Gesundheit beeinflussen. Haben wir im Innern ein ungutes Gefühl, das wir jedes Mal erfolgreich verdrängen, können wir uns selbst schaden. Letztlich sorgt unser Unterbewusstsein sogar dafür, dass wir immer wieder in ähnliche Situationen geraten, die uns einerseits an unsere Grenzen bringen können, andererseits aber unser Wachstum fördern sollen: Wir treffen ständig Menschen, die uns nerven. Stehen regelmäßig vor den gleichen Problemen: zu wenig Zeit, zu wenig Budget, unzuverlässige Mitarbeiter, jemand schnappt uns einen Job vor der Nase weg, wir sind der ewige Zweite …

Innen statt Außen

Bei der Selbstwahrnehmung geht es darum, unsere Aufmerksamkeit nach innen zu verlagern. Zu uns selbst. Zu spüren, was die vielen Reize im Außen in uns verursachen. Rechtzeitig zu erkennen, was in uns vorgeht, um uns selbst bewusst zu managen. Unsere Gefühle zeigen uns, wenn wir uns nicht wohl fühlen, uns etwas gegen den Strich geht oder auch, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Gerade unangenehme Emotionen drängen wir nur allzu gern weg und suchen so schnell wie möglich nach Ablenkung. Doch sie sind ein wunderbarer Gradmesser, der uns zeigt, was nicht stimmt und was wir stattdessen brauchen. Wir müssen nur den Mut haben, sie anzuschauen, ohne uns von ihnen „einschüchtern“ zu lassen.

Die Herausforderung annehmen

Dabei ist es gar nicht so einfach, immer ehrlich zu sich selbst zu sein. Manchmal wollen wir anders sein als wir eigentlich sind. Wir wollen gerade nicht ängstlich oder nervös sein, weil das nicht zu unserem Selbstbild passt. Weil es unangenehm ist. Weil unser Körper darauf reagiert und wir uns nicht gut fühlen. Wir wollen keine Versagensängste haben, und schon gar nicht, dass jemand anders sie bemerkt.

Selbstwahrnehmung erfordert Mut, der sich auszahlt. Dauerhaft verdrängte Emotionen verursachen innere Unruhe, Schlafstörungen, Burnout, Unzufriedenheit, das Gefühl der Fremdbestimmung, Demotivation, Depression, Bluthochdruck oder anderes. Wenn wir uns unseren Gefühlen stellen, haben wir mehr Kontrolle über uns und unser Leben.

Praxistipps: Das können Sie für sich tun.

1. Machen Sie Termine mit sich selbst

Nehmen Sie sich mindestens ein Mal am Tag eine oder mehrere Minuten Zeit für sich! Konzentrieren Sie sich erst mal nur auf Ihren Atem. Dann nehmen Sie wahr, was im Moment in Ihnen passiert. Gefühle, Gedanken, körperliche Reaktionen. Nehmen Sie erst mal nur wahr. Versuchen Sie, nicht zu bewerten und bei unangenehmen Wahrnehmungen nicht sofort aufzuhören, sondern noch einige Sekunden, Minuten länger zu verweilen und wertfrei zu beobachten, was gerade in Ihnen geschieht. Diese Technik hilft Ihnen, wieder mehr in Kontakt mit sich und Ihren Körper zu kommen.

2. Ihr EQ-Tagebuch

Oft merken wir gar nicht, was wir im Moment fühlen oder wir können das Gefühl nicht benennen. Das muss gelernt und geübt werden, wie eine fremde Sprache. Nehmen Sie sich am Abend Zeit, Ihren Tag noch einmal zu reflektieren. Wenn Sie wollen, schreiben Sie Ihre Gedanken auf. Welche Gefühle hatten Sie im Laufe der letzten Stunden? Umschreiben Sie, wenn Sie kein passendes Wort dafür haben. Wann fühlten Sie sich einfach unwohl, wann ging es Ihnen gut? Welche Menschen waren dabei?

Beispiele für unangenehme Emotionen:

Beispiele für angenehme Emotionen:

aggressiv angespannt blockiert
depressiv beunruhigt deprimiert
ängstlich beleidigt eifersüchtig
durcheinander empört frustriert
enttäuscht ausgelaugt erschöpft
gereizt nervös gelangweilt
misstrauisch streitlustig traurig
ärgerlich leer ungeduldig
betroffen beschämt ernüchtert
feindselig lustlos mürrisch
neugierig optimistisch friedvoll
gelassen stolz leicht
fröhlich ausgeglichen engagiert
motiviert dankbar mitfühlend
zuversichtlich unbeschwert fasziniert
geduldig tatkräftig selbstsicher
lebendig inspiriert zufrieden
geborgen sicher energiegeladen
abenteuerlustig mutig entschlossen
erfüllt verliebt geliebt

Selbstwahrnehmung ist ein erster wichtiger Schritt in der Emotionalen Intelligenz.

3. Holen Sie sich Feedback

Wenn Sie Ihre Komfortzone noch etwas erweitern wollen, lassen Sie sich Feedback von anderen Menschen geben, wie sie Sie erleben – allgemein oder in bestimmten Situationen. Lassen Sie die Rückmeldungen einfach wirken. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen. Argumentieren, verteidigen oder erklären Sie sich zunächst nicht. Das kann manchmal ganz schön schwer sein. Aber: Die Wahrnehmungen der anderen sind immer da, nur meist nicht ausgesprochen. Liegen diese erst mal offen auf dem Tisch, bieten sie Chancen zum Wachstum. Wenn Selbst- und Fremdwahrnehmung unterschiedlich sind: Denken Sie daran, dass Sie - und nur Sie - entscheiden, was Sie von dem Gesagten annehmen, wie es Ihnen damit geht und ob Sie daraus Konsequenzen für sich ziehen. Sehen Sie es als spannendes Abenteuer an.

Und noch etwas …

Die hohe Kunst der Selbstwahrnehmung liegt nicht nur darin, unsere Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen, sondern sie auch wertneutral zu akzeptieren. Nicht gleich zu urteilen, ob sie gut oder schlecht sind oder sie schnell wieder zu unterdrücken. Sich nicht gleich zu einer Reaktion hinreißen lassen, die gleich "Porzellan zerschlägt". Sondern sich selbst so anzunehmen wie Sie in dem Moment gerade da sind und sich tief in Ihrem Inneren selbst wertzuschätzen, wie auch immer Sie gerade da sein. Das kann eine ganz schöne Herausforderung darstellen. Aber denken Sie daran: Sie gehen gesünder mit sich um, wenn Sie Ihren inneren Kritiker erst einmal in seine Schranken weisen. Ändern und weiterentwickeln können Sie sich jederzeit. Optimalerweise immer mit einer gesunden Portion Selbstakzeptanz.

Wozu das alles?

Emotionen haben immer einen Grund. So kann beispielsweise Eifersucht oder Neid, ob im Job oder privat, ein Indiz dafür sein, dass wir nach Anerkennung, Sicherheit oder Wertschätzung streben. Ärger kann bedeuten, dass wir ernst genommen werden und uns selbst verwirklichen wollen, daran aber gerade gehindert werden. Oder dass wir unsere Werte nicht leben können. Letztlich steckt immer ein Bedürfnis dahinter.

Beispiele Bedürfnisse:

Anerkennung Aufmerksamkeit Autonomie Bestätigung Beständigkeit
Freiheit Freude Frieden Geborgenheit Gemeinsamkeit
Harmonie Hilfe Entfaltung Entspannung Entwicklung
Kontakt Lernen Liebe Genauigkeit Bewegung
Respekt Schutz Flexibilität Alleinsein Selbstwertgefühl
Privatsphäre Pünktlichkeit Ruhe Schönheit Selbstbestimmung
Wertschätzung Wissen Würde Zugehörigkeit Menschlichkeit
Sinn Unabhängigkeit Unterstützung Treue Transparenz
Gerechtigkeit Klarheit Selbstverantwortung Toleranz Sicherheit
Abenteuer Beständigkeit Ordnung Verständnis Wachstum

Ignorieren wir unsere Emotionen und damit auch unsere Bedürfnisse dauerhaft, können sich folgende Symptome zeigen:

  • Gefühl von Sinn- und Hoffnungslosigkeit
  • Stetig wachsende Belastung durch Stress
  • Motivationsmangel
  • Ohnmachtsgefühl
  • Wachsende Unzufriedenheit
  • Entscheidungsschwierigkeiten
  • Sorge, Anforderungen oder Erwartungen nicht gerecht zu werden.
  • Anhaltende Negativität in den Gedanken
  • Körperliche Beschwerden

Auf unsere Gefühle und Emotionen zu achten ist gesund! Wir sollten uns klar darüber werden, was wir eigentlich wollen. Dann können wir uns auch darum kümmern, dass unsere Bedürfnisse erfüllt werden.

Was wir davon haben? Freiheit, Macht über unser Leben und Zufriedenheit. Wenn wir Verantwortung für uns selbst übernehmen, arbeiten und kommunizieren wir besser.

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27. März 2019 27. März 2019

Warum Emotionale Intelligenz für Ihren Erfolg und Ihre Gesundheit wichtig ist!

By |2019-04-15T19:34:27+00:002019/03/27|Categories: Führung, Gesundheitsmanagement|0 Comments

Kennen Sie das? Das Telefon klingelt, Sie sehen nur die Nummer und schon beginnt Ihr Herz schneller zu schlagen, Ihre Hände werden feucht, Ihnen wird vielleicht sogar flau im Magen und Sie denken „Nein, nicht der schon wieder.“ Sie sind ärgerlich, ängstlich, sorgenvoll, genervt …, weil jemand am anderen Ende des Telefons ist, der Ihnen unangenehm ist.

Umgekehrt haben Sie eine Kundenbeschwerde erfolgreich gemeistert und Ihr Vorgesetzter ist voller Anerkennung für Sie. Sie gehen nach Hause, fühlen sich leicht, zufrieden, beschwingt …, sind innerlich gelassen und gleichzeitig voller Aufmerksamkeit für Ihre Umgebung, sind freundlicher als sonst zur Supermarktkassiererin, zu Ihrem Partner, zu den Kindern und denken sich, was für wundervolles Leben Sie doch haben.

Emotionen schwächen oder stärken Gesundheit

In beiden Situationen sind Emotionen mit Körperreaktionen und Gedanken verknüpft. Wissenschaftlich ist erwiesen, dass negative Gedanken und Emotionen Stresshormone im Körper produzieren, die Energie rauben, das Immunsystem hemmen, Leistungsfähigkeit einschränken und klarem Denken im Weg stehen. 

Wenn Sie also aktiv und erfolgreich Ihren Alltag steuern sowie sich und Ihre Mitarbeiter führen wollen, unabhängig von äußeren Bedingungen, ist eine hohe Emotionale Kompetenz von großem Nutzen.

Was ist denn nun Emotionale Intelligenz?

Emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit, unsere eigenen Gefühle und die des Gegenübers zu erkennen. Und so mit Emotionen umzugehen, dass wir sowohl unsere Gesundheit als auch unsere mentale Kraft steigern. Und es ist die Fähigkeit, mit anderen Menschen zufriedenere und gewinnbringendere Beziehungen führen: im Berufs- und Privatleben. Ziel ist es dabei, Win-Win-Situationen herzustellen. Davon profitieren alle Beteiligten: Der Zusammenhalt im Team wird gestärkt, die Kommunikation verbessert und die Produktivität erhöht.

Vier Punkte sind dabei wichtig:

• Selbstwahrnehmung: die eigenen Gefühle wahrnehmen und verstehen
• Einfühlungsvermögen: die Gefühle anderer wahrnehmen und verstehen
• Selbstmanagement: die eigenen Emotionen gesundheitsstärkend regulieren, Ziele und Visionen wahr werden lassen
• Beziehungsmanagement: zwischenmenschliche Beziehungen verstehen und steuern

Was es nicht ist:
Emotional intelligent zu sein bedeutet nicht, übermäßig gefühlsbetont zu sein und jedem gleich sein Herz auszuschütten. Sondern es geht darum, von einer höheren Warte aus, sich selbst, Menschen und Situationen wahrzunehmen, in die Rolle eines Beobachters zu schlüpfen und anschließend sinnstiftend damit umzugehen. Immer mit dem Ziel, auch in unangenehmen Situationen gesund und stärkend zu handeln. Emotionale Klarheit hilft effektiv und zielorientiert zu handeln. Sie fördert Gesundheit und Produktivität.

Praxistipp: So können Sie bei einem unangenehmen Anruf agieren:

Selbstwahrnehmung

Bevor Sie den Hörer abnehmen, atmen Sie erst mal tief ein und aus. Bleiben Sie bei sich. Geben Sie sich selbst erst mal Raum und akzeptieren Sie Ihre Gefühle so wie sie gerade auftauchen. Sie können trotzdem (re)agieren. Machen Sie sich bewusst, dass Sie die Freiheit über ihre Handlungen und Worte haben. Dass Sie entscheiden, ob jemand anders die Macht hat, Ihre Gefühle zu steuern, oder nicht.

Einfühlungsvermögen

Wenn Sie generell ein Problem mit dem Anrufer haben, machen Sie sich klar, was er eigentlich will. Und zwar nicht vordergründig, sondern welche tieferen Absichten hat er. Was ist sein wahres Anliegen. Steht er vielleicht unter Druck und will erfolgreich sein, um Anerkennung zu bekommen. Lässt er gern Dampf ab, weil er kein anderes Ventil für seine Unzufriedenheit findet? Ist er im tiefsten Herzen unglücklich und weiß nicht, wie er damit anders umgehen soll, als sich aufzuspielen? Ist das nicht eigentlich schade? Oder oder oder … Versuchen Sie, nicht zu (ver)urteilen, etwas verändern zu wollen oder sich aufzuregen. Nehmen Sie einfach erst mal nur wahr. Ganz neutral zu sein.

Selbstmanagement

Sie können das Verhalten des Anrufers nicht ändern, aber Sie können Ihre Reaktion ändern. Mit Hilfe eines bewussten, ruhigen und tiefen Atmens können Sie sich stärken und Ihr Herz sowie Ihr Autonomes Nervensystem direkt positiv beeinflussen. Mentaltechniken können Sie unterstützen, sich selbst das zu geben, was Sie sich eigentlich von dem Anrufer wünschen. So machen Sie sich unabhängig von anderen und gewinnen wieder die Kontrolle über sich selbst.

Beziehungsmanagement

Wenn Sie selbst ruhiger sind und erkennen, welches innere Bedürfnis sie selbst und der andere haben, lassen Sie es erst mal einfach stehen. Bewerten Sie weder sich noch den anderen, sondern versuchen Sie erst mal beides zu akzeptieren. Vielleicht sehen Sie, welche Bedürfnisse oder Werte im Kontakt aufeinander prallen. So werden Sie innerlich gelassener. In der Folge denken und handeln Sie lösungsorientierter und kommunizieren wertschätzender. So können sich auch Beziehungen und Kommunikation verändern und verbessern.

Emotionen und Gesundheit

Emotionen lösen also tatsächlich chemische Prozesse aus: Sie sind mit dem Nervensystem und mit Herz- sowie Gehirnaktivitäten verbunden. Sie motivieren oder blockieren, fördern oder schwächen Gesundheit.

Die Angst vor Gefühlen

Dass wir gern rationalisieren oder gar eine gewisse Angst vor großen Gefühlen haben, hängt damit zusammen, dass wir fürchten, Gefühlen ausgeliefert zu sein. Nicht die Kontrolle und bewusste Steuerung über diese zu haben. Oder nicht zu wissen, wie man mit ihnen umgehen soll. Aber je mehr Sie Ihre Emotionale Intelligenz steigern, desto mehr entscheiden Sie, wie Sie mit Emotionen umgehen und wie Sie sich selbst managen, um Ihre Gesundheit zu fördern sowie Ihre Ziele und Visionen zu erreichen!

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