Über Gabriela Wischeropp

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Bisher hat Gabriela Wischeropp, 22 Blog Beiträge geschrieben.

Was gesunde Führung mit der inneren Haltung zu tun hat.

2019-11-05T14:20:58+00:00Von |

Gesunde-Führung-Haltung

Was sollte eine Führungskraft nicht alles sein: bodenständiger Visionär, kreativer Analytiker, durchsetzungsfähiger Empath, konfliktlösender Motivationsexperte, kommunikativer Fachexperte … mit einem demokratischen und kooperativen Führungsstil, aber auch mal autoritär und bürokratisch … mit unternehmerischen Denken und entscheidungsfreudiger Kompromissbereitschaft …

Selbst, wer es schafft all dies in sich zu vereinen, die besten Fähigkeiten, Techniken und Eigenschaften in sind jedoch nur dann wirklich erfolgreich, wenn es auch eine solide und gute Grundlage dafür gibt: die innere Haltung! 

 

Die Haltung entscheidet darüber, wie eine Führungskraft ihre Mitarbeiter motiviert und ob sie anerkannt wird oder nicht. Dabei muss er oder sie übrigens noch lange nicht gemocht werden. Respekt und Anerkennung bringen die Mitarbeiter einem Menschen davon unabhängig entgegen. Berühmtes Beispiel ist Steve Jobs. Präsenz, Auftreten und Haltung nötigten viele Menschen Respekt ab, beliebt bei allen war er deswegen jedoch noch lange nicht. Zusätzlich aber Sympathieträger zu sein, unterstützt natürlich die Zusammenarbeit und hängt wiederum direkt von der jeweiligen Haltung ab.

In unserer heutigen VUCA-Welt, wo viele Menschen unsicher, überfordert und zukunftsängstlich sind, braucht es Führungskräfte, die Orientierung und Sicherheit geben. Und gleichzeitig auch noch menschlich sind. Es sollte nicht nur darum gehen, zu überleben, sondern bestenfalls sogar Menschen mitzureißen, zu begeistern und zu Höchstleistungen anzuspornen. Eine authentische Haltung ist dafür Voraussetzung. Damit Menschen sich führen lassen, braucht es eine glaubwürdige Führungspersönlichkeit, zu der die Mitarbeiter Vertrauen haben. Optimalerweise sollte die Führungskraft ein solides, humanistisches Wertegerüst haben, das gleichzeitig Raum für Flexibilität lässt, um situativ passend auf Menschen und Umstände reagieren zu können. Das steht und fällt mit der inneren Haltung.

Drei Elemente prägen die innere Haltung: 
1. Die Menschliche Grundposition
Sie beschreibt, wie Menschen sich selbst und andere erleben, welches Menschenbild sie haben, wie sie mit Problemen umgehen und Ziele erreichen. Nach der Transaktionsanalyse lassen sich vier Positionen unterscheiden, die das jeweilige Menschenbild spiegeln. Vereinfacht gesagt, geht es darum, ob man sich und andere generell als „in Ordnung und wertvoll“ wahrnimmt, oder eben nicht:

  • Jemand mit der Lebensgrundposition „Ich bin OK. Du bist OK.“ Wird mit sich und anderen tendenziell wertschätzend umgehen. Selbst- und Fremdreflexion findet relativ urteilsfrei statt. Lösungsorientiertes Handeln ist bei dieser Grundposition stark ausgeprägt. Es findet Begegnung auf Augenhöhe statt, unabhängig von den jeweiligen Hierarchie. 
  • Jemand mit einer Lebensgrundposition „Ich bin OK. Du bist nicht OK.“ geht tendenziell eher abwertend mit Menschen um, stellt sich selbst aber kaum infrage. Lösungsorientierung ist eher eingeschränkt. Die Person erhöht sich gern über andere Menschen, unabhängig von der Hierarchie. Dadurch kann es zu (un)bewussten Spannungen kommen. Denn die wenigsten Menschen mögen es, wenn auf sie herab geblickt wird. „Der hält sich wohl für was Besseres.“ sind da ganz typische Sätze. Je nachdem, welche hierarchische Struktur die Beteiligten inne haben, kann dies noch zusätzliches Konfliktpotenzial bergen. Blickt ein Mitarbeiter gar auf seinen Chef herunter, wird es ganz besonders spannend.
  • Jemand mit einer Lebensgrundposition „Ich bin nicht OK. Du bist OK.“ wertet sich selbst ab und gibt sich gern die Schuld an Missständen. Lösungsorientierung ist stark eingeschränkt. Das Handeln ist eher reaktiv statt proaktiv. Führungskräfte, die zu einem Minderwertigkeitsgefühl tendieren, werden von ihren Mitarbeitern weniger in ihrer Position respektiert. 
  • Jemand mit der Lebensgrundposition „Ich bin nicht OK. Du bist nicht OK.“ hat eine negative Einstellung sich und anderen gegenüber. Abwertung aller Beteiligten ist die Regel. Diese Haltung führt letztlich am stärksten zu einer dauerhaften psychischen Belastung, die Gesundheit schwächt und in eine körperliche oder seelische Krankheit führen kann.

Grundsätzlich bewegen wir uns alle mal in der einen oder anderen Position, abhängig davon, welche Situation gerade vorherrscht, wie unsere Tagesverfassung ist und welche Menschen beteiligt sind. Ebenso kann dies auch ganze Gruppenprozesse prägen. Abteilungen können jahrelang in einer dieser Positionen verharren. Ein klassisches Beispiel sind Fußballspiele. Ob Sie nur vor dem Fernseher sitzen oder sich in einem Verein engagieren. Sobald Sie für ein Team sind, sind sie automatisch gegen das andere und nehmen die Position „Ich/Wir sind OK. Die anderen sind NICHT OK.“ ein. Oder Sie befinden sich in einem Sprachkurs, in dem alle bereits perfekt die neue Fremdsprache beherrschen, nur Sie noch nicht. Da kann sich ein Gefühl von „Ich bin NICHT OK. Die anderen sind OK.“ einstellen. Entscheidend für die generelle innere Haltung, für Authentizität und Glaubwürdigkeit ist jedoch die tief verankerte Grundposition, die ein Mensch hat. 

2. Die Glaubenssätze
Glaubenssätze helfen uns dabei, uns zu orientieren und unser Leben zu organisieren. Sie haben immer einen Nutzen und sind unsere Überzeugungen, wie wir selbst und die ganze Welt funktionieren. Generell lassen sich Glaubenssätze in stärkende und schwächende Glaubenssätze unterscheiden und zeigen Gedankenmuster auf. Sie regeln den Umgang mit uns selbst und mit anderen. Beispiele und weitere Hintergrundinfos zu Glaubenssätze finden Sie in meinem Blog unter https://gabrielawischeropp.de/gesunde-fuehrung-und-die-macht-der-glaubenssaetze.

3. Die Werte
Unsere Werte sind die Grundlage für unser Verhalten und für unsere Entscheidungen, ob bewusst oder unbewusst. Sie prägen unseren Charakter und unsere emotionalen Zustände. Können wir unsere Werte größtenteils leben, fühlen wir uns gut. Sind wir mit Menschen zusammen, die andere, eventuell sogar gegenteilige Werte haben, kommt es schnell zu Spannungen oder Konflikten. Oft geht damit auch eine Abwertung der anderen Person einher, weil wir unsere Werte als „besser“ oder „wichtiger“ erachten. Toleranz und Akzeptanz, ja Menschenliebe, hängt aber maßgeblich damit zusammen, ob wir die Werte anderer als gleichrangig und eben nur „anders“ betrachten.

Gleiches gilt sogar im Umgang mit uns selbst. Immer wieder müssen wir Entscheidungen treffen, in denen vielleicht zwei Werte, die uns wichtig sind, aufeinander prallen, beispielsweise Sicherheit und Freiheit. Dann müssen wir gewichten. Je nach Situation kann sich die Werte-Hierarchie ändern.

Führungskräfte, die klare Werte haben und diese auch leben, sind authentisch, glaubwürdig und transparent. Sie können begründen, warum sie in bestimmten Situationen von ihren „normalen“ Werten abweichen bzw. welche Werte-Hierarchie sie haben. 

Ein wichtiger „Nebeneffekt“: Passen die Werte zum Unternehmen, gibt es also eine Kongruenz zwischen Unternehmen und Führung, gibt das Orientierung und Klarheit für die Mitarbeiter. Steht das Unternehmen beispielsweise für Innovation und Entwicklung, die Führungskraft priorisiert aber die Werte Stabilität und Sicherheit, folgt daraus meist ein Führungskonflikt, der sich auf die Mitarbeiter auswirkt. 

Beispiele für Werte:

Werte_Bedürfnisse

Ganz einfach gesagt, lässt sich das alles so zusammenfassen: Haltung gibt Halt. Haltung prägt Beziehungen. Haltung fördert oder schwächt Gesundheit. Eine Haltung zu haben, die mit Abwertung und ständiger Kritik einhergeht, versetzt alle Beteiligten in Stress und schadet auf Dauer der Gesundheit. Umgekehrt fördert ein wertschätzender Habitus und stärken- wie lösungsorientierte Führung die Gesundheit. Nachweislich lässt sich dies sogar messen: Chemisch beispielsweise durch die Ausschüttung von Neurotransmitter und Hormone, wie Serotonin oder Cortisol, als auch elektronisch durch die Veränderung der Herz- und Gehirnfrequenzen.

Eigentlich nichts Neues. Interessant ist jedoch, welche Ursachen es für die jeweilige Haltung gibt und wie man diese verändern kann, wenn sie ungesund ist.

Praxistipp: So können Sie Ihre innere Haltung reflektieren und verändern.

Eine innere Haltung zu verändern, kann eine ganz schöne Herausforderung sein. Doch wer sich dieser Herausforderung stellt, kann nur gewinnen. Die Kunst ist, sich seiner Haltung bewusst zu sein und diese wertfrei anzunehmen. Auch, wenn einem nicht unbedingt gefällt, was da auftaucht. Aber was da ist, ist nun mal da. Wahrnehmung ohne Wertung schafft Distanz. Distanz reduziert das Stressempfinden und schafft Raum für neue Möglichkeiten. 

Selbstreflexion

  • Was ist Ihnen wirklich wichtig? Welche Werte haben Sie?
  • Handeln Sie nach diesen Werten? Wenn nein, wann und warum nicht? Liegt ein anderer Wert dahinter? Oder gibt es einen Glaubenssatz, der Sie von Ihrem Wert abgebracht hat?
  • Stimmen Ihre Werte mit den Unternehmenswerten überein?
  • Wofür stehen Sie?
  • Was motiviert Sie?
  • Wodurch zeichnet sich für Sie glaubwürdiges Handeln aus?
  • Wann sind Sie glaubwürdig und authentisch?
  • Haben Sie Vorbilder? Wenn ja, welche und warum?
  • Welche Gedanken haben Sie? Wie reden Sie innerlich mit sich selbst, über andere? Ihre Gedankenmuster spiegeln Ihre innere Haltung wider.
  • Haben Sie wirkliches Interesse an anderen Menschen? 
  • Mögen Sie Menschen?
  • Sind Sie offen und neugierig auf andere Menschen?
  • Können Sie die Meinung anderer stehen lassen? Wann? Wann nicht?

Wachstum

Wenn Sie Ihre innere Haltung verändern wollen, müssen Sie sich in ein mentales Fitnesscenter begeben und lernen, sich selbst umzuprogrammieren.

  • Haben Sie eine oder mehrere Antworten gegeben, die Ihnen nicht gefallen: Gibt es Glaubenssätze, die Sie dazu finden können? Wo könnten diese herkommen? Und welchen Nutzen haben sie? Ein Beispiel: Jemand stellt fest, dass er Menschen gegenüber sehr misstrauisch ist. Dahinter könnte der Glaubenssatz stecken „Traue niemanden. Es gibt nur einen Menschen, auf den ich mich verlassen kann, und das bin ich selbst.“ Damit verbunden kann die Sorge sein, ausgenutzt oder enttäuscht zu werden. Das heißt, der Nutzen wäre in diesem Fall sich selbst zu schützen. Oft ist das bewusst machen bereits ein Schritt in die Veränderung. Ein weiterer Schritt kann sein, einen neuen Glaubenssatz zu finden, der stärkt anstatt schwächt. (s. auch https://gabrielawischeropp.de/gesunde-fuehrung-und-die-macht-der-glaubenssaetze)
  • Haben Sie eine Eigenschaft oder einen Charakterzug entdeckt, den Sie suboptimal finden? Wie wären Sie gern stattdessen? Tun Sie doch mal in manchen Situationen so als hätten Sie bereits diese Eigenschaft: Was würden Sie denken? Wie würden Sie handeln? Was würden Sie fühlen?
  • Sie haben Werte gefunden, die Ihnen wichtig sind, die Sie aber derzeit nicht leben können? Welche Möglichkeiten haben Sie, dies zu ändern?
  • Sie haben immer wieder problemorientierte oder abwertende Gedanken über sich und/oder andere? Stoppen Sie diese, indem Sie beispielsweise bewusst und konzentriert das Gegenteil denken. Oder sich auf etwas Schönes fokussieren. Manchen Menschen stellen sich beispielsweise auch ein Stopp-Schild vor. Auch, wenn dies erst mal ungewohnt ist und Energie kostet. Jeder Gedanke, den Sie regelmäßig denken, hinterlässt Spuren in Ihrem Gehirn und verfestigt die dazugehörige Emotion und Verhaltensweise. Bei negativen Gedanken verfestigen Sie so krankmachende Muster. Umgekehrt fördern Sie bei positiven Gedanken Ihre Gesundheit. Trainieren Sie sich, stärkende Gedanken und Emotionen zu haben, indem Sie diese bewusst erzeugen. 

Schätzen Sie sich wert! Egal, an welchem Punkt Sie gerade stehen. Wenn Sie Selbstwertschätzung nicht an Leistung koppeln, nimmt das Druck heraus und fördert Gesundheit!

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Gesunde Führung und die Macht der Glaubenssätze

2019-10-28T17:12:19+00:00Von |

Gesund führen kann nur, wer sich auch selbst gesund führen kann. Und das bedeutet, sich selbst möglichst gut zu kennen und ein gesundes Selbstmanagement zu haben. Hierzu gehört auch der Umgang mit den eigenen Glaubenssätzen. Daher ein kleiner Ausflug in diese spannende Welt:

Glaubenssätze-Führung

Was sind Glaubenssätze eigentlich und wo kommen sie her?

Glaubenssätze sind unsere Überzeugungen, wie wir selbst und die ganze Welt funktionieren. Sie stellen für uns eine „objektive“ Wirklichkeit dar, obwohl sie in Wirklichkeit eher mit einer Brille oder einem Filter vergleichbar sind, durch die wir uns, unsere Mitmenschen und unsere Umwelt wahrnehmen. Glaubenssätze sind Regeln, die uns erklären, was wir zu tun haben, wie wir uns verhalten müssen und wann bzw. warum bestimmte Ereignisse eintreten. Einfach ausgedrückt, erklären sie, wie wir selbst, andere Menschen, die Gesellschaft, ja die ganze Welt tickt. Konkrete Beispiele finden Sie weiter unten.

Glaubenssätze helfen uns dabei, uns zu orientieren und unser Leben zu organisieren. Sie haben immer einen Nutzen und sind eng mit unseren Werten verbunden.

Glaubenssätze entstehen aus unseren Erlebnissen und Erfahrungen. Tief verwurzelt haben sich beispielsweise Glaubenssätze aus unserer Kindheit. Aussagen und Sätze, die wir von unseren Eltern oder anderen nahe stehenden Menschen regelmäßig gehört haben. Auch Lehrer, Freunde oder Medien nahmen und nehmen noch immer einen großen Einfluss, genauso wie von uns gemachte Erfahrungen.

Generell lassen sich Glaubenssätze in stärkende und schwächende Glaubenssätze unterscheiden und zeigen Gedankenmuster auf. Ganz wichtig: Sie sind immer subjektiv. Auch, wenn wir glauben, dass unsere Sicht für alle gelten muss. Letztlich hat jeder von uns seine eigenen, individuellen Wahrheiten. Wenn Frau Müller glaubt, die Welt sei grundsätzlich schlecht und Frau Meier davon überzeugt ist, dass die Welt voller Liebe ist. Wer von beiden hat dann Recht? Voraussichtlich werden beide Damen ihre Wahrnehmung so ausrichten, dass sie ihren jeweiligen Glaubenssatz bestätigt sehen. Selbst, wenn Frau Müller Freundlichkeit erfährt und Frau Meier auf einen Betrüger herein fällt, werden beide es als Ausnahme von der Regel betrachten und sofort wieder andere Situationen sehen, die ihre wirkliche Überzeugung beweisen. So sind wir alle. Das Problem: Negative Glaubenssätze versetzen uns in Stress, setzen uns unter Druck und schwächen auf Dauer unsere Gesundheit. Sie rauben uns Energie und machen uns klein. Frau Meier wird sicher ein glücklicheres Leben führen als Frau Müller. Egal, ob ihre Sicht auf die Dinge stimmt oder nicht.

Wer sich und andere gesund führen will, tut also gut daran, sich seine negativen Gedankenmuster bewusst zu machen und zu verändern.

Beispiele schwächender Glaubenssätze:

Beispiele stärkender Glaubenssätze:

Finden Sie sich irgendwo wieder? Wie ist es Ihnen ergangen, als Sie die Sätze gelesen haben? Haben Sie bei einigen zugestimmt? Bei anderen spontan gedacht, das ist aber falsch? Das Interessante daran: Es gibt bei Glaubenssätze kein richtig oder falsch. Glaubenssätze funktionieren immer – und zwar für denjenigen, der sie für wahr hält! Das liegt daran, dass wir Menschen Filter haben, durch die wir die Welt und die Geschehnisse um uns herum wahrnehmen. Wir können Dinge ausblenden oder verstärkt wahrnehmen. In diesem Sinne gibt es keine objektive Wirklichkeit.
 
Schauen wir uns jetzt speziell das Thema Führung an. Glaubenssätze prägen Ihre Haltung und Ihr Verhalten. Ihr Mindset bestimmt, wie Sie mit anderen und mit sich selbst umgehen. Haben Sie innere Antreiber, die Sie unter Druck setzen? Wenn wir unter Druck stehen, sind wir im Stress und unsere sozialen Fähigkeiten, wie Kommunikationskompetenz, klares Denken und Empathie, leiden. Gesunde Selbstführung und gesunde Führung können dann kaum stattfinden.

Stellen Sie sich vor, wie jemand führt, der den Glaubenssatz hat, dass „Menschen von Natur aus faul sind und ungern arbeiten“. 

Und nun im Gegensatz dazu jemanden, der davon überzeugt ist, dass „Menschen produktiv sind und gern arbeiten, wenn sie einen Sinn in dem sehen, was sie tun und gute Arbeitsbedingungen haben“.

Unter welchem Chef würden Sie lieber arbeiten? Welche Haltung trifft eher auf Sie zu?
 
Oder:
 
„Die Mitarbeiter müssen mir folgen – schließlich bin ich der Boss.“  vs. „Meine Mitarbeiter folgen mir, weil sie mir vertrauen und mich anerkennen.“

Oder:
 
„Ich muss mindestens so viel Fachwissen haben, wie meine Mitarbeiter, damit sie mir nichts Falsches erzählen.“ vs. „Ich konzentriere mich darauf, das Beste aus meinen Mitarbeitern herauszuholen. Sie sind die Fachleute.“

Oder:
 
„Ich muss immer für meine Mitarbeiter da sein und jederzeit ein offenes Ohr haben.“ vs. „Ich setze klare Grenzen, wenn ich zu viel zu tun habe, um mit meinen Ressourcen optimal zu haushalten. Meine Mitarbeiter wissen immer, woran sie bei mir sind.“
 
„Ich muss immer für Harmonie im Team sorgen und darauf achten, dass es allen Mitarbeitern jederzeit gut geht.“ vs. „Meine Mitarbeiter sind für sich selbst verantwortlich. Ich gestalte proaktiv eine gute Teamkultur, soweit es in meiner Macht steht und reagiere rechtzeitig auf Konflikte. Ich erkenne meine Grenzen und hole mir gegebenfalls Unterstützung von Dritten.“

Oder:
 
„Ich darf keinen Fehler machen/keine Schwächen zeigen, weil ich sonst den Respekt meiner Mitarbeiter verliere.“ vs. „Fehler zu machen ist menschlich. Wahre Größe zeigt sich darin, offen mit Fehlern/Schwächen umzugehen.“
 
Sicher fallen Ihnen auch noch andere Beispiele ein.

Praxistipp: Glaubenssätze identifizieren und verändern 

Schritt 1: Glaubenssätze erkennen und bewusst machen

Sie erkennen Glaubenssätze, wenn es entweder Verallgemeinerungen sind, „muss“ oder eine Form von „sein“ darin vorkommt, oder wenn es Regeln bzw. Schlussfolgerungen sind. Das heißt, Ursache und Wirkung bzw. Zusammenhänge verknüpft sind: „Wenn …, dann …“ oder „Aus A folgt B.“.

  • „Es ist nun mal so, dass …“ 
  • „Die Menschen/Das Leben …“
  • „Man muss/soll/kann/darf (nicht) …“
  • „Ich bin (nicht) …“
  • „Ich muss …“
  • „Es ist wichtig, dass …“
  • „Jeder sollte …“
  • „Immer wenn … , dann …“
  • „Schon immer …“

Glaubenssätze, die Sie stärken und die auch eine wohlwollende Haltung anderen gegenüber haben, sollten Sie natürlich beibehalten und vielleicht noch bewusster nutzen. Wenn Sie jedoch schwächende Glaubenssätze finden, die Sie gern ändern möchten, haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Sie nehmen wahr in welchen Situationen die Glaubenssätze auftauchen und tun ansonsten gar nichts. Interessanterweise verändert sich meist schon etwas, wenn wir uns über Sachverhalte bewusst sind. Zur Intensivierung können Sie die Glaubenssätze aufschreiben.
  • Sie wollen aktiv an einer Veränderung arbeiten. Dann können Sie die Schritte 2 und 3 nutzen.

Schritt 2: Glaubenssätze verändern

Überlegen Sie, welchen Nutzen Ihr Glaubenssatz hat. Wenn Sie bis zum Ende denken, finden Sie immer eine positive Absicht dahinter. Beispielsweise „Ich muss meine Mitarbeiter immer kontrollieren, sonst erledigen sie ihre Arbeit nicht.“ Dahinter kann der Wunsch nach Effizienz, Produktivität und Erfolg stehen und die Verknüpfung einer Schlussfolgerung: Mein Team ist nur dann effizient oder produktiv, wenn ich es ständig kontrolliere. Das heißt, der Nutzen ist sehr erstrebenswert, nur die gewählte Strategie kann auf Dauer für alle Beteiligten ganz schön anstrengend sein. 

Es gilt also, denselben Nutzen mit einer anderen Vorgehensweise zu erreichen. Einen Weg zu gehen, der gesünder ist. 
 
Wenn Sie den Nutzen gefunden haben, formulieren Sie den Glaubenssatz um und überlegen neue Strategien. Aber Vorsicht: Nur allzu gern stellen wir uns dabei selbst Fallen. So sollten beispielsweise Worte wie „nicht“ oder „kein“ nicht vorkommen, da Sie die schwächenden Schlüsselworte meist trotzdem behalten und verstärkt werden. Im obigen Beispiel sollte es also nicht heißen „keine Kontrolle mehr auszuüben“, sondern eher „Ich vertraue meinen Mitarbeitern und mein Team ist produktiv und erfolgreich.“ Fühlt sich wahrscheinlich seltsam an, wenn Kontrolle mit Vertrauen getauscht werden soll. Aber das ist das Interessante daran. Denn es soll ja eine schwächende Eigenschaft durch eine stärkende ersetzt werden. Und das ist natürlich erst mal ungewohnt und löst Widerstände aus.

Nehmen Sie sich ein paar Sekunden Zeit, sich tatsächlich mal in diesen Satz hinein zu fühlen und damit den Nutzen zu verknüpfen: Auch mit Vertrauen kann Effizienz und Produktivität erreicht werden. Vielleicht auch damit, Aufgaben zu delegieren. Was würde sich verändern, wenn dieser Glaubenssatz wahr wäre? Aber denken Sie daran, Glaubenssätze sind immer individuell und subjektiv. Sie müssen auch nicht gleich eine 180-Grad-Wende machen. Spielen Sie mit neuen Glaubenssätzen und lassen Sie sie einfach mal wirken.
 
Wenn Sie wirklich neue Glaubenssätze installieren wollen, gehen Sie immer auch in die jeweilige Emotion hinein. Allein über das Denken dauert es deutlich länger. Das liegt daran, dass unsere Glaubenssätze sich in neuronalen Netzen im Gehirn verfestigt haben. Untersuchungen haben gezeigt, dass Glaubenssätze bestimmte Hirnregionen aktivieren. Wenn Sie tief sitzende Muster auflösen wollen, müssen sich diese neuronalen Netze abbauen und neue aufbauen. Das geht schneller, je öfter und intensiver Sie die dazugehörigen Emotionen empfinden. Also beispielsweise das Vertrauen wirklich fühlen. 

Schritt 3: So tun als ob.

Auch, wenn Sie noch nicht die neue innere Überzeugung so verinnerlicht haben, wie Sie es sich wünschen, tun Sie so als ob!  Schlüpfen Sie in eine neue Rolle und probieren Sie aus, wie es sein könnte. Auch das hat direkten Einfluss auf Ihr Gehirn. Sich selbst umzuprogrammieren, erfordert regelmäßiges Üben!

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Praxistipp: So können Sie Stress reduzieren.

Schritt 1: Selbstreflexion

Gewahrsein, Achtsamkeit und Bewusstsein sind die Zauberworte. Wie Sie es auch immer nennen wollen, der erste Schritt für eine gesunde Selbstführung ist ein bewusster, wertschätzender Umgang mit sich selbst. Dabei müssen Sie erst mal noch gar nichts ändern. Nehmen Sie einfach erst mal nur wahr, ob Sie sich in einer Stressfalle befinden. Was Sie dafür brauchen: Etwas Zeit zum inne halten und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Stellen Sie sich vielleicht folgende Fragen:

  • Wie fühle ich mich?
  • Was macht der Stress mit mir?
  • Welche Strategien habe ich, mit Stress umzugehen? Und sind diese wirklich auf Dauer gesund für mich oder verdränge ich nur?

Schritt 2: Identifikation der Stressfaktoren

Generell lassen sich Stressfaktoren in drei Bereiche unterteilen:

  • Äußere Stressoren: Budget- und Zielvorgaben, Termindruck, Reizüberflutung, ständige Unterbrechungen, mangelhafte Kommunikation …
  • Innere Stressoren: eigene Erwartungshaltung, Glaubenssätze, Werte, Gedankenmuster …
  • Soziale Stressoren: schlechtes Betriebsklima, schlechte Führung, Konflikte mit Kollegen, Mobbing …

Machen Sie sich klar, welche Faktoren Sie wirklich stressen. Auf welche haben Sie Einfluss?

Schritt 3: Lösungen finden

  • Was können Sie ändern: kurz-, mittel-, langfristig?
  • Welche Strategie ist hierfür die richtige?
  • Müssen Sie dafür Ihren „inneren Schweinehund“ überwinden? Ist es Ihnen das wert?
  • Welche Faktoren entziehen sich Ihrer Kontrolle? Und wie können Sie dann damit umgehen? Vor allem, wenn Dritte involviert sind, die sich unserer Meinung nach anders verhalten sollten, stoßen wir schnell an Grenzen. Denn andere Menschen zu ändern, liegt nicht in unserer Macht. Die Herausforderung besteht darin, uns emotional so zu regulieren, dass wir uns selbst stärken. Und das kann bedeuten, sich mental umzuprogrammieren. William James, Begründer der amerikanischen Psychologie, sagte einmal: „Wer seinen Geist verändern kann, kann sein Leben verändern.“ Und „Der Glaube bringt die Tatsache hervor.“ Heute weiß die Neurowissenschaft, dass unsere Gedanken, unsere Einstellungen und unsere Glaubenssätze, direkten Einfluss auf unseren körperlichen und mentalen Zustand haben. Die damit verbundenen Emotionen verursachen chemische Reaktionen, wirken auf unser Autonomes Nervensystem und unser Herz, die wiederum mehr als 90 % unserer Körperprozesse steuern.

Wie Sie sich umprogrammieren können? Stellen Sie sich beispielsweise vor, wie Sie sich in einer bestimmten Situation fühlen wollen. Statt vielleicht ärgerlich oder frustriert zu sein, lieber gelassen und ruhig. Versetzen Sie sich bewusst in diesen Zustand:

  • Wie würden Sie sich dann fühlen?
  • Wie verhalten?
  • Was würden Sie sagen und denken?
  • Welche Auswirkungen hätte das auf Sie selbst und auf Ihre Umgebung?

Selbst, wenn Sie diesen Zustand nur einige Sekunden aufrechterhalten können, bewirken Sie damit bereits etwas. Und je öfter Sie sich mental umprogrammieren, desto eher wird es für Sie zu einer neuen Gewohnheit werden. Im Gehirn werden dafür neue, neuronale Netze geschaffen. Das lässt sich heute sogar messen

Praxistipp: So können Sie Stress reduzieren.

Schritt 1: Selbstreflexion

Gewahrsein, Achtsamkeit und Bewusstsein sind die Zauberworte. Wie Sie es auch immer nennen wollen, der erste Schritt für eine gesunde Selbstführung ist ein bewusster, wertschätzender Umgang mit sich selbst. Dabei müssen Sie erst mal noch gar nichts ändern. Nehmen Sie einfach erst mal nur wahr, ob Sie sich in einer Stressfalle befinden. Was Sie dafür brauchen: Etwas Zeit zum inne halten und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Stellen Sie sich vielleicht folgende Fragen:

  • Wie fühle ich mich?
  • Was macht der Stress mit mir?
  • Welche Strategien habe ich, mit Stress umzugehen? Und sind diese wirklich auf Dauer gesund für mich oder verdränge ich nur?

Schritt 2: Identifikation der Stressfaktoren

Generell lassen sich Stressfaktoren in drei Bereiche unterteilen:

  • Äußere Stressoren: Budget- und Zielvorgaben, Termindruck, Reizüberflutung, ständige Unterbrechungen, mangelhafte Kommunikation …
  • Innere Stressoren: eigene Erwartungshaltung, Glaubenssätze, Werte, Gedankenmuster …
  • Soziale Stressoren: schlechtes Betriebsklima, schlechte Führung, Konflikte mit Kollegen, Mobbing …

Machen Sie sich klar, welche Faktoren Sie wirklich stressen. Auf welche haben Sie Einfluss?

Schritt 3: Lösungen finden

  • Was können Sie ändern: kurz-, mittel-, langfristig?
  • Welche Strategie ist hierfür die richtige?
  • Müssen Sie dafür Ihren „inneren Schweinehund“ überwinden? Ist es Ihnen das wert?
  • Welche Faktoren entziehen sich Ihrer Kontrolle? Und wie können Sie dann damit umgehen? Vor allem, wenn Dritte involviert sind, die sich unserer Meinung nach anders verhalten sollten, stoßen wir schnell an Grenzen. Denn andere Menschen zu ändern, liegt nicht in unserer Macht. Die Herausforderung besteht darin, uns emotional so zu regulieren, dass wir uns selbst stärken. Und das kann bedeuten, sich mental umzuprogrammieren. William James, Begründer der amerikanischen Psychologie, sagte einmal: „Wer seinen Geist verändern kann, kann sein Leben verändern.“ Und „Der Glaube bringt die Tatsache hervor.“ Heute weiß die Neurowissenschaft, dass unsere Gedanken, unsere Einstellungen und unsere Glaubenssätze, direkten Einfluss auf unseren körperlichen und mentalen Zustand haben. Die damit verbundenen Emotionen verursachen chemische Reaktionen, wirken auf unser Autonomes Nervensystem und unser Herz, die wiederum mehr als 90 % unserer Körperprozesse steuern.

Wie Sie sich umprogrammieren können? Stellen Sie sich beispielsweise vor, wie Sie sich in einer bestimmten Situation fühlen wollen. Statt vielleicht ärgerlich oder frustriert zu sein, lieber gelassen und ruhig. Versetzen Sie sich bewusst in diesen Zustand:

  • Wie würden Sie sich dann fühlen?
  • Wie verhalten?
  • Was würden Sie sagen und denken?
  • Welche Auswirkungen hätte das auf Sie selbst und auf Ihre Umgebung?

Selbst, wenn Sie diesen Zustand nur einige Sekunden aufrechterhalten können, bewirken Sie damit bereits etwas. Und je öfter Sie sich mental umprogrammieren, desto eher wird es für Sie zu einer neuen Gewohnheit werden. Im Gehirn werden dafür neue, neuronale Netze geschaffen. Das lässt sich heute sogar messen

Von der Stressfalle zu mehr Gelassenheit: eine ganz schöne Herausforderung!

2019-10-22T16:54:58+00:00Von |

Raus-Stressfalle-Gelassenheit

Oh, wie gern hätten wir gerade für dieses Thema schnelle Lösungen. Und das Angebot an Heilsversprechen ist groß: Unzählige Seminare geloben sofortige Ergebnisse. Verschiedenste Methoden suggerieren, den ultimativen Weg zu zeigen. Massenhafte Artikel geben Tipps für den Umgang mit Stress.

Da kann ich nicht widerstehen und reihe mich doch glatt mal ein … Allerdings vorweg: eine schnelle Lösung kann ich nicht anbieten und die eine Strategie auch nicht. In letzter Konsequenz muss jeder selbst die Verantwortung übernehmen, für sich einen Weg zu finden und zu gehen, den er oder sie für richtig hält. Und das ist immer ein Prozess – und mit lebenslangem Lernen verbunden.

Seriöse Berater und Trainer können diesen Prozess persönlichkeitsorientiert begleiten, Angebote machen und Impulse geben, damit jeder einzelne seine körperliche und mentale Gesundheit fördern kann. Die erfolgreiche Umsetzung jedoch, ist individuell unterschiedlich. Auch, wenn es einige Gemeinsamkeiten gibt.

Wer raus aus der Stressfalle will, sollte sich erst einmal bewusst machen, überhaupt in der Falle zu sitzen. Klingt paradox, ist aber tatsächlich gar nicht so weit her geholt. Denn wir alle haben unsere ganz persönlichen Gewohnheiten entwickelt mit Stress umzugehen. Manchmal sind uns unsere eigenen Verhaltensmuster schon so vertraut geworden, dass wir Stress gar nicht mehr als solchen wahrnehmen. Wir können uns so gut an Belastungen gewöhnen, dass wir sie als normal empfinden. Dabei spielt uns unser Gehirn einen gefährlichen Streich. Insbesondere bei Dauerstress hat unser Gehirn neuronale Netze angelegt, die automatisch auf bestimmte Reize reagieren. Und je öfter wir ein Verhalten oder eine Denkweise wiederholen, desto mehr festigt sich dieses Netzwerk. Die Folge: Wir sind einem bekannten Reiz ausgesetzt, denken gar nicht mehr nach und reagieren automatisch. Unsere Synapsen steuern unser Verhalten, sogar dann, wenn wir es eigentlich besser wüssten. Vielleicht kennen Sie das auch: So manch einer greift verstärkt zu Süßigkeiten, wenn er unter Druck steht. Meistens noch mit dem Satz „Ich sollte eigentlich nicht so viel Schokolade essen.“ Und schiebt sich dann trotzdem genüsslich das nächste Stück in den Mund. Andere ärgern sich ständig über ihren Vorgesetzten und „gönnen“ sich anschließend erst mal eine Pause, indem sie anfangen auf ihrem Handy zu spielen, zu streamen oder andere virtuelle Ablenkungen zu suchen. Alkohol, Rauchen, Drogen oder exzessiver Sport gehören natürlich auch in einem solch gewohnheitsmäßigen Verhaltensrepertoire. Wieder andere geben Druck gern weiter: an Mitarbeiter, Partner, Kinder oder die Dame an der Supermarktkasse. Auch beim Autofahren reagiert sich der eine oder andere gern mal ab.

Werden solche Verhaltensmuster zum Dauerzustand, machen sie nicht nur latent unzufrieden, sondern schaden auch der Gesundheit. Erst, wenn unser Körper reagiert, trifft es uns „auf einmal wie ein Paukenschlag“. Dann fallen Sätze wie „Ich war mir gar nicht bewusst, so unter Druck gestanden zu haben.“ Oder wenn der Kollege plötzlich einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleidet, die Mitarbeiterin ein Magengeschwür hat, erschrecken wir, halten kurz inne, überlegen, ob uns das auch passieren könnte und machen dann kurze Zeit später doch weiter wie zuvor.
 
Warum? Weil Gewohnheiten zu ändern, gar nicht so leicht ist. Diese Routinen haben ja immer auch einen Nutzen: dem Stress zu entfliehen, Dampf abzulassen oder positiv ausgedrückt, sich zu entspannen und sich wieder gut zu fühlen. Dass wir letztlich den Teufel mit dem Beelzebub austreiben, zeigt sich erst nach Jahren, wenn wir nur die Symptome gelindert haben, aber die eigentliche Ursache bestehen blieb.
 
Wollen wir Gewohnheiten, die uns letztlich krank machen und schaden, wirklich ändern, müssen wir den Nutzen, den wir durch sie haben, durch neue Verhaltensweisen ersetzen. Und diese zu finden, ist manchmal gar nicht so leicht. Wer abends durch mehrere Feierabendbiere oder Gläser Rotwein entspannt und plötzlich darauf verzichten soll, kommt letztlich wieder in Stress, wenn es keinen anderen Ausgleich gibt. Und dieser andere Ausgleich ist nicht für jeden gleich. Gern werden Ratschläge erteilt, wie „geh doch ins Fitnessstudio“, „fang an zu meditieren“ oder „mach Yoga“. Was den einen hilft, muss für den anderen noch lange nicht gut sein.

Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Faktor: Jeder Mensch hat sein individuelles emotionales Verhaltensmuster angelegt, wie er oder sie auf bestimmte Situationen reagiert. Entscheidend dafür, ob wir im Stress sind, ist unser jeweiliger emotionaler Zustand. Wie reagieren wir auf äußere Rahmenbedingungen?

Mit jeder Reaktion gehen chemische Prozesse im Körper einher, die uns entweder stärken oder schwächen – und nach denen wir im wahrsten Sinne des Wortes – süchtig sein können. Unabhängig davon, ob es unangenehme oder angenehme Emotionen sind. Ein bekanntes Beispiel sind „Adrenalin-Junkies“. Aber auch in unserem normalen Alltag kennen wir vertraute Emotionen: Angespanntheit, Sorgen, Melancholie, Ängste oder Wut können uns ebenso süchtig machen, wie Begeisterung, Euphorie oder Verliebt sein. Zum einen geben uns diese bekannten Emotionen Sicherheit, denn wir kennen sie, haben gelernt mit ihnen umzugehen und glauben daher, eine gewisse Kontrolle zu haben. Zum anderen hat sich unser Körper an den Hormoncocktail gewöhnt, den wir mit diesen Emotionen produzieren. Oft ist es für uns gar nicht vorstellbar, auf eine immer wieder kehrende, bekannte Situation ganz anders zu reagieren. Ungewohntheit birgt Unsicherheit. Und uns sicher zu fühlen, ist für unser Steinzeitgehirn überlebensnotwendig. Veränderungen hingegen führen erst einmal ins Ungewisse. Tief in unserem Inneren, fürchten wir, dass das gefährlich für uns werden kann.
 
Gewohnheiten zu ändern, ist also eine ganz schöne Herausforderung, der wir uns meist erst dann stellen, wenn es Zwänge gibt. Die können von außen kommen, wenn beispielsweise eine gravierende Veränderung in der Firma ansteht, oder von innen, wenn es zu einer schweren körperlichen Erkrankung kommt.
 
Glücklicherweise entwickeln wir Menschen uns aber stetig weiter. Wir begreifen immer mehr, dass wir bereits präventiv für uns sorgen sollten. Rechtzeitig eine gesunde Balance und neue Verhaltensmuster zu finden, die echte Zufriedenheit bringen.

Interessanterweise gilt das auch für Unternehmen. Viele Firmen sahen sich erst gezwungen, ein Gesundheitsmanagement einzuführen, als die Auswirkungen mess- und sichtbar wurden. Also die Arbeitsausfälle aufgrund psychischer Belastung anstiegen, sich Fehlerquoten erhöhten, Leistungsfähigkeit und Produktivität sanken. Mittlerweile wächst jedoch das unternehmerische Bewusstsein, die Gesundheit der Mitarbeiter proaktiv und präventiv zu fördern. Eine gesunde Unternehmenskultur zu etablieren und zu halten wird zu einem permanenten Prozess. Zwar stehen wir hier erst an der Schwelle, aber das Bewusstsein wächst.

Praxistipp: So können Sie Stress reduzieren.

Schritt 1: Selbstreflexion

Gewahrsein, Achtsamkeit und Bewusstsein sind die Zauberworte. Wie Sie es auch immer nennen wollen, der erste Schritt für eine gesunde Selbstführung ist ein bewusster, wertschätzender Umgang mit sich selbst. Dabei müssen Sie erst mal noch gar nichts ändern. Nehmen Sie einfach erst mal nur wahr, ob Sie sich in einer Stressfalle befinden. Was Sie dafür brauchen: Etwas Zeit zum inne halten und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Stellen Sie sich vielleicht folgende Fragen:

  • Wie fühle ich mich?
  • Was macht der Stress mit mir?
  • Welche Strategien habe ich, mit Stress umzugehen? Und sind diese wirklich auf Dauer gesund für mich oder verdränge ich nur?

Schritt 2: Identifikation der Stressfaktoren

Generell lassen sich Stressfaktoren in drei Bereiche unterteilen:

  • Äußere Stressoren: Budget- und Zielvorgaben, Termindruck, Reizüberflutung, ständige Unterbrechungen, mangelhafte Kommunikation …
  • Innere Stressoren: eigene Erwartungshaltung, Glaubenssätze, Werte, Gedankenmuster …
  • Soziale Stressoren: schlechtes Betriebsklima, schlechte Führung, Konflikte mit Kollegen, Mobbing …

Machen Sie sich klar, welche Faktoren Sie wirklich stressen. Auf welche haben Sie Einfluss?

Schritt 3: Lösungen finden

  • Was können Sie ändern: kurz-, mittel-, langfristig?
  • Welche Strategie ist hierfür die richtige?
  • Müssen Sie dafür Ihren „inneren Schweinehund“ überwinden? Ist es Ihnen das wert?
  • Welche Faktoren entziehen sich Ihrer Kontrolle? Und wie können Sie dann damit umgehen? Vor allem, wenn Dritte involviert sind, die sich unserer Meinung nach anders verhalten sollten, stoßen wir schnell an Grenzen. Denn andere Menschen zu ändern, liegt nicht in unserer Macht. Die Herausforderung besteht darin, uns emotional so zu regulieren, dass wir uns selbst stärken. Und das kann bedeuten, sich mental umzuprogrammieren. William James, Begründer der amerikanischen Psychologie, sagte einmal: „Wer seinen Geist verändern kann, kann sein Leben verändern.“ Und „Der Glaube bringt die Tatsache hervor.“ Heute weiß die Neurowissenschaft, dass unsere Gedanken, unsere Einstellungen und unsere Glaubenssätze, direkten Einfluss auf unseren körperlichen und mentalen Zustand haben. Die damit verbundenen Emotionen verursachen chemische Reaktionen, wirken auf unser Autonomes Nervensystem und unser Herz, die wiederum mehr als 90 % unserer Körperprozesse steuern.

Wie Sie sich umprogrammieren können? Stellen Sie sich beispielsweise vor, wie Sie sich in einer bestimmten Situation fühlen wollen. Statt vielleicht ärgerlich oder frustriert zu sein, lieber gelassen und ruhig. Versetzen Sie sich bewusst in diesen Zustand:

  • Wie würden Sie sich dann fühlen?
  • Wie verhalten?
  • Was würden Sie sagen und denken?
  • Welche Auswirkungen hätte das auf Sie selbst und auf Ihre Umgebung?

Selbst, wenn Sie diesen Zustand nur einige Sekunden aufrechterhalten können, bewirken Sie damit bereits etwas. Und je öfter Sie sich mental umprogrammieren, desto eher wird es für Sie zu einer neuen Gewohnheit werden. Im Gehirn werden dafür neue, neuronale Netze geschaffen. Das lässt sich heute sogar messen

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Führen mit Herz: von der Kämpfernatur zum Weichei?

2019-10-14T10:07:36+00:00Von |

Immer wieder ist zu lesen, dass sich das Selbstverständnis von Führungskräfte verändern muss, Fähigkeiten erweitert werden sollen und Führungskräfte vor allem die Aufgabe haben, ihre Teams so zu entwickeln, dass sie zufriedener und motivierter sind, um letztlich leistungsfähiger zu werden. Streng hierarchische und autoritäre Führungsstile haben ausgedient. Wenn es darum geht, optimale betriebliche Ergebnisse zu erzielen und gleichzeitig im Wettbewerb um die besten Fachkräfte zu bestehen, sind andere Führungsstile gefragt. Führung auf Augenhöhe soll es sein, situativ, empathisch und gesund noch dazu. Doch wie so oft – das theoretische Wissen eilt der praktischen Umsetzung voraus. Persönlichkeits- und Führungskräfteentwicklung geht selten über Nacht. Es ist ein Prozess, der aktiv gestaltet werden muss. Doch wie kann der ablaufen?

Konsequent zu Ende gedacht lautet die Lösung: Zur Steigerung von Zufriedenheit, Motivation, Arbeitsqualität, Leistung und Gesundheit, zur Rekrutierung und Bindung von Fachkräften, braucht es nicht nur den Verstand, sondern vor allem das Herz und die dazugehörigen Qualitäten!
 
Was? Wie bitte? Sollen Führungskräfte jetzt zu Teetrinkern werden und mit ihren Mitarbeitern erst mal auf Kuschelkurs gehen? – Nein, natürlich nicht! Denn was sich vielleicht im ersten Moment nach spirituellem Quatsch anhört, ist tatsächlich knallharte Wissenschaft. Körperliche und mentale Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Identifikation mit dem Unternehmen, Engagement, Selbstverantwortung und Motivation stehen in direkter Verbindung mit unserem Herz und unserem Gehirn. Lösen dort chemische Prozesse aus. Und: Psychokardiologische Forschungen zeigen, dass unser Herz sogar unser Gehirn steuert. Deshalb gilt es, dem Herzen mehr Bedeutung und Aufmerksamkeit zu schenken!

Schauen wir mal hin, welche Bereiche mit dem Herzen verbunden sind:

Die Psyche,

also die emotionale Gesundheit mit Qualitäten wie Wertschätzung, Empathie, Kommunikationsfähigkeit, Mitgefühl und Fürsorge. Aber auch Klarheit, Intuition, Weisheit, Entscheidungsfähigkeit und Visionen werden dem Herzen zugeordnet. Eigenschaften, die Gesundheit fördern und die auch Führungskräfte haben sollten. Heute wissen wir, dass psychische Belastungen sich auf Herz und den gesamten Körper auswirken. Dabei spielt die Führungskompetenz eine wesentliche Rolle. Diesen Prozess gilt es, proaktiv umzukehren und eine herzgesunde Führung zu fördern. 

Die Physis,

also die körperliche Gesundheit, die vom Herz gemeinsam mit dem autonomen Nervensystem reguliert wird. Zusammen steuern Herz und Nervensystem mehr als 90 % unsere körperlichen Vorgänge. 

Körperliche, psychische und mentale Gesundheit wechselwirken miteinander und stehen nachweislich mit emotionalen Zuständen in Zusammenhang.

Wir alle wissen, dass Wut, Ärger, Stress, Sorgen, Unzufriedenheit, Frustration, Angst nicht nur der Produktivität und Leistungsfähigkeit schaden, sondern auf Dauer sogar krank machen können. Freude, Wertschätzung und Begeisterung hingegen steigern Motivation und fördern Gesundheit.

Doch warum ist das so? Die Neurowissenschaft weiß heute, dass jede Emotion mit einer chemischen Reaktion in unserem Körper einhergeht. Somatische Marker wird dies in der Fachsprache genannt. Jede bewusste oder unbewusste Emotion schüttet Neurotransmitter, Hormone und andere Stoffe aus, die unser Immunsystem stärken oder schwächen. Gleichzeitig werden bestimmte Herz- und Gehirnfrequenzen erzeugt, die auch unsere mentalen Fähigkeiten beeinflussen. Das ist messbar. So lassen sich über die sogenannte Herzratenvariabilitätsmessung beispielsweise die Auswirkungen der jeweiligen Emotionen auf das Herz und den gesamten Organismus sofort sichtbar machen.

Im Alltag gibt es ein ganz banales Beispiel dafür, das Sie sicherlich gut kennen: Wenn Sie aufgeregt sind, sich Sorgen machen oder anderweitig unter Stress stehen, steigen Puls und Blutdruck. Wenn Ihr Herz rast, wie gut können Sie noch logisch denken? Und wie oft passiert uns das? Nicht nur ein Mal am Tag, sondern mehrmals bis ständig. Schnell ist in einem solchen Zustand etwas gesagt, das uns hinterher Leid tut, treffen wir zu schnelle oder falsche Entscheidungen oder stoßen Mitarbeiter, Kollegen und sogar Kunden vor den Kopf. Wird das zu einem Dauerzustand, sollte die Führungskultur im Unternehmen wahrscheinlich reflektiert und optimiert werden. 

Es gilt, proaktiv Herzgesundheit und somit Emotionen zu fördern, die eine positive Wirkung auf Herz und Gehirn haben – bei sich selbst als auch bei den Mitarbeitern. Hier kommen also wieder Führungsinstrumente wie Wertschätzung, Empathie und klare Zieldefinitionen ins Spiel. Dazu braucht es eine bewusste Emotionsregulierung. Konsequenterweise muss hier jeder erst mal bei sich selbst anfangen. Speziell für Führungskräfte gilt: Wer sich nicht selbst emotional regulieren und mit sich zufrieden, gelassen und wertschätzend umgehen kann, kann es auch nicht mit seinen Mitarbeitern.

Zudem spielt die innere Haltung eine zentrale Rolle. Führungskräfte, die eher eine misstrauische und kühle Grundhaltung gegenüber Menschen haben, werden diese emotionalen Aspekte gar nicht oder nicht authentisch leben können. Echte Wertschätzung beispielsweise ist eine bedingungslose, positive und wohlwollende Haltung sich selbst und anderen gegenüber. Sie wird dem Menschen bereits für dessen pure Existenz entgegengebracht und ist losgelöst vom jeweiligen Verhalten. Wobei letzteres deshalb durchaus in der Kritik stehen kann. Wer diese Grundhaltung nicht bereits in die Wiege gelegt bekam, muss sich diese erarbeiten. Führung ohne eine positive Grundhaltung Menschen gegenüber, stellt eine große Herausforderung dar.

Dass Anerkennung und Wertschätzung eine zentrale Rolle in der Führungskompetenz spielen und sogar einen gesunden Effekt haben, wurde in verschiedenen Studien deutlich, die folgende Ergebnisse zeigten:

  • Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird reduziert.
  • Das Depressionsrisiko gesenkt.
  • Die Arbeitsfähigkeit verbessert.
  • Auf muskulärer Ebene findet Entspannung statt.
  • Das Vertrauenshormon Oxytocin und das Leistungshormon Dopamin werden freigesetzt.
  • Wohlbefinden und Motivation werden gesteigert.

Führen mit Herz ist also keine spirituell angehauchte Floskel, sondern bedeutet körperliche, seelische und mentale Gesundheit von Mitarbeitern zu entwickeln und zu fördern. Damit sind wir letztlich wieder bei der Essenz: Ihre Führungskräfte und Ihre Mitarbeiter sind das Herz Ihres Unternehmens. Und wenn Sie die Herzgesundheit der Menschen stärken, stärken Sie auch die Herzgesundheit Ihres Unternehmens. 

Praxistipp: So kann Führung mit Herz gelingen!

Es gibt zwei Ausgangssituationen, um Emotionen bewusst zu regulieren: Sie und Ihre Mitarbeiter befinden sich in einem relativ zufriedenen Zustand, den es gilt zu halten oder gar zu steigern. Oder Sie und Ihre Mitarbeiter befinden sich bereits in einer Stresssituation und wollen in einen gesünderen Zustand kommen. Letzteres ist natürlich bedeutend schwieriger. Daher macht es großen Sinn, nicht erst Führungskräfteentwicklung zu betreiben, wenn schon der Ausnahmezustand da ist, sondern bereits präventiv und ohne Not. Eine gesunde Führungskultur sollte als fester Unternehmenswert und -prozess installiert sein. Generell gilt jedoch in allen Fällen: Bringen Sie emotionale Ruhe hinein. Das geht mit Wahrnehmung, Akzeptanz und Distanz bis es im nächsten Schritt zu Entwicklung und Veränderung kommen kann.

Schritt 1: Wahrnehmung, Akzeptanz und Distanz

  • Führen mit Herz bedeutet anzuerkennen, dass Menschen Basisbedürfnisse haben, die auch im Arbeitsleben erfüllt sein müssen, damit sie motiviert und produktiv arbeiten. Gleichzeitig wird so die psychische Belastung reduziert und Gesundheit gefördert. Vor allem die Bedürfnisse nach
    • Anerkennung, Akzeptanz, Respekt und Wertschätzung
    • Zugehörigkeit, Wir-Gefühl, Identifikation
    • Information und Kommunikation
    • Sicherheit durch eine klare und transparente Führung sowie definierte Ziele
    • Selbstkontrolle (Eines der größten Stressfaktoren für Menschen ist es, wenn sie das Gefühl haben, fremdbestimmt zu sein.)
    • Selbstverwirklichung bzw. Potenzialentfaltung
  • Machen Sie sich bewusst, dass jeder Mensch letztlich dasselbe will: Autonomie, Wertschätzung, Respekt und Sicherheit. Aufgrund unserer individuellen Herkunft und unterschiedlichen Persönlichkeiten haben wir alle nur verschiedene Strategien entwickelt, uns diese Bedürfnisse zu erfüllen. Und diese Wege wirken manchmal sehr befremdlich oder abstrus. Schauen Sie hinter die Fassade. Vielleicht sogar in das Herz Ihres Gegenübers und trennen Sie Mensch und Verhalten. Das fördert innere Distanz und Sie können gelassener mit Ihrem Gegenüber umgehen.
    • Dazu ein Beispiel: Einer Ihrer Mitarbeiter spielt sich ständig in den Vordergrund und hat zu allen Themen seine eigene Meinung, die er gern auch ungefragt jedem Kollegen mitteilt. So nervig und anstrengend dieses Verhalten auch ist, was ist sein eigentliches Ziel dahinter? Wahrscheinlich genau eines oder mehrere der menschlichen Grundbedürfnisse: ernst genommen und „gesehen bzw. gehört“ werden sowie Wertschätzung. Denn in einer Gemeinschaft „gesehen“ und „gehört“ zu werden, ist ein Urinstinkt und sichert unser Überleben. In Vergessenheit zu geraten oder nicht wahrgenommen zu werden, bedeutete in der Steppe den Tod und ist auch in unserer heutigen Gesellschaft noch eng mit unserem Steinzeitgehirn verbunden. Tiefenpsychologisch sind damit Existenzängste oder die Frage nach der eigenen Daseinsberechtigung verbunden. Mithilfe Ihres Verstandes können Sie sich das erklären, aber mit Ihrem Herzen und den dazugehörigen Fähigkeiten wie Mitgefühl und Empathie können Sie vielleicht sogar echte Wertschätzung für Ihren Mitarbeiter empfinden. Dann sind Sie selbst gelassener, können konstruktiver kommunizieren und fördern so Ihre eigene Gesundheit, wie die im Team.
  • Lernen Sie Ihren emotionalen Zustand bewusst wahrzunehmen und sich zu reflektieren. Die hohe Kunst dabei: Seien Sie wert- und urteilsfrei sich selbst gegenüber. Wenn Sie vermeintliche Schwächen, Fehler, Wut oder auch Ängste entdecken, nehmen Sie sie wahr, ohne gleich eine Wertung damit zu verknüpfen. Wertfreie Wahrnehmung bringt Distanz und reduziert eine negative emotionale Verstrickung, die wiederum Stress auslöst und dann einen negativen Effekt auf Ihr Herz und Gehirn hat.
  • Gleiches gilt in der Beziehung zu Ihren Mitarbeitern. Vor allem, wenn diese Verhalten zeigen, die in Ihnen Ärger, Frustration oder andere unangenehmen Emotionen auslösen. Versuchen Sie Ihr jeweiliges Gegenüber wie vorab beschrieben wahrzunehmen und mit einer wertfreien Distanz zu betrachten. Sie können dann innerlich ruhiger und lösungsorientierter führen.

Schritt 2: Entwicklung und Veränderung

  • Verknüpfen Sie Zielvereinbarungen mit Emotionen: Zahlen, Daten, Fakten allein wirken oft demotivierend und bewirken nur, dass sich die Mitarbeiter nicht als Mensch, sondern nur als Arbeitskraft und Mittel zum Zweck wahrgenommen fühlen. Stellen wie dar, welche Gewinne und Vorteile auch für die Mitarbeiter damit verbunden sind.
  • Mentale Techniken unterstützen Entwicklungsprozesse, wenn es beispielsweise darum geht, Haltungen zu verändern und Emotionen zu regulieren.
  • Geben Sie sich und Ihren Führungskräften die Möglichkeit, sich im Rahmen von passenden Seminaren weiterzuentwickeln. Persönlichkeitsentwicklung braucht immer wieder regelmäßig Impulse und Reflexion. Das geht im Unternehmensalltag nicht mal eben so nebenbei. Schaffen Sie Raum für Wachstum.
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Feedbackkultur vs. Überlebensinstinkt?

2019-09-27T08:38:37+00:00Von |

Feedback_Gesunde-Führung-Kultur

Stetig verändernde Arbeitsbedingungen, zunehmende agile Arbeitsformen, dezentrale Strukturen und wachsende Vernetzungen: sich selbst organisierende und optimierende Teams werden immer wichtiger. Deshalb etablieren viele Unternehmen Feedbackprozesse. Leistungen sollen verbessert, Eigeninitiative und Selbstbewusstsein der Mitarbeiter gestärkt werden, um schneller und flexibler reagieren zu können. 

Feedbackprozesse sind also ein wunderbares Instrument für unternehmerischen Erfolg – wenn sie funktionieren. Doch die praktische Umsetzung stellt oft eine Herausforderung dar. Warum? Vielleicht, weil dieser Prozess einen Urinstinkt in uns anspricht?

Schauen wir doch mal genauer hin, was Feedbackkultur überhaupt bedeutet:  

Ziel einer Feedbackkultur ist es, Verbesserungsmöglichkeiten und Fehlerquellen frühestmöglich zu erkennen, diese zu nutzen bzw. zu beseitigen. Damit verbunden ist ein individuelles wie kollektives Lernen und Weiterentwickeln, um das Wachstum von Mitarbeitern und Unternehmen zu fördern. Abläufe und Optimierungsprozesse sollen schneller werden, blinde Flecken beseitigt. Dabei müssen alle Mitarbeiter ein gemeinsames Ziel haben. Auf jeder Ebene soll Mitdenken und Mitgestalten stattfinden.

In einer funktionierenden Feedbackkultur geben sich die Mitarbeiter hierarchie-, bereichs- und funktionsübergreifend Rückmeldungen über ihre Leistung, ihr Verhalten und ihre Wirkung nach außen. Voraussetzung dafür, ist ein offenes und vertrauensvolles Miteinander und eine ebensolche Kommunikation. Ein wertschätzendes Klima ist also elementar.

Dies ist eine große Herausforderung in Unternehmen. Vergleichen wir das doch allein mal mit unserem privaten Umfeld: Schon in der Familie oder unter Freuden ist es oft gar nicht so leicht, sich Rückmeldungen über Verhalten, Wahrnehmungen und Eigenschaften zu geben. Verständlich. Denn es ist etwas zutiefst menschliches, Schwächen zu verstecken. Es sichert unser Überleben! Seit Beginn der Menschheit war es für uns wichtig, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Wir Menschen konnten nur in der Gruppe überleben. Allein waren wir der Wildnis ausgeliefert. Deshalb war es wichtig eine wertvolle Funktion in der jeweiligen Sippe zu haben. Fehler zu machen, stellte diese Funktion in Frage. Und wurden wir dann sogar noch für das Kollektiv zur Last, durch Krankheit oder andere Schwächen, konnte das den Ausstoß bedeuten.

Führungskräften kam sogar noch eine besondere Rolle zu. Sie mussten unter Umständen noch mit jüngeren Mitgliedern um ihre Position und damit um ihre Daseinsberechtigung kämpfen. Dieser Überlebensmechanismus ist noch immer tief in unserem Gehirn verankert. Eine große Herausforderung für Mensch und Unternehmen. Denn nehmen wir kritische Rückmeldungen offen an und zeigen wir Schwäche, machen wir uns angreifbar. Begeben uns sogar in die Gefahr abgelehnt zu werden. Und wer will das schon? Vor allem, wenn es um die eigene Existenz geht. Kritik zu erhalten, weckt jedoch genau diese Urinstinkte. Kritik auszuhalten und sie als Chance zu begreifen, muss von den meisten Menschen erst noch gelernt werden.

Doch die gute Nachricht:
Wir Menschen entwickeln uns stetig weiter und streben nach inneren Wachstum. Und wir haben noch einen anderen wichtigen Antrieb: Das tiefe Bedürfnis nach Akzeptanz, Respekt und Wertschätzung für die Person, die man ist – mit allen Stärken und Schwächen. Interessanterweise sind diese Qualitäten dem Herzen zugeordnet. Das heißt: Unser Gehirn und unser Herz konkurrieren hier zeitweise miteinander. Auch die Wissenschaft beschäftigt sich mit diesen Themen: Schaffen wir es unser Herz und Gehirn zu synchronisieren, stellen wir die richtigen Weichen für Wachstum, Erfolg, Zufriedenheit und Miteinander.

Und: Feedback ist essenziell für Menschen, damit sie sich erleben und spüren. Wenn wir keine Resonanz auf unser Tun bekommen, befinden wir uns in einem luftleeren Raum, der Unsicherheit und Unzufriedenheit schürt. Besonders deutlich ist das bei Kindern zu sehen, die von ihren Eltern keine Reaktion auf ihr Verhalten bekommen. Da kann es dann auch schon mal passieren, dass sie so lange provozieren bis sie eine strafende Rückmeldung erhalten. Alles ist besser als eine Nicht-Reaktion. Und auch uns Erwachsene geht es letztlich nicht anders. Entweder wir rebellieren oder ziehen uns zurück und machen maximal „Dienst nach Vorschrift“. 

Praxistipp: Was Sie beim Aufbau einer gesunden Feedbackkultur beachten sollten.

  • Geben Sie sich Zeit. Denn Feedback zu geben und zu bekommen braucht Übung und von 0 auf 100 zu kommen, geht selten über Nacht. Eine erfolgreiche Feedbackkultur zu etablieren und zu halten ist ein stetiger Entwicklungsprozess. 
  • Feedback braucht Fingerspitzengefühl, Empathie und Haltung. 
  • Feedbackprozesse müssen von der obersten Führungsebene getragen und vorgelebt werden. 
  • Feedbackprozesse können durch geeignete Instrumente, wie beispielsweise das 360-Grad-Feedback, Mitarbeitergespräche oder digitale Tools unterstützt werden. Beachten Sie aber, dass dies nur Instrumente sind, die für sich allein noch keine gesunde Feedbackkultur darstellen. Entscheidend ist die jeweilige Unternehmenskultur.
  • Feedback bedeutet nicht nur konstruktive Kritik zu üben, sondern auch Stärken und Positives regelmäßig hervorzuheben. Mitarbeiter möchten nicht nur korrigiert werden, sondern wollen auch wissen, ob sie auf „dem richtigen Weg“ sind und als Menschen geschätzt werden.
  • Trennen Sie beim Feedback Mensch und Verhalten. Besonders dann, wenn es sich um Kritik handelt, bei der Sie etwas verbessern wollen.
  • Feedback generalisiert nicht, sondern ist spezifisch. Es beschreibt sachlich eine Situation oder ein Verhalten. 
  • Feedback ist urteils- und vorwurfsfrei.
  • Feedback sollte auch aktiv eingeholt werden. 
  • Bei Feedbackprozessen wird mit Fehlern und Scheitern lösungsorientiert und ohne Schuldzuweisungen umgegangen.
  • Beim Feedback kommt es nicht nur darauf an, was gesagt wird, sondern auch wie.

Denken Sie auch daran: Wir sind alle „nur“ Menschen. Tief in uns ist es verankert, dass wir jede – und sei es noch so sachliche Bemerkung – mit einer (Be)Wertung verknüpfen. Machen Sie das bewusst. Thematisieren Sie es, wenn notwendig.

Und wenn das Feedback mal nicht so gut klappt und plötzlich das Gegenteil auslöst, dann integrieren Sie das wiederum in Ihre Feedbackkultur und geben sich auch dazu Rückmeldung …

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Wie Sie auch schwierige Mitarbeiter gesund führen können!

2019-10-14T10:09:27+00:00Von |

Da stellt sich natürlich erst einmal die Frage, was ein „schwieriger Mitarbeiter“ ist. Es gibt viele Gründe, warum ein Mitarbeiter als schwierig eingestuft wird. In der Regel ist das jedoch jemand, den man schlecht führen kann, weil er oder sie andere Ziele, andere Werte, andere Bedürfnisse, andere Strategien oder schlichtweg andere Wahrnehmungen hat. Das kann bewusst oder unbewusst sein.

Was tut man da als Führungskraft?

Gehen wir mal von einer optimalen Führungspersönlichkeit aus: Diese ist in der Lage, zeitweise ein Stück weit ihre eigenen Vorstellungen nach hinten zu stellen und in die Rolle eines Beobachters zu schlüpfen:

  • Was ist der Mitarbeiter für ein Mensch?
  • Was ist ihm oder ihr wichtig?
  • Welche Werte und Bedürfnisse versucht er oder sie mit dem gezeigten Verhalten zu erfüllen?
  • Welche Ziele hat der Mitarbeiter?
  • Welche gemeinsamen Ziele lassen sich finden?
  • Was braucht der Mitarbeiter schließlich, um sich besser führen zu lassen? 
  • Welche Möglichkeiten habe ich als Führungskraft, um Einfluss zu nehmen?
  • Und bin ich als Führungskraft bereit, das zu leisten und wo sind vielleicht meine eigenen Grenzen?

Klingt nach Aufwand. Der eine oder die andere wird sich jetzt vielleicht fragen, warum sie sich auf ihren Mitarbeiter einlassen und ihre kostbare Zeit und Kraft investieren sollen, wenn der andere doch eigentlich das Problem ist und nicht Sie. Ganz einfach: Weil Sie damit Ihre eigene als auch die Gesundheit in Ihrem Team fördern. Wenn Sie jemanden als „schwierig“ empfinden, schütten Sie bei jeder Begegnung oder sogar bei jedem Gedanken Stresshormone aus. Das schadet Ihrer körperlichen und mentalen Gesundheit. Es entsteht ein latenter Stress, der letztlich auch das gesamte Team betrifft. Ganz nach dem Motto „Eine Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied“. Ob Ihr Team eng zusammenarbeitet oder es räumlich wie fachlich größere Distanzen gibt, wenn Sie einen oder mehrere „schwierige“ Mitarbeiter in Ihrem Team haben, wirkt sich das früher oder später auf Produktivität, Motivation und Betriebsklima aus. Soziale Konflikte gehören zu den größten Stressfaktoren in Unternehmen. Als Dauerbelastung können sie krank machen und die Arbeitsqualität einschränken. 

Je besser Sie Ihre Mitarbeiter also als Mensch verstehen, desto besser können Sie führen. Das reduziert die psychische Belastung auf allen Seiten. 

Hilfreich ist es, wenn Sie sich klar machen, dass es einen Unterschied zwischen Verstehen und Einverstanden sein gibt. Wenn Sie nachvollziehen können, welche Denkweisen, Werte und Verhaltensstrategien jemand hat, vielleicht sogar die Gründe dafür kennen und den Menschen aus dessen Sicht verstehen, heißt das nicht, dass Sie auch mit dem Verhalten oder den Werten des anderen einverstanden sein müssen. Oft glauben wir, dass das auch die Konsequenz von Verständnis und Empathie sein muss. Mitnichten! Verständnis zu haben hilft, den anderen als Mensch anzunehmen. So wie er gerade ist. Das fördert eine urteilsfreiere Wahrnehmung, mehr Akzeptanz und damit auch mehr Respekt und Wertschätzung. Es heißt aber nicht, dass wir dessen Handeln und Ziele gutheißen müssen. Diese Trennung ist enorm wichtig, um es uns und dem anderen leichter zu machen, miteinander umzugehen. Gerade bei „schwierigen“ Personen, ist es höchst hilfreich, den Menschen von seinem Verhalten zu trennen.

Praxistipp: Drei Beispiele für "schwierige" Mitarbeiter und wie Sie sie gesund führen können.

Gesunde Führung bezieht sich sowohl auf das psychische Wohlbefinden Ihrer Mitarbeiter als auch auf Ihr eigenes. Dazu gehört es, reflektiert mit sich und den Mitarbeitern umzugehen. Für manche ist das ganz einfach, andere müssen sich eventuell etwas mehr anstrengen, weil sie so etwas nicht gewohnt sind. Grundsätzlich hilft es, wenn Sie einen Unterschied zwischen dem Menschen und seinem Verhalten machen.

Sie haben Minderleister oder gar Leistungsverweigerer in Ihrem Team?

Fast überall gibt es Mitarbeiter, die mehr leisten als andere. Wenn das Ungleichgewicht zu groß ist oder Sie generell den Ehrgeiz haben, Ihre Mitarbeiter und deren Potenziale zu fördern, ist es wichtig zu wissen, ob die Leistungskurve aufgrund persönlicher oder fachlicher Grenzen geringer ist, jemand nur „Dienst nach Vorschrift“ macht oder es sich gar um eine aktive Verweigerungshaltung handelt. Schauen Sie genau hin: Welche Gründe für das Verhalten gibt es? Kann der- oder diejenige vielleicht nicht die eigenen Fähigkeiten und Stärken einsetzen? Ist überlastet oder unterfordert? Gibt es Probleme mit Kollegen, Vorgesetzten oder auch privater Natur? Wertekonflikte oder mangelnde Anerkennung können ebenfalls Ursachen sein. Dementsprechend können Sie Lösungsstrategien entwerfen.
Wie reden Sie über denjenigen? Sprechen Sie von einem Minderleister oder Leistungsverweigerer oder von einem Menschen, der Minderleistung bringt oder Leistung verweigert? Die Wortwahl ist entscheidend. Sie spiegelt die jeweilige Haltung wider und zeigt, ob Sie allen Beteiligten Raum zu Veränderung lassen oder eben nicht. Haben wir jemanden bereits einen Stempel aufgedrückt, ist sein Image besiegelt. Er oder sie wird das so schnell nicht mehr los.
Sprechen wir jedoch von einem Menschen, der gerade wenig oder keine Leistung erbringt, impliziert das einen aktuellen Zustand und bedeutet gleichzeitig, dass sich dieser jederzeit wieder ändern kann. Probieren Sie das mal und sprechen Sie es sogar laut aus, wenn Sie vielleicht gerade einen bestimmten Mitarbeiter oder Kollegen im Kopf haben: „Herr Müller oder Frau Mayr sind Leistungsverweigerer.“ Oder „Herr Müller oder Frau Mayr zeigen gerade wenig oder keine Leistung.“ Verändert sich etwas?
Diese innere Haltung, nicht den Menschen zu verurteilen, sondern sein Verhalten zu kritisieren, ist ein wichtiger Schritt.
Oft geht vieles mit mangelnder Anerkennung einher. Natürlich ist es nicht so einfach, jemanden, der zu wenig Leistung zeigt, wertzuschätzen. Auf der anderen Seite: Wer geringschätzig behandelt oder klein gehalten wird, wird auch keine großen Leistungen erbringen.
Geben Sie Ihren Mitarbeitern generell regelmäßig konstruktives Feedback – negativ und positiv! Achten Sie beim negativen Feedback darauf, dass es sich um nutzbringende Kritik handelt, die sich ausschließlich auf das Verhalten bezieht. Machen Sie Ihrem Gegenüber klar, dass Sie nicht den Menschen beurteilen. Im Gegenzug darf bzw. soll positives Feedback auch den Menschen einschließen.
Wenn Sie tatsächlich nichts Positives am anderen finden können, konzentrieren Sie sich mindestens auf seine Arbeit. Seien Sie ressourcenorientiert und schauen Sie auf das Potenzial.
Können Sie ihm oder ihr für den Einsatz danken? Die Leistung loben? Den Menschen wertschätzen?
Fällt Ihnen partout nichts ein, fragen Sie doch Ihren Mitarbeiter nach seiner eigenen Einschätzung. Was hat er oder sie besonders gut gemacht. Hören Sie aktiv und empathisch zu. Wenn Sie ehrlich und authentisch sind, wird auch das schon etwas bewirken.
Sehen Sie es als Herausforderung an, den jeweiligen Mitarbeiter mehr einzubinden und zu besseren Leistungen zu motivieren.

Sie übernehmen ein neues Team oder ein Mitarbeiter wechselt von einer anderen Abteilung in Ihre?

Wenn Sie vorher schon einiges über ihn oder sie gehört haben, haben Sie sich höchstwahrscheinlich schon (unbewusst) eine Meinung gebildet. Da reichen schon so vage, etwas abfällig getätigte Aussagen von Kollegen wie „Na, da haben Sie ja jemanden übernommen.“ „Gut, dass wir den in unserer Abteilung los sind.“ Oder „Viel Spaß mit Frau Müller!“ Schon hat sich die Schublade „schwieriger Mitarbeiter“ geöffnet.
Befreien Sie sich von Vorurteilen. Wenn ein Mitarbeiter neu in Ihrem Team ist, über den Sie schon einiges Negatives gehört haben, versuchen Sie sich bewusst zu machen, dass dies Einfluss auf Ihre Einstellung hat und gehen Sie offen auf den Neuen oder die Neue zu. Machen Sie sich Ihr eigenes Bild. Die Haltung, mit der Sie jemanden begegnen, prägt Ihre Beziehung zueinander und das Verhalten des anderen. Versuchen Sie also möglichst frei und unvoreingenommen zu sein. Das beginnt immer damit, seine eigenen Vorurteile wahrzunehmen, und dann das Sichtfeld auf den anderen zu erweitern.

Antipathie

Sie mögen einen Mitarbeiter nicht und das beruht vielleicht sogar auf Gegenseitigkeit. Hier gibt es vielfältige Ursachen. Sowohl die beiden oben genannten Punkte können eine Rolle spielen als auch Charakterzüge, die Sie zur Weißglut bringen, wie ständiges Nörgeln oder die Sucht nach Aufmerksamkeit. Vielleicht erinnert der andere Sie an jemanden aus Ihrer Vergangenheit, den Sie nicht mochten: Ein ehemaliger Lehrer, mit dem Sie Probleme hatten oder eine entfernte Tante, die dominant und aufdringlich war.
Analysieren Sie die Ursachen Ihrer Antipathie:
• Was triggert Sie genau an?
• Welche Knöpfe drückt der andere bei Ihnen mit seinem Verhalten, und was löst das bei Ihnen aus?
• Sind es Eigenschaften, die mit Ihren eigenen Werten kollidieren?
• Prallen vielleicht verschiedene Bedürfnisse aufeinander?
• Oder hält Ihnen der- bzw. diejenige vielleicht gar einen Spiegel vor. Es kann sein, wenn wir selbst Anteile von diesen Eigenschaften in uns haben, die wir nicht mögen oder negieren.
Wenn Sie Ihren Mitarbeiter wirklich besser kennenlernen und sympathisch finden wollen, suchen Sie doch mal nach Ähnlichkeiten. Gemeinsamkeiten schaffen Sympathie. Auch, wenn es Ihnen schwer fällt, verändern Sie Ihren Fokus: Gibt es etwas, was Sie gemeinsam haben? Oder gibt es wenigstens bestimmte Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die Ihnen nicht völlig unsympathisch sind?
Was glauben Sie, welches Bedürfnis hinter dem Verhalten des Anderen steckt? Oder anders gefragt: Welcher Schmerz soll vielleicht verdeckt werden? Alle unsere Verhaltensweisen haben letztlich immer nur ein Ziel: entweder ein Leid zu lindern oder ein Bedürfnis zu erfüllen. Jemand der sich beispielsweise ständig in den Mittelpunkt stellt, möchte vielleicht nicht „übersehen“ werden und stattdessen anerkannt und wertgeschätzt werden. Auch, wenn das Ziel mit diesem Verhalten kaum erreicht werden wird, letztlich gibt es eine tiefe Verletzlichkeit in jedem Menschen. Seien Sie sich dessen bewusst und versuchen Sie Verhalten und Mensch voneinander zu trennen. (Gleiches gilt übrigens auch für uns selbst.)
Manchmal muss es auch gar nicht so tiefenpsychologisch werden. Abhängig von der Situation reicht manchmal schon ein klärendes Gespräch. Oft liegen Eigen- und Fremdwahrnehmung weit auseinander. Wenn jemand ständig jammert oder sich gern in den Mittelpunkt stellt, kann es sein, dass sich derjenige gar nicht in dem Maße darüber bewusst ist, wie Sie das wahrnehmen. Sprechen Sie darüber, insbesondere auch dann, wenn das Verhalten Auswirkungen auf das Team hat und sogar das gesamte Klima trübt.

Selbstverständlich ist aber auch beim besten Willen nicht immer alles mit den bestehenden Mitarbeitern lösbar. Sie können zwar Einfluss auf Menschen nehmen, Sie können sie aber nicht ändern. Das müssen die Menschen immer selbst tun. Sie können nur Impulse setzen. Sind die Fronten verhärtet und stellt ein Mitarbeiter eine übermäßige Belastung dar, kann auch eine Trennung eine Lösung sein. Gesunde Führung bedeutet auch, zum richtigen Zeitpunkt einen Schlussstrich ziehen zu können. 

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Was gesunde Führung mit Demut und Dienen zu tun hat!

2019-10-14T10:10:45+00:00Von |

Führung_Ziele_Werte

Viel! Denn die bisherigen Sichtweisen und Strategien funktionieren in unserer heutigen Welt nicht mehr. Auch die Begriffe „Führung“ und „Demut“ erfahren eine neue Definition. 

Ursprünglich stammt das Wort Demut aus dem Althochdeutschen und bezeichnet die Bereitschaft zu dienen. Während früher jedoch der Begriff vor allem im religiösen Sinn genutzt wurde und bedeutete, sich einer höheren Macht, meist der Allmacht Gottes, unterzuordnen, wurde Demut später zu einer Eigenschaft, die ein Untergebener vor seinem Herrn haben sollte.

Heute ist Demut hauptsächlich ein Begriff in der Psychologie und drückt aus, sich als Teil eines großen Ganzen zu fühlen. Dankbar zu sein, für die Rolle, die man in einer Gemeinschaft hat und für das Leben im Allgemeinen. Damit verbunden ist der Respekt vor dem eigenen Potenzial und das der anderen sowie die Haltung, die eigenen Fähigkeiten für die Gemeinschaft gewinnbringend einzusetzen. Es wird nicht das eigene Ego in den Vordergrund gestellt, sondern einem höheren Ziel oder einer Gruppe gedient. Genau das, was es braucht, um gesund zu führen. 

Demut bedeutet aber auch, nicht zu klagen, sondern Gegebenheiten zu akzeptieren. Gerade das wird oft mit Genügsamkeit, Schwäche oder Verwundbarkeit in Zusammenhang gebracht und macht eine Haltung der Demut in Führungskreisen nicht gerade beliebt. Nicht zu klagen, bedeutet aber letztlich, sich nicht in Problemen zu verlieren, sondern lösungsorientiert zu denken und zu handeln. Demut gepaart mit Ambition ist eine erfolgsversprechende Kombination.

Führung assoziieren wir oft mit Begriffe wie Konkurrenzdenken, Leistungsorientierung oder Durchsetzungsfähigkeit. Gibt es jedoch keine situative Flexibilität, das heißt je nach Kontext verschiedene Fähigkeiten einzusetzen, und prägen diese stark dominanten Eigenschaften dauerhaft den Alltag, erzeugen sie großen Druck und machen krank. Wenn dann noch so manche Führungskraft glaubt, dank ihrer Position mehr wert zu sein, zeigt sie das Gegenteil von Demut: Hochmut. Oft ein Prozess, der unbewusst abläuft. Wenn Führungskräfte sich jedoch selbst erhöhen, demotiviert das ihre Mitarbeiter. Eine Haltung, die auch spürbar ist, wenn sie sich nach außen höflich und freundlich verhalten. Generell lassen sich Mitarbeiter nicht gern von jemandem führen, der auf sie herabblickt. Es bauen sich innere Widerstände auf, es entsteht Stress, Produktivität und Teamfähigkeit leiden.

Demut fördert Leistungsfähigkeit und Gesundheit

Studien zeigen, dass Demut ein wichtiges Merkmal erfolgreicher Führungskräfte ist. Wer ungeachtet seiner Position, Erfolge und Fähigkeiten mit beiden Beinen auf dem Boden steht, begegnet Menschen auf Augenhöhe, kann die eigenen Stärken und Schwächen sowie die der Mitarbeiter bessern einschätzen und einsetzen. Führungskräfte mit der Fähigkeit zur Demut verurteilen weniger, zeigen mehr Wertschätzung und Respekt, schaffen Vertrauen, entwickeln Teamgeist, sehen Probleme oder Misserfolge als Herausforderungen an und steigern so die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter, ihre psychische Gesundheit und die Produktivität im Unternehmen. Zudem konzentrieren sich diese Führungskräfte mehr auf Ziele, Visionen und dem Team statt auf sich selbst. Der Fokus liegt auf dem Wir statt auf dem Ich.

Kennen Sie Menschen, denen Sie mehr Demut wünschen?

Vielleicht fällt Ihnen jetzt gleich jemand ein und Sie denken sich, der- oder diejenige sollte auch mal mehr Demut zeigen. Doch fangen wir mal bei uns selbst an: Sind wir alle frei von Hochmut? Was denken Sie über Ihren Chef, Ihre Chefin, Ihre Kollegen, Ihre Mitarbeiter? Besonders dann, wenn wir unsere Werte nicht beim anderen wiederfinden, neigen wir gern dazu, zu verurteilen: Uns ist Pünktlichkeit wichtig, aber da gibt es jemand, der kommt andauernd zu spät. Wir gehen erst, wenn die Arbeit erledigt ist, aber der Kollege fährt um Punkt 5 seinen Computer herunter. Die ewigen Raucher und Kaffeetrinker, die unserer Meinung nach viel zu oft und viel zu lange Pausen machen? Wie schnell fällt da ein Negativurteil? Wenn solch eine Wertung entsteht, vergleichen wir, bewusst oder unbewusst: Wer ist „besser“? Wer ist mehr „wert“? Kommen wir zu dem Schluss, dass wir besser abschneiden, schwingt hier schon etwas Hochmut mit. Das ist einerseits zutiefst menschlich, führt andererseits aber nicht zu einer echten Zufriedenheit. Die Kunst ist, sich dessen bewusst zu machen. Denn: Ständige Vergleiche und Wertungen sind trügerisch und anstrengend sowie das Gegenteil von Demut, also (unbewusster) Hochmut. Das versetzt uns und andere in Stress.
 
Wer sich letztlich immer für etwas Besseres hält – und sei es auch nur, um sein Selbstwertgefühl zu stärken -, füttert ständig seinen inneren Kritiker oder Antreiber. Und beide leben nur zu gern von den Stresshormonen Adrenalin oder Cortisol. Können wir jedoch stattdessen Demut dafür empfinden, wer wir sind, welche Position wir inne haben und welche Fähigkeiten und Erfolge uns ausmachen, macht sich Dankbarkeit und Freude breit. Wir können uns und anderen wertschätzender begegnen. Wir werden authentischer, gelassener und respektvoller. So wird Gesundheit gefördert: die eigene als auch die der Menschen in unserem Umfeld. Gefühle wie Wertschätzung, Dankbarkeit und Freude setzen Neurotransmitter frei, die positiven Einfluss auf unsere körperliche und mentale Verfassung haben. So gelingt auch Kommunikation, Lösungsorientierung und Führung deutlich besser.
 
Demut als Charakterzug von Führungskräften hat also nichts mit Softie-Mentalität, mangelnder Willenskraft oder falscher Bescheidenheit zu tun. Es geht darum, Teams für ein gemeinsames Ziel zu einen und Dominanz durch Vertrauen zu ersetzen. Führung versteht sich dann nicht mehr als Position, sondern als Aufgabe: sich und das Team motiviert und gesund zu Höchstleistungen zu führen.

Praxistipp: Mehr Demut lernen.

Demut ist eine Einstellung. Wer diese Haltung nicht schon in die Wiege gelegt bekam, lernt Demut meist dann, wenn es große Krisen, wie schwere Krankheiten oder Existenzsorgen, zu meistern gilt. Doch soweit muss es nicht kommen. Bewusstsein und Achtsamkeit helfen, sich ernst, aber nicht immer allzu wichtig zu nehmen. Freude über das Erreichte zu empfinden und sich als Teil einer Gemeinschaft zu sehen. Manchmal braucht das seine Zeit.

In einem ersten Schritt hilft es, sich die eigenen Stärken und Talente bewusst zu machen und zu schätzen. Auf eine ehrliche, dankbare Weise. Wer sich selbst mit Stärken, Fehlern und Schwächen respektiert, bringt auch anderen Respekt entgegen. Selbstakzeptanz löst eine Form von Zufriedenheit aus, die innere Ruhe gibt und Gelassenheit fördert. 
 
Spüren Sie die Dankbarkeit für die Dinge, die Sie schon haben.  

Wenn Sie die Meinung anderer zur Selbstreflexion hören wollen: Bitten Sie Mitarbeiter und Kollegen um ein ehrliches Feedback, wie sie Sie erleben. Das kann bestimmte Punkte einschließen, beispielsweise 
  • Wie gut können Sie zuhören und ausreden lassen?
  • Sind Sie offen für neue Ideen, Meinungen oder Ansichten?
  • Wollen Sie immer sofort Antworten auf Fragen, Probleme oder Herausforderungen haben? Oder gestehen Sie sich ein, nicht immer alles zu wissen und verlassen sich auf das kollektive Wissen im Team?  
Schätzen Sie Ihre Mitarbeiter. Mag sein, dass sie fachlich und charakterlich nicht immer Ihren Wünschen entsprechen, aber begegnen Sie ihnen auf einer menschlichen Ebene. Schwächen und Fehler haben wir alle. Letztlich strebt jeder nur nach innerer Ruhe, Wertschätzung und Selbstverwirklichung, auch, wenn dieses Streben manchmal äußerst seltsame Verhaltensweisen zeigt.  

Vergebung: Ja, gehört auch dazu! Hört sich vielleicht etwas spirituell an, ist aber ein wichtiges Werkzeug. Wenn Sie es schaffen, zu verzeihen: sich Ihre eigenen Schwächen, Ihren Mitarbeitern, die Ihnen vielleicht einen Bärendienst erwiesen haben, Ihren Vorgesetzten, die immer neue Anforderungen stellen, Ihren Kollegen, die einfach ihre Arbeit nicht machen – dann tun Sie sich selbst etwas Gutes! Sie entsorgen innere Altlasten und schaffen Raum für mehr Produktivität und Leistung. Das entspannt und ist gesund, weil Sie so nachweislich Ihr Immunsystem stärken! 
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Gesund Führen – Was ist das eigentlich?

2019-10-14T10:12:08+00:00Von |

Die Antwort ist zwar ganz einfach – doch die Umsetzung stellt oft eine Herausforderung dar: Wer gesund führt, schafft im Team und im Unternehmen eine Kultur des Wohlfühlens. Denn dann steigen nachweislich Produktivität, Motivation und Gesundheit.

Eigentlich klar, oder? Doch wie geht das, eine Kultur des Wohlfühlens zu schaffen? Ein Unternehmen ist ja kein Ponyhof. Natürlich geht es nicht darum, Ihre Mitarbeiter „auf Händen zu tragen“ oder ihnen jeden Wunsch zu erfüllen, sondern wichtig ist es, darauf zu achten, dass die menschlichen Grundbedürfnisse erfüllt werden.

Vor allem die Bedürfnisse nach

  • Anerkennung, Akzeptanz und Wertschätzung
  • Zugehörigkeit, Wir-Gefühl, Identifikation
  • Information (durch effektive Kommunikation)
  • Sicherheit durch eine klare und transparente Führung
  • Kontrolle (über das eigene Tun)
  • Selbstverwirklichung (durch Potenzialentfaltung)

Nicht wenig. Aber: Ob im Privat- oder Berufsleben – wenn diese Basisbedürfnisse gestillt werden, werden Gesundheit und Leistungsfähigkeit gefördert. Natürlich ist das im beruflichen Alltag nicht immer ganz so einfach und für Führungskräfte oft mit einer Mehrfachbelastung verbunden. Denn sowohl Teams kooperativ zu führen und einzelne Mitarbeiter individuell zu fördern als auch Sorge dafür zu tragen, dass die Unternehmensziele erreicht und der nächsten Vorgesetztenebene, den Gesellschaftern oder Vorstandsmitgliedern Bericht erstattet wird, ist nicht immer einfach. Wenn dann so manche Führungskraft auch noch selbst als Fachkraft in den Ring steigt und sich mit fachspezifischen Themen auseinander setzt, ist die Überlastung letztlich vorprogrammiert. Die tägliche Reizüberflutung tut ihr Übriges dazu. Der Stress steigt, während Kommunikationsfähigkeit und Empathie sinken ebenso wie Lösungsorientierung und Kreativität. Dann fällt es oft schwer, angemessen oder sogar wertschätzend zu kommunizieren und Mitarbeiter ihren Charakteren entsprechend zu führen. Trotzdem führt kein Weg daran vorbei: Wer gesund führen will, übernimmt zusätzlich zu den Sachaufgaben auch die Verantwortung ein gutes Betriebsklima zu schaffen und sich um das psychische Wohlbefinden seiner Mitarbeiter zu kümmern.

Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, bedarf es einer mentalen und körperlichen Stärke! Und das gelingt auf Dauer nur, wenn es auch gelingt, mit sich selbst wohlwollend und achtsam umzugehen. Gesund führen kann nur, wer sich auch selbst gesund führen kann!

Was hat das nun mit Gesundheit zu tun?

Quasi alles! Denn Bedürfnisse und Emotionen sind untrennbar miteinander verbunden und wirken sich direkt auf körperliche und mentale Prozesse aus. Die Neurowissenschaft weiß heute, dass Emotionen chemische Reaktionen im Körper auslösen, mit dem Nervensystem und den Herz- sowie Gehirnaktivitäten verbunden sind. Ebenso wie mit unserem Nerven- und Immunsystem. Emotionen motivieren oder blockieren, fördern oder schwächen Gesundheit. 

Jedes Ereignis, jeder menschliche Kontakt verursacht emotionale Reaktionen. Auch, wenn wir diese nicht bewusst wahrnehmen. Zuständig dafür ist unter anderem das Emotionssystem in unserem Gehirn, das es uns ermöglicht, Situationen schnell zu bewerten und in Bruchteilen von Sekunden zu reagieren, ohne dass wir darüber nachdenken müssen.

Studien zeigen, dass insbesondere die Führungskompetenz in Unternehmen eine zentrale Rolle bei der psychischen Gesundheit und der Produktivität spielt. So schließt sich der Kreis. Emotionale Kompetenz ist also ein Schlüsselfaktor in der gesunden Führung.

Emotionen – ausgerechnet! Dabei rationalisieren wir doch so gern. Und das hat durchaus einen guten Grund. Fürchten wir doch, Gefühlen ausgeliefert zu sein. Nicht die Kontrolle und bewusste Steuerung über diese zu haben. Oder nicht zu wissen, wie man mit ihnen umgehen soll. Genau das macht Menschen instinktiv Angst. Denn wir Menschen streben gern danach, Kontrolle zu haben. Das sichert unser Überleben. Glauben wir zumindest. Aber: Geht dieses Verlangen nach Kontrolle mit ständiger emotionaler Verdrängung einher, können wir uns selbst schaden und denjenigen, für die wir Verantwortung tragen. Das Unterbewusstsein weiß alles, es steuert schließlich rund 95 % unseres Lebens. Hier haben wir unsere Routinen, Überzeugungen, Glaubenssätze, Werte, Denkmuster, Programme und Blockaden geparkt. Wollen wir aber aktiv und bewusst unser Leben steuern, erfolgreich Mitarbeiter führen und Kommunikation effektiv gestalten, bedeutet dies auch eine aktive und bewusste Emotionsregulation als weitere Kompetenz zu erwerben. So erweitern wir auch unsere Fähigkeiten, Kontrolle auszuüben. 

Praxistipp: So führen Sie sich und andere gesund!

Innen statt Außen: Selbstwahrnehmung

Wenn Sie sich beispielsweise über einen Mitarbeiter ärgern, bleiben Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit erst mal bei sich. Welche Emotionen haben Sie gerade? Was ist Ihr Ziel? Wie können Sie sicherstellen, Ihr Ziel zu erreichen? Welche Reaktion wäre die bestmögliche, die auch den Anderen wohlwollend mit einbezieht?

Nehmen Sie sich Zeit

Sie müssen nicht immer sofort reagieren. Erlauben Sie sich, inne zu halten. Egal, ob Sie gerade eine spontane Herausforderung zu meistern haben oder eventuell eine Krisenzeit, die das gesamte Unternehmen betrifft. In welcher Phase Sie sich gerade befinden, generell gilt, sich in Ruhe den Ist-Zustand anzuschauen. Wie ist die Atmosphäre im Team? Können Sie kollektive Emotionen wahrnehmen? Welchen Ziel-Zustand hätten Sie gern? Wie können Sie diesen sinnvoll und realistisch erreichen? Geben Sie sich selbst Raum zwischen einem Reiz, einem Problem oder einer Herausforderung und Ihrer Reaktion. 

Zugehörigkeit, Wir-Gefühl, Identifikation

Schaffen Sie die Möglichkeit, dass Ihre Mitarbeiter und Sie sich auch auf einer persönlichen Ebene kennenlernen. In eine Gemeinschaft eingebunden zu sein, in der wir uns wohl fühlen, stärkt unser Immunsystem.
Wichtig ist auch, gemeinsame Werte und Ziele zu haben. Prüfen Sie, welche Werte in Ihrem Team, in Ihrem Unternehmen gelebt oder nicht gelebt werden. Welche stehen mit dem Werten des Unternehmens im Einklang? Sollten Sie eventuell noch mal aktiv daran arbeiten, eine gemeinsame Werte- und Zieleebene zu haben?

Anerkennung, Akzeptanz und Wertschätzung

Stärken Sie Ihre empathischen Fähigkeiten und zeigen Sie gleichzeitig Wertschätzung für Ihre Mitarbeiter: Schenken Sie Ihren Mitarbeitern Aufmerksamkeit. Nehmen Sie sich bewusst Zeit für sie. Hören Sie aktiv zu. Wenn Sie mit einem Mitarbeiter, seiner Haltung oder Meinung nicht klar kommen, betrachten Sie es als Herausforderung, auch hier Win-Win-Situationen zu schaffen. Senden Sie wertschätzende, nonverbale Signale: Schauen Sie dem Anderen bei der Begrüßung und in Gesprächen in die Augen. Natürlich mit der Absicht in echten Kontakt zu kommen und nicht zu dominieren. Sie können auch wohlwollend mit dem Kopf nicken, lächeln oder anerkennend schauen.
Respekt, Akzeptanz und Menschlichkeit zeigen: Nehmen Sie Ihre Mitarbeiter immer ernst. Auch, wenn das Problem, die Meinung, Haltung oder der Wert nicht Ihrer Persönlichkeit entspricht. 
Geben Sie Rückmeldungen: Sie sollten konstruktive Kritik ebenso äußern wie lobende Worte finden. 

Information und Kommunikation

Fördern Sie eine aktive Kommunikationskultur: Funktioniert der Informationsfluss? Wo könnte er noch wie optimiert werden? Bekommen die Mitarbeiter vielleicht gar nicht zu wenig, sondern zu viele Informationen, sodass Zuständigkeitskonflikte und Reizüberflutung entstehen? Welche Qualität hat die bereichsübergreifende Kommunikation?

Sicherheit durch eine klare und transparente Führung

Einen sicheren Arbeitsplatz kann heute kaum noch jemand garantieren. Sicherheit in Bezug auf die Führungskultur hingegen, ist ein wichtiger Faktor. Seien Sie daher klar und transparent in Ihren Worten, Handlungen und in Ihrer Haltung: Legen Sie Wert darauf, dass Ihre Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzte nachvollziehen können, warum Sie Entscheidungen treffen, welche Erwartungen Sie haben und was Ihre Ziele sind. So fördern Sie die Zusammenarbeit. 
Konfliktmanagement: Sprechen Sie Konflikte offen an und klären Sie diese, ohne Schuldzuweisungen zu machen. 
Fehlerkultur: Haben Sie den Mut, unvollkommen zu sein und dies auch zu zeigen. Gestehen Sie auch Ihren Mitarbeitern zu, Fehler zu machen und gehen Sie lösungsorientiert an Probleme heran. 

Kontrolle (über das eigene Tun)

Ihre Mitarbeiter brauchen Freiräume und Handlungskompetenzen, um ihre Arbeit eigenverantwortlich zu gestalten. Der Umfang ist abhängig von der jeweiligen Persönlichkeit. Während dem einen geringe Spielräume reichen, brauchen andere deutlich mehr Freiheit.

Selbstverwirklichung (durch Potenzialentfaltung)

Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit bewusst auf die Stärken Ihrer Mitarbeiter und fördern Sie diese. Das ist oft effektiver und ressourcenorientierter als ein Können einzufordern, das nicht vorhanden ist und so Widerstand zu erzeugen. Unterstützen Sie aber, wenn Ihre Mitarbeiter ihre Fähigkeiten erweitern wollen.

Denken Sie immer daran: Emotionen, Körperreaktionen und Gesundheit hängen eng zusammen. Hören Sie auf Ihren Körper. Er ist ein feines Instrument. Wenn etwas nicht stimmig ist, meldet er sich in irgendeiner Form. Versuchen Sie auch kleinste Impulse wahrzunehmen, spüren Sie hinein, nehmen Sie die dazugehörige Emotion wahr und nutzen Sie Ihren Verstand, um gewinnbringend zu handeln.

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Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.

2019-10-14T10:12:57+00:00Von |

Wenn du es noch eiliger hast, mach' einen Umweg. (Japanische Weisheit)

tressreduktion_Embodiment

In dieser überlieferten Redewendung finden Sie gleich mehrere Bedeutungen. Im übertragenen Sinne ist damit natürlich gemeint, innerlich ruhig und gelassen zu sein, insbesondere, wenn Sie eine wichtige Aufgabe meistern wollen, statt plötzlich in einen Multitasking-Modus zu verfallen.

Klar, wissen wir doch alle, dass „in der Ruhe die Kraft liegt.“ Die Krux daran: Wie kommen wir in diesen Zustand, wenn wir es doch gerade so eilig haben und ernsthafte Probleme bewältigen müssen?

Denken Sie daran: Ihr Körper ist Ihr Partner! Er reagiert sofort, wenn Sie sich überfordern und er hilft Ihnen auch, wenn Sie die Redewendung wörtlich nehmen: Sind wir in Eile und Hektik, schaltet unser Körper in den Überlebensmodus. Unser Gehirn und unser Herz bekommen die Information, dass wir kämpfen oder fliehen müssen und es werden Stresshormone ausgeschüttet. Gleichzeitig steigen Blutdruck sowie Puls und das Immunsystem fährt ‘runter. Parallel dazu sind unsere mentalen Leistungen eingeschränkt. Lösungsorientierung, klares Denken und Kreativität lassen nach. Wollen wir in diesem Zustand wichtige Aufgaben bewältigen, kann das sowohl auf Kosten unserer Gesundheit als auch auf Kosten einer effektiven Lösung gehen. Nutzen wir jedoch unseren Körper und bewegen wir uns in solchen Situationen wortwörtlich langsamer, schicken wir unserem Gehirn und unserem Herz die Informationen, dass keine Gefahr droht und wir in Sicherheit sind. Bleibt unser Körper entspannt, entspannt sich auch unser Geist und wir können unsere mentalen Fähigkeiten besser nutzen. So können Sie über Ihren Körper, Ihren inneren Zustand verändern.

Achten Sie dabei auch auf Ihren Atem: Aufregung und Hektik gehen immer mit einem flachen, schnellen Atem einher. Steuern Sie bewusst dagegen. Atmen Sie langsamer und tiefer. Sie signalisieren sich selbst, dass es keine Bedrohung gibt und senken die Intensität von unangenehmen Emotionen, wie beispielsweise Sorgen, Ärger oder Ängste. Gleichzeitig stärken Sie Ihre Lösungsfähigkeit.

Embodiment heißt diese Methode, mit der Sie über Ihren Körper Ihre Stimmung verändern. Erste Untersuchungen dazu gab es 1988. Der Sozialpsychologe Fritz Strack führte an der Universität Mannheim folgendes, mittlerweile klassisches Experiment durch: Testpersonen mussten einen Bleistift quer in den Mund nehmen. Auf diese Weise hoben sie automatisch ihre Mundwinkel. Der verblüffende Effekt: Dieses künstliche Lächeln versetzte die Probanden in eine fröhlichere Stimmung. Sicherlich haben Sie das auch schon mal gehört: Wenn Sie Ihre Mundwinkel einige Zeit nach oben ziehen, verbessert sich tatsächlich Ihre Stimmung. Sie müssen nur eine Weile durchhalten.

In den letzten Jahren wurden zahlreiche weitere Untersuchungen hierzu durchgeführt. Durch Körperhaltung und Mimik lassen sich Stimmungen verändern. So wie unsere Emotionen Einfluss auf unseren Körper nehmen, können wir umgekehrt durch unseren Körper Einfluss auf unsere Emotionen nehmen. Auch viele Entspannungstechniken, wie Yoga oder die Progressive Muskelentspannung, basieren auf diesen Effekt. Versuchen Sie mal, Ihre Muskeln aktiv zu entspannen, und sich dann über etwas oder jemanden zu ärgern. Das geht nur, wenn Sie Ihre Muskeln wieder anspannen. Schaffen Sie es, diese in einem gelösten Zustand zu behalten, hat der Ärger keine Chance.

Im Alltag kennen Sie diesen Effekt durch ganz normale Aktivitäten: Sport, Sauna, ein ausgiebiges Vollbad, eine lange Dusche oder sich einfach nur ganz entspannt aufs Sofa legen und alle Viere von sich strecken – dem allem ist gemeinsam, dass Sie über Ihren Körper auch Ihren Geist entspannen und sich Ihre Stimmung verbessert. Gerade auch der Schlaf gehört dazu. Unser Körper tankt wieder Energie, und wenn wir ausgeschlafen sind, sieht die Welt gleich wieder ganz anders aus. Genau das ist es! Nur, dass wir über den Tag hinweg nicht immer solche Auszeiten nehmen können. Dafür gibt es aber kleine Interventionen, die eine große Wirkung haben. Probieren Sie es mal aus!

Praxistipp: 5 kleine Übungen für Zwischendurch, um über Ihren Körper Ihre Stimmung zu verändern. 

Kopf hoch und Brust raus

Richten Sie sich auf, strecken Sie Ihre Wirbelsäule und heben Sie Ihr Kinn etwas an. Machen Sie sich groß. Das können Sie generell mehrmals während des Tages machen, aber auch, wenn es Ihnen nicht gut geht, Sie vielleicht gerade frustriert oder demotiviert sind.   Der japanische Psychologe Genji Sugamura bat Menschen, die eine niedergedrückte Stimmung hatten, eine expansive, stolze Haltung einzunehmen. Anschließend stellten sie fest, dass sich ihre Gefühlslage änderte.

Lächeln

Auch, wenn es künstlich ist: Ihre Muskeln und Nerven signalisieren Ihrem Gehirn, dass es Ihnen gut geht und Sie entspannen dabei auch Ihr Kiefergelenk. Nach einiger Zeit werden Glückshormone ausgeschüttet, die Ihre Stimmung heben.

Atmen

Unser Atem ist mit allen physischen und psychischen Vorgängen verbunden. Versuchen Sie ganz bewusst in Situationen, in denen Sie ärgerlich, gestresst oder genervt sind, tief und langsam zu atmen.   Sie können diese Übung durch die herzfokussierte Atmung noch effektiver gestalten, um ruhiger und gelassener zu werden. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihr Herzbereich. Stellen Sie sich vor, wie Sie durch Ihr Herz tief ein- und ausatmen. Nehmen Sie tiefe Atemzüge. Je länger Sie sich darauf konzentrieren können, desto besser. Wenn Sie dies nur eine Minute für acht, neun Atemzüge am Tag machen, werden Sie spüren, dass sich etwas verändert. Die Fokussierung auf Ihren Herzbereich hilft, Ihr Gedankenkarussell für kurze Zeit zu stoppen. Gleichzeitig kommen Sie in Kontakt mit sich selbst und beeinflussen Ihren Herzrhythmus und Ihr Autonomes Nervensystem. Das ist sogar messbar. Mit modernen Pulsmessgeräten lässt sich der Effekt auf Ihr Herz sofort sichtbar machen.

Schütteln

Dadurch bauen Sie Stress und Anspannung ab. Stellen Sie sich einfach hüftbreit hin und federn Sie in den Knien. Sie können mir Ihren Händen anfangen, dann nach und nach Ihren Körper durchschütteln – so oft und so lange, wie es Ihnen gut tut. Auch, wenn Sie sich vielleicht anfangs etwas seltsam vorkommen. Die Wirkung ist einfach befreiend.

Abklopfen

Klopfen Sie sich mit lockerer Hand ab. Beginnen Sie bei der linken Schulter und klopfen Sie mit der rechten Hand an der Innenseite des linken Armes entlang hinunter und an der Außenseite entlang wieder hoch. Anschließend klopfen Sie den ganzen Körper in folgender Reihenfolge ab: Arme, Kopf, Rücken, Gesäß, Außenseite Ober- und Unterschenkel, Zehen, an Innenseite der Beine entlang wieder hinauf. Wenn Sie eine Körperhälfte abgeklopft haben, vergleichen Sie diese mal mit der anderen Seite. Spüren Sie einen Unterschied?

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So gelingt gute Kommunikation.

2019-10-14T10:13:49+00:00Von |

Kommunikation_Emotionale_Intelligenz

Wie schätzen Sie auf einer Skala von 1 bis 10 Ihre Kommunikationsfähigkeiten ein? 1 steht für „sehr schlecht“ und 10 für „super gut“. Und was würden Ihre Kollegen, Mitarbeiter und Vorgesetzte auf die Frage antworten?

Die meisten von uns sind überzeugt, dass sie gut kommunizieren können. Kommt es dann aber doch zu Missverständnissen, meinen wir gern, es liegt am Gegenüber: „Er oder sie hätte ja besser zuhören können.“ „Verstehe ich auch nicht, warum das nicht klar war. Ich habe es doch deutlich gesagt.“ oder „So habe ich das gar nicht gemeint.“ sind oft gehörte Sätze. Auch in Unternehmen beklagen sich Mitarbeiter immer wieder über fehlende Informationen, mangelnde Transparenz oder unklare Botschaften. Woran liegt das? Obwohl wir doch alle eigentlich so gut kommunizieren können …

Kommunikation ist einfach eine hoch komplexe Angelegenheit. Übermitteln wir Nachrichten oder Botschaften, spielen dabei ganz viele Punkte eine Rolle:

  • Wortwahl
  • Wortfolge
  • Satzbau
  • Interpunktion
  • Körpersprache: Mimik, Gestik, Körperhaltung, Blickrichtung, …
  • Para-linguistische Modalitäten: Tonfall, Tonhöhe, Rhythmus, Lautstärke, Geschwindigkeit, Pausen, Lachen, Seufzen, …

Sind verbale und nonverbale Botschaften stimmig, handelt es sich um eine kongruente Kommunikation. Wer authentisch ist, zeigt meist auch diese Kongruenz. Im Gegensatz dazu spricht man von Inkongruenz, wenn sich verbale und nonverbale Botschaften widersprechen. Im Alltag und in Beziehungen führt dies häufig zu Verwirrung und Unsicherheit, auf die wir – meist unbewusst – emotional reagieren.

Hinzu kommt, dass sich jeder zwischenmenschliche Kontakt immer gleichzeitig auf zwei Ebenen abspielt, die sich gegenseitig beeinflussen:

  • Die Sachebene: die Ebene verstandesmäßiger Leistungen und sachlich-inhaltlicher Informationen.
  • Die emotionale Ebene: die Ebene der Gefühle und Empfindungen, der Beziehungen und Stimmungen.

Und falls Sie sich bereits mit Friedemann Schulz von Thun und sein Vier-Ohren-Modell beschäftigt haben, dann kennen Sie sicher auch die vier Seiten einer Nachricht. Denn die emotionale Ebene lässt sich wiederum noch einmal in drei weitere Ebenen aufteilen:

Kommunikation-Vier-Seiten-Nachricht

Wenn Sie jetzt noch bedenken, dass diese vier Ebenen nicht nur bei demjenigen zu finden sind, der etwas sagt, sondern auch bei demjenigen, der zuhört, kann es ganz schon spannend werden. Denn agieren die Beteiligten auf unterschiedlichen Ebenen, sind Konflikte meist vorprogrammiert. So etwas passiert auch gern in Unternehmen: Beispielsweise, wenn vom Vorstand eine neue Anweisung kommt, die eigentlich „nur“ eine sachliche Nachricht transportieren soll, doch die Mitarbeiter sind verärgert und reagieren auf eine der drei anderen Ebenen. Oft sind dann Sätze zu hören, wie „Die da oben wissen gar nicht, was hier läuft.“, womit  beispielsweise eine Reaktion auf der Beziehungsebene gezeigt wird. Die Mitarbeiter empfinden sich in getrennten Welten lebend, fühlen sich nur als Arbeitskraft wahrgenommen und nicht wertgeschätzt. Werden in der Kommunikationskultur eines Unternehmens jedoch alle vier Ebenen beachtet, fördert das ein gutes, gewinnbringendes Betriebsklima.
 
Berücksichtigen wir zusätzlich, dass jeder Mensch seine eigenen Wahrnehmungsfilter und Bedürfnisse hat, die in der Kommunikation ebenfalls eine wesentliche Rolle spielen, ist es erstaunlich, dass wir trotzdem ganz gut miteinander klar kommen. Damit Kommunikation noch besser gelingt, hier ein paar Tipps:

Praxistipp: So kann Kommunikation gelingen.

Aktiv und wertfrei zuhören

Zu einer guten Kommunikation gehört es, empathisch zuzuhören. Was will der andere mitteilen? Welche Sachinformation gibt es? Welche Botschaft gibt es auf der menschlichen Ebene? Gibt es ein Bedürfnis, das gerade erfüllt werden soll? In welchem emotionalen Zustand befindet sich der andere gerade? Was davon könnte gerade am wichtigsten sein? Und worauf wollen Sie eingehen? Oft nehmen wir zwar die Botschaften auf der menschlichen Ebene wahr, reagieren aber ausschließlich auf die rein sachliche Nachricht. Wenn es in Wirklichkeit gar nicht darum geht, sind Konflikte vorprogrammiert. Aktiv und wertfrei zuhören, bedeutet, sich selbst erst mal ein Stück zurück zu nehmen. Das erfordert manchmal etwas Selbstbeherrschung. Oft haben wir ja selbst wichtige Informationen, die wir weitergeben wollen. Prallen jedoch die beiden Bedürfnisse, etwas mitteilen zu wollen, aufeinander und versuchen beide, ihre Botschaften zuerst loszuwerden, kommt es zu Konflikten. Vereinbaren Sie daher die Reihenfolge der Redner. Das sichert dem anderen zu, dass er auf jeden Fall zu Wort kommt und schafft eine bessere Basis des Zuhörens. Auch, wenn Sie glauben, alles verstanden zu haben. Wiederholen Sie das, was Sie gehört oder wahrgenommen haben, noch mal mit eigenen Worten. Oder stellen Sie Fragen, um noch besser zu verstehen.

Formulieren Sie Sätze positiv.

Versuchen Sie möglichst wenig Verneinungen zu nutzen und stattdessen ergebnis- und lösungsorientiert zu kommunizieren. Was möchten Sie, das passiert? Welches Verhalten hätten Sie gern und warum? Begründungen machen es dem anderen leichter, zu verstehen und erleichtern es gemeinsam Ziele zu erreichen.

Verwenden Sie ICH-Botschaften statt DU-Behauptungen

Meist verschließen Menschen sich, wenn es um Forderungen oder Kritik geht und beispielsweise Formulierungen wie „Sie müssen …“ „Sie haben sehr schlecht reagiert als …“ „Sie sollten nicht …“ gewählt werden. Verwenden Sie stattdessen Ich-Sätze: „Mir ist wichtig, dass …, weil …“ Und begründen Sie Ihre Meinung. Das schafft Transparenz und Klarheit.

Vermeiden Sie Verallgemeinerungen

Achten Sie mal darauf, wie oft Sie das Wort „man“ nutzen. Ersetzen Sie dies doch mal und werden Sie konkret. Betrifft es Sie selbst, nutzen Sie das Wort „Ich“. Und fühlen Sie mal hinein, wie das auf Sie wirkt. Eine kleine Änderung in der Wortwahl verändert schon Gefühle – bei Ihnen selbst als auch beim anderen.

Beschreiben Sie eine Person bzw. deren Handlung statt Sie zu bewerten

Wenn Sie neutral ein Verhalten beschreiben, das Sie nicht gut finden, vermeiden Sie die Person anzugreifen und sind wertschätzender. Dann kann Ihr Gegenüber besser zuhören und Ihre Informationen auch besser umsetzen.

Klären Sie Spannungen rechtzeitig

Manchmal lösen sich unangenehme Situationen von allein oder werden von anderen Ereignissen überdeckt. Wenn Sie jedoch bemerken, dass es dauerhaft Spannungen gibt oder unterschwellig irgendetwas gärt, warten Sie nicht zu lange. Klären Sie diese rechtzeitig, bevor sich negative Energie aufstaut und sowohl Kommunikation, Leistung als auch Beziehungen darunter leiden.

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Atmen Sie: Für mehr Gelassenheit und Lebensenergie!

2019-10-14T10:14:30+00:00Von |

Wir überleben 7 Tage ohne Nahrung, 3 Tage ohne Flüssigkeit, jedoch nur 3 Minuten ohne Sauerstoff! – Ist es daher nicht erstaunlich, wie wenig Aufmerksamkeit wir in unserem Alltag der Bedeutung unseres Atmens widmen.

Wir machen uns kaum Gedanken über die wichtigste Quelle unserer Lebensenergie. Atmen lassen wir automatisch und unwillkürlich geschehen – so wie die meisten Vorgänge in unserem Körper, beispielsweise unserem Herzschlag oder unsere Verdauung.

Aber: Unsere Atmung ist eine Ausnahme. Wir vergessen oft, dass wir sie steuern können. Unsere Atmung wirkt sich direkt auf unsere Herzfrequenz und auf unser Denken aus. Wir können durch langsames Atmen unseren Herzschlag drosseln bzw. durch schnelles Atmen beschleunigen.

Anspannung und Stress sind meist mit „Herzklopfen“ bzw. „Herzrasen“ und schnellen, flachen Atemzügen verbunden. Tatsächlich ist es unmöglich, einerseits ruhig und entspannt zu atmen und andererseits aufgeregt zu sein. Auch klares Denken funktioniert nicht, wenn wir schnell und flach atmen. Denn unser Gehirn braucht ebenfalls Sauerstoff. 

Zudem hängt unsere Atmung hängt direkt mit unserem Autonomen Nervensystem zusammen, das Entspannung oder Anspannung steuert. Diese Zusammenhänge können wir nutzen, um unseren Organismus durch gezieltes ruhiges Atmen in einen entspannteren Zustand zu versetzen.

In unserem täglichen Leben gebrauchen wir Redewendungen, wie „atemlos sein“ oder „es stockt mir der Atem“, wenn wir eine Gefahr wahrnehmen oder geschockt sind. Sollen wir uns beruhigen, sagen Freunde oft „Schnauf‘ erst mal durch.“. Sind wir pausenlos beschäftigt, „halten wir uns in Atem“. Halten wir den Atem an, warten wir gebannt auf etwas. „Atem schöpfen“ bedeutet „sich auszuruhen“, und wenn uns „der Atem geraubt“ wird, sind wir sprachlos oder gar überwältigt. Bewusst sind wir uns unserer Art zu atmen selten, geschweige denn, dass wir ihn dazu nutzen, uns selbst zu regulieren.

Etwa zwei Drittel der Menschen atmen unökonomisch. Sie ziehen beim Einatmen den Bauch ein und die Schultern hoch, beim Ausatmen drücken Sie den Bauch heraus. Sie atmen zu flach in den oberen Brustraum hinein und haben eine zu hohe Atemfrequenz. Ökonomisch zu atmen bedeutet, langsam und tief in den Bauch hinein zu atmen, und langsam und vollständig auszuatmen. Dabei sollte möglichst immer durch die Nase eingeatmet werden.

Hinzu kommt, dass die meisten Menschen in Aufregungs- und Stresssituationen nicht ausreichend ausatmen, bevor sie wieder einatmen, so dass CO2 und eventuelle Giftstoffe nicht ausreichend abgeatmet werden, sich in der Lunge stauen und ins Blut abgedrängt werden. Wer also tagsüber in Anspannung arbeitet, dadurch zu flach und nicht vollständig ausatmet, erleidet schnell eine CO2– Überversorgung und eine O2-Unterversorgung des Körpers, die sich in Kopfweh, Kreislaufproblemen, Konzentrationsschwächen und Ähnlichem äußern kann.

“Wenn der Atem wandert, dann ist der Geist unruhig. Aber wenn der Atem still ist, ist es auch der Geist.”

Praxistipp: Achten Sie darauf, wie Sie atmen.

Unser Atem trägt unsere Lebensenergie. Wie Sie atmen, beeinflusst Ihre Lebendigkeit, Ihre Lebensfreude und auch Ihre Gesundheit. Wie keine andere Körperfunktion ist unser Atem mit allen physischen und psychischen Vorgängen verbunden. Er spiegelt jede Handlung, jedes Gefühl, jeden Zustand und Körpervorgang. Achten Sie daher einfach mal darauf, wie Sie in verschiedenen Situationen atmen. Nehmen Sie entweder einfach nur wahr. D. h. probieren Sie aus, wie Sie sich fühlen, wenn Sie nichts verändern. Oder testen Sie, was passiert, wenn Sie tiefer und bewusster atmen. Wie geht es Ihnen dann?

Versuchen Sie doch auch mal, ganz bewusst in Situationen, in denen Sie ärgerlich, gestresst oder genervt sind, tief und langsam zu atmen. Was ändert sich für Sie?

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Emotionale Intelligenz: Ihr Körper zeigt Ihnen den Weg!

2019-10-14T10:15:31+00:00Von |

Emotionale-Intelligenz-Körper

Spätestens seit der Industrialisierung betrachten wir Menschen uns gern als perfekte Denkmaschinen. Gefühle oder Emotionen werden meist als lästiges Überbleibsel aus der Steinzeit angesehen und nur in bestimmten Situationen oder im Entertainment geduldet. Denn was wäre beispielsweise ein Fußballspiel oder ein Film ohne Emotionen? 

Warum glauben wir mittlerweile, der Verstand zähle mehr als Emotionen? Wahrscheinlich weil wir Menschen gern alles unter Kontrolle haben. Emotionen aber sind nicht immer berechenbar und werden zudem oft unbewusst verarbeitet. Denn damit wir mit unseren Ressourcen ökonomisch umgehen, wird die Fülle an Wahrnehmungen, die sekündlich unser Gehirn erreicht, nicht komplett bewusst verarbeitet. 

Aber: Emotionen sichern unser Überleben!

Und: Emotionen machen das Leben erst lebenswert!

Damit wir überleben richtete es die Natur so ein, dass wir mit Hilfe unserer Emotionen außerordentlich schnell reagieren können. In Bruchteilen von Sekunden nehmen unser Gehirn und unser Herz Informationen wahr, verarbeiten diese und lösen Aktionen aus. Und das schneller als wir denken können. Wenn Sie kleine Kinder haben, kennen Sie das sicher auch: Sie reagieren in Sekundenschnelle und ohne nachzudenken, wenn Ihr Kind auf die heiße Herdplatte fassen, plötzlich auf die Straße rennen oder etwas in die Steckdose stecken will. Oder Sie werfen eine Papierkugel in einen Mülleimer. Berechnen Sie dann erst die Flugbahn? Warum treffen Sie (meist) trotzdem? Oder spielen Sie ein Instrument? Wenn Sie es beherrschen, denken Sie dann darüber nach, wie Sie Ihre Finger bewegen müssen? Auch sportliche Höchstleistungen gelingen in der Regel nur, wenn sich ein entsprechender emotionaler Zustand einstellt. Profiläufer sprinten beispielsweise Millisekunden nach dem Startschuss los. Bewusst ist der Knall aber erst hörbar, wenn sie schon unterwegs sind.

Die Neurowissenschaft weiß heute, dass Sensoren im Gehirn ständig nach emotionalen Botschaften aus der Umwelt spähen. Sie sind auch dafür verantwortlich, dass wir den Gefühlswert eines Wortes bereits 200 Millisekunden nachdem es gefallen ist, erfassen – lange bevor wir dessen Bedeutung verstandesmäßig begreifen oder über dessen Sinn nachdenken können. Auch in der Kommunikation spielen Emotionen also eine wesentliche Rolle.

Das Problem: Wir alle streben nach angenehmen Emotionen, wollen aber schlechte so schnell wie möglich loswerden. Oft versuchen wir uns durch Ablenkungen in bessere Stimmungen zu bringen: wir konsumieren, gehen einkaufen, schauen fern, essen, trinken, treffen uns mit Freunden, treiben Sport … Verdrängen wir jedoch zu viel und verarbeiten unsere Emotionen nicht, schaden wir uns selbst.

Emotionen sind Botschaften

António Damásio, US-Neurowissenschaftler von der University of Iowa, unterscheidet Gefühle und Emotionen. Bereits während der Schwangerschaft und folglich auch von Geburt an bewerten wir alle Erlebnisse als positiv oder negativ. Wir speichern diese in unseren Zellen und im Gehirn ab. So legen wir im Laufe unseres Lebens ein sogenanntes Erfahrungsgedächtnis an, eine Landkarte dessen, was wir anstreben und was wir vermeiden wollen. Das bedeutet, Emotionen sind „somatische Marker“. Also körperliche Zustände, die wiederum chemische Prozesse im Körper auslösen, wie die Produktion von Stress- oder Glückshormonen.

Gefühle hingegen sind das bewusste Wahrnehmen dieser emotionalen Körperzustände. So lernen wir bestimmte Körperreaktionen mit Gefühlen zu verbinden. Beispielsweise wenn wir in einer Situation am liebsten reflexartig die Flucht ergreifen wollen, ist das das eine körperliche Reaktion. Nehmen wir diese Emotion bewusst wahr und gehen wir bewusst damit um, können wir das dazugehörige Gefühl benennen: beispielsweise Angst. Wenn wir jetzt noch diesen bewussten Umgang so gestalten, dass wir unsere Gesundheit und Lebenszufriedenheit steigern, verfügen wir über einen hohen Grad an emotionaler Intelligenz.

Jede Emotion und jedes Gefühl birgt somit eine Botschaft. Klar, bei Freude wissen wir, dass es ein Zeichen dafür ist, dass uns etwas gefällt. Aber auch Trauer, Ärger, Frust, Stress oder Neid sind Botschafter. Sie zeigen uns, dass ein dahinter liegendes Bedürfnis nicht erfüllt ist. Und wenn wir ihre Nachricht verstehen, ist das enorm hilfreich für uns. Denn es hängt eng mit unserer körperlichen und psychischen Gesundheit zusammen.

Jede Emotion geht also immer mit einer körperlichen Reaktion einher. Dieses Zusammenspiel zwischen unseren Gedanken, Emotionen und unserem Körper ist so faszinierend wie manchmal unergründlich. Leider glauben wir oft, dem ausgeliefert zu sein. Wenn wir uns gruseln, stehen uns die Haare zu Berge. Wenn wir aufgeregt sind, haben wir weiche Knie. Wenn wir unter Druck stehen, verspannen sich Schulter- und Nackenmuskeln. Wenn wir nervös sind, wird uns flau im Magen. Wenn wir im Stress sind, steigt der Blutdruck. Aber auch, wenn wir erleichtert sind, eine Aufgabe erfolgreich gemeistert zu haben, reagiert unser Körper. Unsere Muskeln entspannen sich. Wenn wir gelassen sind, beruhigt sich unser Herzschlag und unsere Gedanken werden klarer.

Die Kunst ist, sich selbst so zu regulieren, dass wir diese Zusammenhänge zu unserem Wohle beeinflussen können. Und hier spielt das Herz eine wesentliche Rolle. Die Herzkohärenzforschung beschäftigt sich seit vielen Jahren mit diesem Thema. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und zu beeinflussen!

Wenn wir unsere Fähigkeit der emotionalen Intelligenz entwickeln, können wir diese Effekte selbst steuern und erlangen Freiheit. Wir lernen uns von Ärger, Wut, Selbstzweifel, Schuld und Groll zu befreien.

Praxistipp: So erforschen Sie Ihre Emotionen und Gefühle

Nehmen Sie sich täglich eine Auszeit

Halten Sie mindestens ein Mal am Tag für ein paar Minuten inne! Machen Sie gar nichts. Setzen Sie sich auf eine Parkbank oder wenn Sie sich im Zug oder Flugzeug befinden, lassen Sie Handy, Tablet oder Buch für einige Zeit in Ihrer Tasche und konzentrieren Sie sich auf sich. Nehmen Sie wahr, was im Moment in Ihnen passiert. Gefühle, Gedanken, körperliche Reaktionen. Nehmen Sie erst mal nur wahr. Versuchen Sie, nicht zu bewerten und bei unangenehmen Wahrnehmungen sofort aufzuhören, sondern noch einige Sekunden oder gar Minuten länger durchzuhalten und wertfrei zu beobachten.

Bodyscan - Ihr Körper ist Ihr Partner!

Nehmen Sie sich nach dem Aufwachen oder vor dem Einschlafen oder auch zwischendurch ein paar Minuten Zeit, um Kontakt zu Ihren Körper aufzunehmen. Bestenfalls legen Sie sich hin. Die Übung können Sie aber auch im Stehen oder Sitzen durchführen. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Zehen des linken oder rechten Fußes. Beginnen Sie dort und scannen Sie dann in Gedanken Ihren Körper Stück für Stück ab. Gehen Sie von Körperteil zu Körperteil. Beobachten Sie nur. Es geht nicht darum, etwas zu verändern oder zu erreichen. Akzeptieren Sie, was Sie gerade wahrnehmen und werten Sie nicht. Wenn Sie zwischendurch mit Ihren Gedanken abschweifen, konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem und gehen dann wieder zu dem Körperteil zurück, bei dem Sie zuletzt waren.

Die Wirkungen des Bodyscans:
o Sie werden sensibler für die Signale Ihres Körpers.
o Sie schärfen Ihr Bewusstsein für Ihre Bedürfnisse.
o Der Fokus auf Ihren Körper lässt Sie im Augenblick verweilen. 
o Sie verbessern die Beziehung zwischen Gehirn, Geist, Körper und Verhalten.
o Sie entspannen sich.
o Sie trainieren Ihre Sinne.

Körperwahrnehmungen vertrauen

Der Körper ist ein feines Instrument. Wenn etwas nicht stimmig ist, meldet er sich in irgendeiner Form. Versuchen Sie auch kleinste Impulse wahrzunehmen und spüren Sie hinein.

Offenheit und Mut

Wenn Sie eine Emotion oder ein Gefühl wahrnehmen, seien Sie mutig es anzusehen, auch, wenn es Ihnen nicht gefällt. Es ist ja eh da. Ob Sie es zulassen oder nicht – Ihr Unterbewusstsein weiß letztlich alles. Versuchen Sie die Botschaft herauszufinden: Welches Bedürfnis steckt dahinter? Eins, das gerade erfüllt ist oder eben nicht.

Übrigens: Ein Bedürfnis ist grundsätzlich nichts Negatives. Wenn Sie ärgerlich sind und würden sich gern an jemanden rächen, ist das kein Bedürfnis. Auch, wenn man umgangssprachlich gern sagt, dass man das Bedürfnis nach Rache habe. Es ist ein Gefühl, das zeigen kann, dass beispielsweise das Bedürfnis nach Gerechtigkeit, nach Anerkennung oder nach Respekt nicht erfüllt wurde.

Neun Eigenschaften von emotional intelligenten Menschen

In der US-Ausgabe der „Huffington Post“ hat die Autorin Brianna Wiest eine Liste zusammengestellt, was emotional intelligente Menschen nicht machen. Etwas umformuliert und gekürzt, finden Sie diese Liste nachfolgend. Aber bitte denken Sie daran: Emotional intelligent zu sein, bedeutet nicht, jeden dieser Punkte zu 100 % zu erfüllen. Wir alle können das mal besser und mal schlechter.

  1. Emotional intelligente Menschen können ihre Gefühlswelt von der Realität unterscheiden. Sie ziehen aus ihrem emotionalen Wünschen oder Bedürfnissen keine Rückschlüsse auf den Ausgang einer Situation. Sie wissen, dass ihre Emotionen eine Reaktion auf die Situation ist, und dass Ihr Wunsch nach dessen Ausgang ihren persönlichen Bedürfnissen entspricht, also kein exakter Gradmesser ist. Dadurch können sie objektiver urteilen.
  1. Emotional intelligente Menschen verstehen, dass Emotionen aus ihrem eigenen Inneren kommen und nicht von außen, durch andere Menschen oder Rahmenbedingungen, „aufgezwungen“ werden. Sie übernehmen Verantwortung für sich selbst und wissen, dass sie ihre Gefühle selbst steuern können. Das bewahrt vor Resignation und „zorniger Passivität“.
  1. Emotional intelligente Menschen wissen, dass Erinnerungen an vergangene Erfahrungen emotional getrübt und unzuverlässig sind. Dass diese Erfahrungen positive und negative Seiten haben, und dass sie entscheiden, was sie aus diesen Erfahrungen machen.
  1. Emotional intelligente Menschen sehen Angst als Zeichen dafür, dass alte Gewohnheiten und emotionale Verletzungen positive Veränderungen blockieren.
  1. Emotional intelligente Menschen wissen, dass Glück kein Dauerzustand ist, dem man ständig hinterherjagen muss. Sondern, dass Zeit und die Auseinandersetzung im Hier und Jetzt wichtig sind, um, Emotionen zu verarbeiten. Sie akzeptieren ihre Emotionen ohne sich selbst zu verurteilen. Dies führt zu mehr innerer Zufriedenheit.
  1. Emotional intelligente Menschen können zwischen Vorstellung, Denkweisen und Meinungen der gesellschaftlichen Allgemeinheit und ihren eigenen unterscheiden und machen sich diejenigen zu eigen, die für sie von Nutzen sind.
  1. Emotional intelligente Menschen nehmen ihre Gefühle wahr und steuern sie. Selbstbeherrschung bedeutet nicht, Gefühle zu verdrängen, sondern zu wissen, wann der richtige Zeitpunkt und welches das richtige Umfeld ist, um diese zu zeigen.
  1. Emotional intelligente Menschen sind sich bewusst, dass unangenehme Gefühle vorbei gehen und wie man mit ihnen umgeht, um gewinnbringend eine Situation zu meistern.
  1. Emotional intelligente Menschen entscheiden sehr genau, mit wem sie enge Beziehungen unterhalten. Anderen gegenüber freundlich zu sein, bedeutet nicht auch vertrauensvoll zu sein. Emotional intelligente Menschen teilen Gefühle nur mit den „richtigen“ Personen.
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Wie intuitiv sind Sie? – Erfolgsfaktor Intuition

2019-10-14T10:15:53+00:00Von |

Entscheidung-Intuition

Auf einer Skala von 0 bis 10: Wie intuitiv sind Sie? 0 bedeutet, dass Sie glauben, gar keine Intuition zu haben und sich nur auf „reine Fakten“ verlassen und 10, dass Sie meist aus Ihrem Bauchgefühl heraus leben und damit auch sehr zufrieden sind.

Haben Sie eine Zahl gewählt? War das intuitiv und spontan? Oder haben Sie überlegt, sind in sich gegangen, haben an bestimmte Situationen gedacht?

Und besonders spannend ist natürlich:
• Wann und in welchen Situationen nehmen Sie Ihre Intuition wahr?
• Wie nehmen Sie Ihre Intuition wahr? Haben Sie dazu ein körperliches Gefühl?
• Wann lassen Sie sich von Ihrer Intuition führen und wann nicht?
• Wann führen Sie andere intuitiv?

Täglich stehen wir vor vielfältigen Herausforderungen und kleinen wie großen Entscheidungen. Wie jeder einzelne damit umgeht, ist von Charakter zu Charakter unterschiedlich. Damit wir nicht jedes Mal Zeit und Energie in jede Entscheidung stecken müssen, haben sich Gewohnheiten etabliert. Beispielsweise, wenn wir beim Mittagessen immer das gleiche wählen oder gern dieselben Kriterien priorisieren, wie „Kostenbewusstsein hat Vorrang“. Haben wir solche Regeln für uns aufgestellt, handeln wir oft automatisch. Sind wir dann mit einer neuen Situation konfrontiert, gehen wir gern rational an die Dinge heran.  Informieren uns grundlegend, analysieren, wägen verschiedene Interessen ab, machen eine Vor- und Nachteilliste.

Oder aber wir entscheiden ab einem bestimmten Zeitpunkt intuitiv. Das kann schon sehr früh sein, ohne sich überhaupt mit Fakten oder Interessen anderer auseinanderzusetzen oder erst nachdem wir das Thema analysiert haben, aber die Lösung sich irgendwie noch nicht gut anfühlt. Manche nehmen dieses Gefühl wahr und entscheiden sich dann bewusst gegen die „vernünftigen Argumente“, andere verdrängen das Gefühl. Gerade aber dieses, manchmal recht vage Gefühl ist oft mit unserer Intuition verbunden. Nur trauen wir uns nicht immer, unserer inneren Stimme nachzugeben. Denn das bedeutet die Kontrolle aufzugeben. Und damit hat unser Verstand große Schwierigkeiten.

Hinzu kommt, dass wir bei unseren Mitmenschen gern auf Unverständnis stoßen, wenn wir unser Vorgehen nicht begründen können, sondern einfach damit argumentieren, dass wir „nur“ ein bestimmtes Gefühl haben. Fragt man jedoch erfolgreiche Unternehmer, so erhält man sehr oft die Antwort, dass die wichtigsten Entscheidungen immer aus „dem Bauch heraus“ getroffen wurden. 

Dazu Intuitionsforscher Professor Dr. Gerd Gigerenzer, Direktor am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung:

“Die Überbewertung von analytischen Fakten, das heißt, von Entscheidungen, die alleine auf nachvollziehbaren Gründen beruhen, führt dazu, dass viele Menschen sich immer mehr in einem Käfig von Angst und Befürchtung befinden. Intuition kann man nicht begründen. Das führt dazu, dass wir versuchen, Entscheidungen von außen absichern zu lassen, etwa durch Beratungsfirmen oder durch komplizierte Computerprogramme. Die Auswirkung dieser defensiven Haltung gegenüber der Intuition spürt die gesamte Gesellschaft: Riesige Kosten, viele Fehlentscheidungen und Aufschub der Probleme sind die Folgen.”

Die Konsequenz:

Wir müssen wieder lernen, unserer inneren Stimme, unserem Instinkt, unserem Bauchgefühl, unserer Ahnung, unserer Eingebung, unseren Gedankenblitzen, unseren richtigen Riechern, unserem 6. Sinn oder wie Sie Ihre intuitive Begabung nennen, zu vertrauen.

Intuition ist eine wichtige Basis für Kreativität, Visionen und Erfindungen. Mit Hilfe der Intuition können wir uns in der wachsenden Komplexität besser zurecht finden, uns zentrieren, Handlungsspielräume entdecken und Entscheidungen schneller und besser treffen. Aber Vorsicht: Die Kunst ist, Intuition als solche wahrzunehmen und von Wunschdenken, Bedürfnissen, Voreingenommenheit und Fantasien zu trennen. Denn wenn es tatsächlich keine echte Intuition ist, ist die Gefahr von Fehlentscheidungen gegeben.

Führen und Intuition

Intuition ist die Grundlage für Empathie und effektive Kommunikation. Wenn Sie je nach Situation und Mitarbeiter unterschiedlich entscheiden, wie Sie handeln, kommunizieren oder mit ihnen umgehen, wird wahrscheinlich sehr viel davon intuitiv gesteuert sein. Denn zu erspüren, was im jeweiligen Kontext gerade richtig ist, um gewinnbringend zu führen, ist eine sehr wertvolle Fähigkeit!

Begegnungen zwischen Menschen finden auf der Gefühlsebene statt, wo auch die Intuition eine große Rolle spielt. Sie können mit Ihrem Verstand erklären, was Sie beim anderen wahrnehmen oder warum eine Beziehung gut oder schlecht funktioniert. Aber Wahrnehmung und Beziehungsgestaltung finden erst in zweiter Linie auf der intellektuellen Ebene statt.

Die Herausforderung

Unser Verhalten ist stark von unbewussten und subjektiven Wahrnehmungen, erlernten Mustern und Gewohnheiten geprägt. Je weniger wir selbstreflektiert sind, desto schwieriger kann es sein, sich auf der intuitiven Ebene zu bewegen. Bei Führungskräften kann sich dies zeigen, indem sie bei ihren Mitarbeitern genau das Gegenheil von dem erreichen, was sie eigentlich wollen. Unzufriedenheit, mangelnde Leistungsfähigkeit und sogar Krankheiten können die Folgen sein.

Praxistipp: So trainieren Sie Ihre Intuition!

Momente der Stille einplanen und äußere Reize reduzieren

Ziehen Sie sich täglich einfach mal ein paar Minuten zurück, ohne Medien und Störungen, und machen Sie gar nichts. Auch, wenn das manchmal gar nicht so einfach auszuhalten ist, ist es notwendig, wenn wir unsere inneren Stimmen wahrnehmen und unterscheiden wollen. Nehmen Sie einfach wahr, was in Ihnen passiert: Gibt es körperliche Reaktionen? Gedanken? Gefühle? Meist kommen ja die besten Ideen, wenn man sich eine Auszeit gönnt und gar nicht an ein Problem oder eine Entscheidung denkt: beim Spazierengehen, unter der Dusche, im Schlaf bzw. beim Aufwachen …

Intuitive Wahrnehmung über Empathie üben

Lassen Sie sich für kurze Zeit mal auf andere Menschen ein, beobachten Sie sie und versuchen Sie wahrzunehmen, wie diese sich gerade fühlen oder welche Eigenschaften sie haben. Das können fremde Menschen an Bahnhöfen oder in Flugzeugen sein oder bekannte.

Körperwahrnehmungen vertrauen

Der Körper ist ein feines Instrument. Wenn etwas nicht stimmig ist, meldet er sich in irgendeiner Form. Versuchen Sie auch kleinste Impulse wahrzunehmen und spüren Sie hinein.

Verstand und Intuition

Natürlich können Sie diese beiden Fähigkeiten kombinieren. Beleuchten Sie Situationen, erarbeiten Sie Strategien, analysieren Sie Für und Wider – und dann spüren Sie noch mal hinein, ob dieser Weg stimmig ist. Haben Sie den Mut, auch die kleinen Widersprüche wahrzunehmen und gegebenenfalls Ihren Plan noch mal anzupassen oder eventuell sogar ganz über den Haufen zu werfen.

Spielen Sie im Alltag

Wenn Sie unterwegs sind, können Sie spielerisch üben: Stehen Sie an einem Bahnhof, fragen Sie sich, welche Person wohl als erstes aus dem Bus oder dem Zug aussteigen wird. Funktioniert auch gut, wenn Sie mit anderen Menschen vor einem Lift warten. Welche Person wird wohl als erste den Fahrstuhl betreten? Versuchen Sie Prognosen für Situationen zu treffen. Und prüfen Sie, wie Ihre Prognosen in Ihnen entstehen. Mit der Zeit werden Sie lernen, die inneren Stimmen zu unterscheiden. Besonders gut eignet sich auch Ihre Freizeit dafür, wenn Sie entspannter sind. Unter Stress ist es sehr schwierig, intuitiv zu sein.

Selbstreflexion

Reflektieren Sie am Ende des Tages: Welche Entscheidungen haben Sie heute weitgehend intuitiv getroffen? Wahrscheinlich sind das mehr, als Sie vermutet hätten. Welche davon empfanden Sie als gut, welche weniger. Welche waren richtig oder falsch? Versuchen Sie nachzuvollziehen, welches Gefühl Sie hatten, als Sie sich von Ihrer Intuition leiten ließen. Gab es eine körperliche Reaktion - wie ein Prickeln als Aufforderung oder eine Verspannung bzw. Verkrampfung als Warnung?

Was ist eigentlich Intuition?

Intuition ist eine unbewusste Form der Informationsverarbeitung. Intuition ist der schnelle Weg zu einer Antwort. Intuition hat mit dem Herzen und Gehirn zu tun. Intuitives Wissen setzt sich aus verschiedenen Bereichen zusammen:

Implizites Wissen: Das sind Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens gesammelt haben und meist im Unterbewusstsein gespeichert sind, vor allem, wenn wir uns auch gar nicht mehr an sie erinnern.

Sekündlich strömen rund 1.000.000.000 Bit an Informationen auf uns ein. Davon lassen wir aber nur rund 11.000.000 Bit in unser Gehirn. Und davon wiederum nehmen wir nur circa 20 – 60 Bit bewusst wahr.

Tatsächlich sind bestimmte Hirnregionen bereits aktiv und steuern uns, wenn wir noch gar nicht bewusst nachdenken. John-Dylan Haynes vom Bernstein Centre for Computational Neuroscience in Berlin hat herausgefunden, dass bestimmte Hirnregionen schon im Scanner aufleuchten, wenn man noch gar nicht gezielt über bestimmte Themen nachdenkt. So haben Testpersonen beispielsweise nicht einmal bemerkt, dass während einer Computeraufgabe im Hintergrund Fotos von verschiedenen Automodellen gezeigt wurden, die ihr Bewusstsein gar nicht erreichten. Trotzdem zeigten die entsprechenden Gehirnareale Aktivität.

Energetische Sensitivität: Das ist beispielsweise eine Atmosphäre, die wir spüren, wenn wir einen Raum betreten, in dem sich schon andere Menschen befinden. Oder wenn wir in ein Unternehmen kommen und gleich ein bestimmtes Gefühl dafür haben, welches Betriebsklima herrscht. Oder wenn wir bemerken, dass uns jemand anstarrt, obwohl wir mit dem Rücken zu demjenigen stehen.

Nicht-lokales Bewusstsein: Jetzt könnte es für Sie eventuell zu spirituell werden. Aber es gibt wissenschaftliche Forschungen, dass sich Informationen über ein bestimmtes Feld ausbreiten und wir in der Lage sind, diese Informationen aufzunehmen. Beispielsweise spüren Mütter, deren Söhne im Krieg sind, wenn ihnen etwas zugestoßen ist. Zwar weiß noch niemand so ganz genau, wie das funktioniert, aber es funktioniert. Der Biologe Rupert Sheldrake spricht von einem „morphischen Feld“, der Psychologe C. G. Jung nannte es „kollektives Unterbewusstsein“, Quantenphysiker sprechen vom Quantenfeld und in der indischen Theosophie findet man die Akasha-Chronik.

Gerade bei den letzten beiden Punkten spielt das Herz wohl eine wesentliche Rolle. So wurde in wissenschaftlichen Untersuchungen festgestellt, dass das Herz bereits auf Bilder reagiert, die für das Auge erst einige Sekunden später sichtbar waren.

Auch, wenn eine absolut wissenschaftliche Erklärung noch nicht gefunden wurde, weiß man heute, dass unser Herz noch über andere Kommunikationsmöglichkeiten verfügt als wir bisher annahmen. Es ist also von Vorteil, wenn wir versuchen mehr in Kontakt mit unserem Herzen und unsere Intuition zu kommen!

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Danke! – Eine Hymne auf das Leben!

2019-10-14T10:16:38+00:00Von |

„Gefällt Dir etwas nicht, dann ändere es. Kannst Du es nicht ändern, ändere Deine Einstellung. Jammere nicht.“
Maya Angelou
US-Schriftstellerin, Professorin und Bürgerrechtlerin
Dankbarkeit-Gesundheit-Glueck

So wahr – und doch so schwer … Wie oft läuft im Alltag nicht alles glatt, fühlen wir uns hilflos, ungerecht behandelt, missverstanden, als Opfer der Umstände, haben einfach den falschen Chef, schwierige Mitarbeiter, verkehrte Kollegen … Dabei vergessen wir immer wieder, wie wertvoll das Leben ist, und dass wir unsere Gedanken und unsere Emotionen selbst bestimmen!

Wenn wir jammern – und insbesondere, wenn wir bereits chronisch jammern und schon gar nicht mehr anders können – lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf die negativen Aspekte unseres Lebens. Das raubt Energie und produziert Stresshormone. Forschungen haben sogar herausgefunden, dass ständiges Beschweren und Klagen den Hippocampus in unserem Gehirn schrumpfen lässt. 

Und der ist beispielsweise entscheidend für Problemlösung und intelligentes Denken. Klar, dass jemand, der ständig klagt, irgendwann auch keine Lösungen mehr sieht. 

Die gute Nachricht:

Sie können jederzeit einen anderen Weg einschlagen. Sie müssen sich nur entscheiden. – Ist das nicht faszinierend?! Wenn Sie sich also selbst was Gutes tun wollen, befreien Sie sich von negativen Gedankenmustern und stärken Sie aktiv Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit: Kultivieren Sie eine Haltung der Dankbarkeit!

Dankbarkeit ist eine Ode an das Leben! Es ist der Schlüssel zum Glück, für ein zufriedenes Leben und erfüllte Beziehungen – ob privat oder beruflich.

Wer nicht von Geburt an die Fähigkeit zur Dankbarkeit mitbringt, muss es tatsächlich trainieren. Das erfordert Konzentration. Mal mehr, mal weniger … Tatsächlich kann es manchmal ganz schön anstrengend sein. Aber es lohnt sich immer! Was also tun? - Jedes Mal, wenn Sie sich eigentlich beschweren oder ärgern wollen, verlagern Sie stattdessen Ihre Aufmerksamkeit auf etwas, für das Sie dankbar sind. Es reduziert das Stresshormon Cortisol nachweislich um bis zu 23 %. Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die täglich an sich gearbeitet haben, um eine Haltung der Dankbarkeit zu kultivieren, eine deutlich bessere Stimmung und mehr Energie haben. Das Stichwort heißt Neuroplastizität. Gedanken-, Gefühle- und Glaubensmuster haben über die Jahre hinweg neuronale Netze im Gehirn geschaffen, die automatisch auf bestimmte Reize reagieren.

Da unser Gehirn immer bemüht ist, effizient zu arbeiten und Energie zu sparen, feuern unsere Synapsen oft schneller als wir denken können. Dabei werden jedes Mal Hormone ausgeschüttet. Beispielsweise Stress- oder Glückshormone. Diese Vernetzungen machen es oft auch so schwer Routinen zu durchbrechen. Vor allem, wenn es um Eigenschaften geht, die wir eigentlich los werden wollen …

Aber: Wir können uns umprogrammieren! Wenn wir konsequent daran arbeiten, bauen sich neue neuronale Verschaltungen auf und mit der Zeit wird so eine positive Einstellung zum Lebensstil. Das fördert Ihre Gesundheit und hilft bei Problemen und Herausforderungen einen klareren Kopf zu bewahren und lösungsorientierter zu denken und zu handeln.

Fangen Sie gleich an: Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit jetzt auf Dinge, für die Sie dankbar sind und fördern Sie Ihre Gesundheit und Ihre Lebensqualität!

Praxistipp: So können Sie eine Haltung der Dankbarkeit kultivieren.

Halten Sie für einen Moment inne: Wofür sind Sie gerade dankbar? Kommt Ihnen gleich jede Menge in den Sinn? – Super!

Oder fällt Ihnen momentan nichts ein? Läuft gerade nicht so? Macht nichts! Tun Sie sich trotzdem was Gutes! Wenn Sie sich konzentrieren, finden Sie bestimmt drei Dinge, für die Sie dankbar sind. Vielleicht sind es kleine Sachen, vielleicht größere. Beispielsweise, dass Sie ein Dach über den Kopf haben. Beispielsweise, dass Sie ein Dach über den Kopf haben? Dass Ihnen jemand einen Gefallen getan hat? Dass Sie morgens Ihren Lieblingskaffee oder -tee genossen haben? Die Blume am Wegesrand? Für Ihre Familie? Ihren Job?

Denken Sie bei den genannten Dingen eventuell gleich wieder „Ja, aber …“. – Dann stoppen Sie sich selbst! Konzentrieren Sie sich ausschließlich auf die guten Sachen. Auch, wenn es nur ein paar Sekunden sind. Jede Sekunde verändert Ihr Mindset!

Stellen Sie sich vor, wie Sie sich fühlen würden, wenn Sie bestimmte Dinge in Ihrem Leben nicht mehr hätten: Wohnung, Haus, Auto, Freunde, Familie, Arbeit, körperliches Können, persönliche Fähigkeiten, Lieblingsessen, Hobbies … Was würden Sie wirklich vermissen? Für was sind Sie entsprechend dankbar?

Legen Sie sich ein Dankbarkeitstagebuch an: Worüber haben Sie sich heute gefreut? Was war heute schön? Hat Sie jemand angelächelt? Haben Sie jemanden angelächelt? Gab es was Gutes zu essen?

Dankbarkeit fördert Optimismus und Vitalität

In einer Studie [1] wurden Testpersonen in drei Gruppen eingeteilt.  Eine Gruppe sollte zehn Wochen lang in einem Tagebuch notieren, wofür sie dankbar sind, die zweite, was schlecht gelaufen war, und eine dritte Gruppe neutral reflektieren. Die Teilnehmer, die das Dankbarkeitstagebuch geführt hatten, fühlten sich vitaler und empfanden mehr Lebensfreude. Sogar körperliche Symptome wie Bauch- oder Kopfschmerzen, Schwindel oder Muskelverspannungen hatten sich reduziert. Zudem schliefen sie besser.

Dankbarkeit stärkt das Herz

Auch die Schulmedizin hat dieses wunderbare Mittel entdeckt: Dankbarkeit unterstützt die Herzgesundheit. In einer wissenschaftlichen Untersuchung führten einige Herzpatienten ebenfalls ein Dankbarkeitstagebuch, wodurch sich ihre körperliche Verfassung deutlich verbesserte. [1] http://www.health.harvard.edu/healthbeat/giving-thanks-can-make-you-happier

Danken Sie anderen Menschen. Das kann ein großes Danke sein an Menschen, die Ihnen sehr wichtig sind oder die Sie sehr schätzen. Oder ein kleines Danke dafür, dass Sie die angeforderten Unterlagen erhalten haben. Dass jemand die Tür vom Lift für Sie aufgehalten hat. Dass Ihnen jemand einen Kaffee mitgebracht hat …

Danken Sie ganz klar und bewusst. Schauen Sie den anderen dabei in die Augen und seien Sie selbst achtsam mit sich, wie Sie sich dabei fühlen.

Gehen Sie regelmäßig in die Natur und genießen Sie, was Sie sehen, hören und riechen. Funktioniert auch in Städten, wenn Sie ein Stadtmensch sind und das lebendige Treiben Ihnen Kraft gibt. Hauptsache, Sie erfahren die Welt mit all Ihren Sinnen.

Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben diesen Beitrag zu lesen!

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Wie oft haben Sie heute schon gelacht? – So hilft Lachen gegen Stress!

2019-10-14T10:17:06+00:00Von |

Lachen oder auch Lächeln hat einen positiven Effekt: es stärkt das Immunsystem, entspannt und verbessert das Wohlbefinden. Lachen ist gesund! Das wusste schon Aristoteles. Soll er doch gesagt haben: „Lachen ist eine körperliche Übung von großem Wert für die Gesundheit.“ Ja! – Und vor allem, wenn das Lachen mit echter Freude verbunden ist.

Humor ist eine Haltung oder Eigenschaft, die einem entweder schon die Wiege gelegt wurde oder die man sich antrainieren kann. Wer die witzigen Seiten in positiven wie negativen Situationen erkennen kann, baut leichter Stress und Ängste ab. Gleichzeitig wird das Selbstbewusstsein gefördert und schwierige Situationen werden besser bewältigt. Humor hilft physische, kognitive, emotionale und soziale Gesundheit zu stärken: beispielsweise eine höhere Schmerz- und Stresstoleranz zu haben, gute Laune zu fördern, Kreativität zu erhöhen, freundlicher Aufzutreten, bessere Beziehungen zu anderen zu haben.

Die positiven Wirkungen des Lachens:

Lachen stärkt das Immunsystem

Forschungen haben gezeigt, dass bei lachenden Menschen die Zahl der körpereigenen Abwehrzellen steigt. Die Anzahl an Immunglobulinen, die Infektionen vorbeugen, steigt ebenso wie die Anzahl an Zytokinen, die als Bestandteile weißer Blutkörperchen der körpereigenen Abwehr dienen. Diese Immunglobulin-Effekte können sogar bis zu zwölf Stunden anhalten. 

Lachen stärkt das Herz

Die durchblutungsfördernde Wirkung des Lachens trägt zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Krankheiten bei und senkt den Blutdruck. Prof. William Fry vom Institut für Humorforschung an der Stanford Universität in Kalifornien fand heraus, dass 20 Sekunden Lachen den Körper mindestens genauso fordern wie drei Minuten Joggen.

Wenn Sie lachen, trainieren Sie also Ihr Herz-Kreislaufsystem. Menschen, die häufig lachen, haben tatsächlich seltener Herzinfarkte und Depressionen.

Beim Lachen können mehrere hundert Muskeln beteiligt sein: von der Gesichtsmuskulatur über die Atemmuskulatur bis hin zur gesamten Körpermuskulatur, wenn Sie sich vor Lachen biegen. Beim Lachen atmen Sie deutlich tiefer und Sie versorgen Ihren Körper mit mehr Sauerstoff. Die Bronchien öffnen sich und die Lunge wird durchlüftet. Für das Blut ergibt sich so ein reinigender Effekt. Kohlensäure wird als ein Abfallprodukt des Fettverbrennungsvorgangs ausgestoßen. 

Lachen wirkt bei Schmerzen

Wer ausgiebig lacht, schüttet Endorphine aus. Das sind schmerzhemmende Signalstoffe, die das Schmerzempfinden senken.

Lachen hilft gegen Stress

Nach einer Lachphase sinkt der Spiegel des Stresshormons Cortisol im Blut. Auch die Produktion von Adrenalin wird gebremst. Anspannung und Stress lassen nach.

Lachen macht glücklich

Im Gehirn wird die Ausschüttung von Glückshormonen, wie Serotonin, angeregt.

Lachen fördert Verbundenheit

Gerade in der Führung und im Kollegenkreis hat Lachen eine wunderbare Wirkung. Lachen macht sympathisch. Lachen baut Spannungen und Hemmungen ab. Es bricht das Eis. Lachen schafft Nähe und Vertrauen.

Dabei gibt es unterschiedliche Formen des Lachens: 

  • Das herzhafte Lachen, wenn Sie sich köstlich amüsieren.
  • Das befreiende Lachen, wenn sich eine Anspannung löst.
  • Das fröhliche Begrüßungslachen, wenn Sie sich freuen, jemanden zu sehen.
  • Das verlegene Lachen, wenn Sie glauben, einen Fehler gemacht zu haben oder unsicher sind.
  • Das entschuldigende Lachen, wenn Sie Konflikte oder Missstimmungen beseitigen möchten.

Lachen hat also ganz verschiedene Funktionen. Am schönsten aber ist natürlich das Lachen, das mit großer Freude einhergeht.

Wann haben Sie das letzte Mal herzhaft gelacht? Wirklich aus vollem Herzen? Während Kinder bis zu 400 Mal am Tag lachen, tun es Erwachsene nur noch bis zu 15 Mal. Gelotologie – so nennt sich das Fachgebiet, das die Wirkung des Lachens auf Körper und Psyche untersucht.

Aber wie kann man sich selbst zum Lachen anregen?

Praxistipp: Trainieren Sie Ihren Humor - So haben Sie mehr zu lachen!

Achtsamkeit

Können Sie über das Leben lachen? Haben Sie gern und oft Spaß? Wenn ja, wann? Wenn nein, warum nicht? Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die heiteren Momente in Ihrem Alltag aus. Dabei helfen folgende Fragen: Wann und worüber habe ich heute gelacht? Habe ich heute jemanden angelächelt? Wen? Welche Situationen haben mich wirklich amüsiert? Worüber lache ich eigentlich?

Medien richtig nutzen

Kino oder Fernsehfilm: Lieber Action oder Comedy? Suchen Sie sich doch das nächste Mal ganz bewusst etwas aus, das Sie zum Lachen bringt. Gleiches gilt für Bücher und Social Media. Wählen Sie gezielt und sinnvoll aus, was Sie konsumieren.

Lächeln!

Lächeln Sie das nächste Mal bewusst jemanden an: bei der Begrüßung, Ihre Kollegen, wenn Sie mit anderen Blickkontakt haben, beispielsweise in Besprechungen, oder die Kassiererin im Supermarkt, den Chef, die Mitarbeiter Sie werden sehen, Ihr Gegenüber reagiert und die Atmosphäre wird tatsächlich noch angenehmer. Lächeln und Lachen ist ansteckend!

Konfliktmanagement

Wenn Sie sich in einer angespannten Situation befinden, versuchen Sie mal einen Schritt zurück zu machen und statt eventuell ärgerlich zu werden, zu lachen. Ein auflockernder Spruch über die verkorkste Situation kann angestrengte Problemlösungsorientierung verhindern. Aber natürlich gilt es vorsichtig zu sein. Manche Menschen glauben, dass sie oder das Problem nicht ernst genommen werden, wenn jemand einen Witz darüber macht. Hier gilt es natürlich eine Gratwanderung zu vollziehen, um einerseits die Ernsthaftigkeit zu wahren, aber andererseits etwas Leichtigkeit in die Herausforderung zu bringen.

Lach-Yoga

Besuchen Sie doch mal einen Lach-Yoga-Kurs. Da geht es besonders lustig zu. Allerdings wird Ihnen nicht ein Witz nach dem nächsten erzählt, sondern Sie machen Übungen, in denen Sie erst einmal rein motorisch lachen. Obwohl es zu Beginn ein absichtliches künstliches Lachen ist, geht dies nach einiger Zeit in ein natürliches Lachen über. Sie trainieren, wie Sie immer schneller in ein echtes, herzhaftes Lachen kommen und eine heitere Stimmung erreichen. Das wirkt zu Beginn natürlich etwas ungewohnt und kann auch erst mal ganz schön peinlich sein. Wenn Sie aber erst einmal durch diese Phase durch sind, lachen Sie sich schlapp – und zwar immer dann, wenn Sie es wollen. Sie beeinflussen Ihre Stimmung, ohne dass Sie auf Reize aus der Umgebung angewiesen sind.

Über den Körper zur richtigen Stimmung

Sie können jederzeit - auch ohne Kurs und sogar wenn Sie allein sind und vielleicht gerade eine schlechte Stimmung haben - bewusst lachen oder lächeln. Dabei werden Sie sich wahrscheinlich erst mal komisch und unangenehm berührt fühlen. Aber: Selbst durch mechanisches Lachen oder Lächeln aktivieren Sie unterschiedliche Bereiche im Gehirn. Sie müssen nur ein wenig durchhalten und nicht gleich nach ein paar Sekunden wieder aufhören. Dann werden Sie nach einiger Zeit merken, dass Ihre Laune steigt!

Humor und Komik: zwei Gegensätze, die sich anziehen.

Übrigens: Es gibt einen Unterschied zwischen „Humor haben“ und „komisch sein“. Wer komisch ist, versucht andere Menschen zum Lachen zu bringen. Etwa durch das Erzählen von lustigen Geschichten oder Witzen. Dahinter steckt in der Regel jedoch noch eine andere Strategie als sich selbst zu erfreuen. Oft geht es darum, akzeptiert und wertgeschätzt zu werden, weil man andere zum Lachen bringt. Manchmal funktioniert das, manchmal nicht.

Wer jedoch wirklich einen gesunden Sinn für Humor hat, verfügt über die Fähigkeit, sich zu entspannen, das Leben nicht so ernst zu nehmen und über sich selbst zu lachen. Dafür muss man nicht unbedingt der geborene Komiker sein und ständig Witze erzählen.

Ein Versuch, Sie zum Lächeln zu bringen.

Okay – Humor ist so unterschiedlich, wie wir Menschen es sind. Nicht jeder kann über etwas lachen, worüber sich der nächste wieder köstlich amüsiert. Daher ist es natürlich an dieser Stelle schwierig, einen Witz zu machen, über den jeder lachen kann. Aber in einem Beitrag über Humor darf das natürlich nicht fehlen. Daher möchte ich es nicht versäumen, es wenigstens zu versuchen, Sie ein klein wenig zum Schmunzeln zu bringen – auch, wenn ich mich damit aufs Gleiteis begebe: Hier nun ein paar sehr kurze Flachwitze … 

  • „Ich habe einen Joghurt fallen gelassen. Er war nicht mehr haltbar.“
  • „Ich war doch gestern gar nicht so betrunken, oder?“ 
    „Alter, du hast den Duschkopf in den Arm genommen und gesagt er soll aufhören zu weinen!“
  • Tausche Arbeitsplatz: 25 h/Woche, knapp 4000 € Netto, mit netten Kollegen, freier Zeiteinteilung und einem sehr coolem Chef. Urlaubsgeld und 13. Gehalt. Gegen meinen! 😉
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Sie sind es (sich) wert! – Sich und anderen respektvoll begegnen.

2019-10-14T16:02:28+00:00Von |

Mittlerweile ist es allgemein bekannt: Wertschätzung fördert Motivation und die Identifikation mit dem Unternehmen. Daher würden gern viele Führungskräfte in ihrem Unternehmen Wertschätzung verordnen. Nur leider gibt es die nicht auf Rezept. Denn Wertschätzung basiert auf einer inneren Haltung. Und die ist spürbar – oder eben nicht. Generell bezieht sich Wertschätzung nämlich auf den ganzen Menschen und ist verbunden mit Respekt und Wohlwollen. Und das geht im Alltagsleben oft verloren. Erst recht, wenn ich den anderen gar nicht so gut leiden kann …

Anders verhält es sich mit dem Lob. Das zielt nur auf eine Leistung oder ein Verhalten ab. Und wir merken sofort, wenn es nicht um uns als Person geht. Denn auch ein Lob kommt ganz anders an, wenn ich wirkliche Wertschätzung für mich wahrnehme.

Oft vermischen wir Lob und Wertschätzung. Und wundern uns, warum es immer noch so viele Beschwerden über mangelnde Wertschätzung gibt, obwohl doch mittlerweile schon deutlich mehr gelobt wird. In vielen Unternehmen geht es tatsächlich noch immer vorrangig um die Bewertung von Leistung. Nur langsam findet ein Umdenken statt: Dass motivierte und kompetente Mitarbeiter gefunden und gehalten werden können, ist eng damit verbunden, den einzelnen Menschen zu sehen, seine Fähigkeiten, Stärken und Schwächen respektvoll im Arbeitsleben einzubinden und eine Kultur der Wertschätzung proaktiv zu fördern.

Wertschätzung: Einbahn- oder Ringstraße?

In der Regel wird von Führungskräften gefordert, dass sie ihre Mitarbeiter mehr wertschätzen sollen. Ja, tatsächlich sollte es zu den Kompetenzen eines Chefs oder einer Chefin gehören, Wertschätzung ausdrücken zu können. Das ist jedoch keine Einbahnstraße. Denn nicht nur Führungskräfte sollten ihren Mitarbeitern mit mehr Interesse, Freundlichkeit und Aufmerksamkeit begegnen, sondern es gilt genauso umgekehrt. Ebenso wie es auch im Kollegenkreis vorherrschen sollte. Mancherorts gehört es doch „zum guten Ton“ über den Chef zu lästern. Vor allem dann, wenn seine menschlichen Schwächen für die Mitarbeiter deutlich wahrnehmbar sind. Doch eine wirklich wertschätzende Kultur muss unabhängig von Hierarchieebenen und in allen Richtungen stattfinden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht auch mal zu Konflikten oder Kritik kommen kann. Ist jedoch echte Wertschätzung Basis der Zusammenarbeit, werden auch schwierige Situationen deutlich konstruktiver gemanagt.

Praxistipp: So können Sie Wertschätzung fördern.

1. Selbstwahrnehmung

Achten Sie auf sich selbst und Ihr eigenes Wohlergehen. Schätzen Sie sich selbst wert? Wenn nein, ist es natürlich deutlich schwieriger, andere Menschen wertzuschätzen. Machen Sie sich bewusst, wie Sie mit sich selbst umgehen, und ob sich das eventuell im Umgang mit anderen wiederspiegelt.

2. Nonverbale Kommunikation

Senden Sie nonverbale Signale: Schauen Sie dem Anderen bei der Begrüßung und in Gesprächen in die Augen. Natürlich mit der Absicht in echten Kontakt zu kommen und nicht zu dominieren. Sie können auch wohlwollend mit dem Kopf nicken, lächeln oder anerkennend schauen.

3. Grenzen einhalten

Respektieren Sie Grenzen und Ressourcen. Die der anderen genauso wie Ihre eigenen. Lassen Sie beispielsweise Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzte in Ruhe arbeiten und reduzieren Sie Unterbrechungen auf das Nötigste. Gleiches gilt für Sie selbst: Setzen Sie Grenzen, wenn Sie merken, dass Sie zu viel Kraft in die Bedürfnisse anderer investieren und in Stress geraten.

4. Ehrliche Aufmerksamkeit

Versuchen Sie, sich wirklich für Ihre Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzte sowie deren Leben zu interessieren. Manchmal erfahren Sie Überraschendes. Dazu gehört es beispielsweise auch, zu Geburtstagen, Hochzeiten oder anderen Anlässen zu gratulieren und generell Anteil an besondere Ereignisse zu nehmen. Oder auch in schwierigen Lebensphasen ein offenes Ohr zu haben.

5. Zeit einplanen

Nehmen Sie sich Zeit für andere, hören Sie aufrichtig zu und versuchen Sie auch wirklich verstehen. Fragen Sie nach Meinungen. Gleichzeitig kommunizieren Sie aber auch ganz klar, wenn Sie gerade selbst unter Stress oder Zeitdruck stehen und mit den Gedanken woanders sind.

6. Klarheit und Transparenz

Seien Sie klar und transparent in Ihren Worten und Handlungen. Wenn Sie Wert darauf legen, dass Ihre Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzte nachvollziehen können, warum Sie Entscheidungen treffen, welche Erwartungen Sie haben und was Ihre Ziele sind, fördern Sie die Zusammenarbeit.

7. Feedbackkultur

Geben Sie Rückmeldungen. Sie sollten konstruktive Kritik ebenso äußern wie lobende Worte zu finden.

8. Stärkenorientierte Führung

Erkennen Sie die Stärken Ihrer Mitarbeiter und fördern Sie diese aktiv.

9. Respekt

Reden Sie nicht schlecht über andere in dessen Abwesenheit.

10. Fehlerkultur

Haben Sie den Mut, unvollkommen zu sein und dies auch zu zeigen.

11. Konfliktmanagement

Trauen Sie sich, Konflikte anzusprechen und zu klären, ohne Schuldzuweisungen zu machen.

Gehirn-Emotion-Fuehrung

Und das passiert im Gehirn:

Wenn wir wertschätzen können und uns auch selbst wertgeschätzt fühlen, schüttet das Gehirn Neurotransmitter aus. Besonders im sogenannten Emotionssystem werden Opioide und Oxytocin freigesetzt. Oxytocin ist beispielsweise eine Art Bindungsstoff oder „Sozialkleber“. Er bewirkt, dass wir gern mit den Menschen um uns herum zusammen sind und kreativer wie produktiver im Team arbeiten. Im Gegensatz dazu wird beim Lob das Belohnungssystem im Gehirn angesprochen und ganz andere Botenstoffe ausgeschüttet, beispielsweise Dopamin. Das sorgt zwar kurzzeitig für ein Hochgefühl, hält aber nicht so lange an. Der Effekt lässt sich mit Süchten vergleichen: Eine gewisse Zeit lang gibt es ein gutes Gefühl, aber die Wirkung flacht wieder ab. Um dieses Wohlfühlgefühl wieder herzustellen, braucht es letztlich immer größere Dosen in immer kürzeren Abständen. 

Gehaltserhöhungen oder generell geldwerte Vorteile sorgen beispielsweise für ein solches Hochgefühl. Zu schnell gewöhnen wir uns an solche Zustände und für immer neue Kicks müssten Sie immer öfter und immer tiefer in Ihre Tasche greifen und immer höhere Boni ausschütten. Welches Unternehmen kann sich das schon leisten … Unterm Strich entsteht so also keine beständige, dauerhafte Zufriedenheit. Bedienen Sie aber das Emotionssystem im Gehirn, indem Sie Wertschätzung, Bindung und Gemeinschaft fördern, fördern Sie auch Ihren unternehmerischen Erfolg.

Fazit:

Jeder Einzelne ist gefragt, Verantwortung für eine wertschätzende Kultur zu übernehmen. Auch, wenn Wertschätzung eine innere Haltung ist, die aus dem Herzen kommt und (noch) nicht jedem zu eigen ist, kann Wertschätzung erst mal nur verstandesmäßig stattfinden. Sie ist ein wunderbares Instrument, um Motivation und Produktivität zu fördern – und gut für die eigene Psychohygiene. Denn auch, wenn Sie diese wertschätzende Haltung nicht immer abrufen können oder sie auch nur manchmal durchblitzt: Sie können immer wieder und immer an beiden Enden anfangen: mit Herz und Verstand handeln. Warten Sie nicht, bis Sie sich Ihre innere Haltung geändert hat, sondern nutzen Sie Ihr Wissen darüber, wie man Wertschätzung ausdrückt und leben Sie es im Alltag. Sie werden früher oder später merken, dass sich etwas in Ihrer Haltung ändert. Das wird Ihnen zum einen gefallen und zum anderen fördert es Ihre Glückshormonproduktion.

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60 Sekunden für Ihr Herz

2019-05-12T15:55:20+00:00Von |

Unser Herz ist unser persönliches One-Hit-Wonder: Sein Rhythmus ist wie eine musikalische Sprache, über die das Herz mit unserem Körper kommuniziert. Er klingt in jeder Zelle des Körpers und beeinflusst unsere körperliche wie mentale Gesundheit.

Wir alle wissen, dass wir den Rhythmus des Herzschlages durch körperliche Anstrengung verändern können. Aber ist Ihnen auch klar, dass er von der Atmung, von Emotionen und Gedanken beeinflusst wird? Klinische Studien haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen Herzrhythmus und Gesundheit sowie geistiger und körperlicher Leistungsfähigkeit gibt.

Auch geistige Funktionen wie Denk- und Entscheidungsfähigkeit, Lösungskompetenz und Kommunikationsfähigkeit sind eng mit unserem Herzen verbunden. Sie kennen das sicher: Sie sind aufgeregt und Ihr Herz fängt plötzlich an zu rasen. Gleichzeitig ist Ihr Kopf wie leergefegt, Sie bekommen kein Wort mehr heraus

Die gute Nachricht:

Wir können unser Herz beeinflussen. Die moderne Herzkohärenzforschung weiß heute, dass wir mit mentalen Techniken und unserer Atmung sowohl unsere Gedanken und Emotionen als auch unseren Herzrhythmus selbst steuern können, statt von ihnen gesteuert zu werden. Dadurch können wir sogar die Produktion von Stress-  und Glückshormonen beeinflussen.

Praxistipp: Die Herzatmung

Das ist eine kleine, aber sehr effektive Übung, um innerlich ruhiger und gelassener zu werden. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihr Herzbereich. Stellen Sie sich vor, wie Sie durch Ihr Herz tief ein- und ausatmen. Nehmen Sie tiefe Atemzüge. Je länger Sie sich darauf konzentrieren können, desto besser. Wenn Sie dies nur eine Minute für acht, neun Atemzüge am Tag machen, werden Sie spüren, dass sich auf Dauer etwas verändert.

Natürlich können Sie auch länger so bewusst atmen, wenn Sie möchten. Sollten Sie abschweifen – was Sie sehr wahrscheinlich tun werden – konzentrieren Sie sich erneut. Üben Sie regelmäßig, am besten mehrmals täglich: im Auto, im Badezimmer, im Büro, auf dem Weg zum Parkplatz, im Zug oder Flugzeug, an der Supermarktkasse, vor dem Einschlafen …

Funktioniert auch wunderbar in Besprechungen! Gerade, wenn Sie sich ärgern, unruhig werden oder genervt sind. Wenn Sie erst einmal ein wenig innere Ruhe finden, reagieren Sie wahrscheinlich anders – und Sie tun vor allem etwas für sich! Denn Sie reduzieren die Ausschüttung von Stresshormonen.

Diese Technik hilft Ihnen, Ihr Gedankenkarussel anzuhalten. Gleichzeitig kommen Sie in Kontakt mit sich selbst und beeinflussen Ihren Herzrhythmus und Ihr Autonomes Nervensystem. Das ist sogar messbar. Mit modernen Pulsmessgeräten lässt sich der Effekt auf Ihr Herz sofort sichtbar machen.

Nehmen Sie sich eine Minute für Ihr Herz!

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Warum es gut ist, sich nicht gut zu fühlen. – Selbstmanagement mit Emotionaler Intelligenz

2019-10-14T16:05:20+00:00Von |

Sie fühlen sich manchmal nicht gut? – Herzlichen Glückwunsch! Sie nehmen sich nicht nur wahr, Sie haben auch den Mut, sich Ihre Gefühle einzugestehen. Eine wichtige Fähigkeit der Emotionalen Intelligenz. Die Kunst dabei ist, sich nicht von diesen unangenehmen Emotionen übermannen zu lassen oder gleich in Aktionismus zu gehen, um diese Gefühle los zu werden, sondern gewinnbringend damit umzugehen.

Wie das geht?

Als erstes gilt es, achtsam zu sein und inne zu halten. Achtsamkeit ist eine hohe Form des Selbstmanagements. Wirkliche Achtsamkeit unterbricht die automatischen Vorgänge. Es ist die Fähigkeit, direkt wahrzunehmen, was im Moment passiert – und zwar ohne zu urteilen! Und genau letzteres ist entscheidend! Wenn wir bemerken, welche Automatismen ablaufen, welche Gedanken und Glaubenssätze wir haben, welche körperlichen Reaktionen und Gefühle, ohne diese sofort zu bewerten und verändern zu wollen, schaffen wir Distanz. Ein erster, wichtiger Schritt, innere Ruhe zu erlangen.

Beim Selbstmanagement regulieren wir uns und unsere Emotionen, Gedanken und unser Verhalten. Es geht darum, Situationen zu meistern, obwohl wir die äußeren Rahmenbedingungen, die diese unangenehmen Emotionen ausgelöst haben, vielleicht erst mal nicht ändern können. Beispielsweise, wenn Ihr Chef Sie geärgert hat, die Kollegen unfreundlich sind, sich die Kundenbeschwerden häufen, Zeit und Budget zu knapp sind oder gerade einfach gar nichts funktioniert. Auch dann – oder gerade dann gilt es, gut mit sich selbst umzugehen. Gelassener, konstruktiver und gesünder zu fühlen und zu handeln.

Mit Achtsamkeit können Gefühle gewandelt und Gehirnstrukturen verändert werden.

Esoterischer Quatsch oder knallharte Wissenschaft?

Forschungen haben gezeigt, dass mentale Techniken körperliche Veränderungen, wie die Entwicklung neuer Gehirnstrukturen, herbeiführen können. Jede Gewohnheit und Routinen, die wir haben, bilden sich in neuronale Netze in unserem Gehirn ab. Jede Emotion löst chemische Prozesse in unserem Körper aus. Diese haben wesentlichen Einfluss auf unsere Gesundheit, wie erfolgreich wir sind und wie bereichernd unsere beruflichen wie privaten Beziehungen sind. Wer will, kann sich umprogrammieren und sich von belastenden Mustern befreien. Verdrängung führt im Gegensatz dazu zur Festigung von Routinen und Gewohnheiten, mit denen wir uns gegebenenfalls selbst schädigen. Achtsamkeit ist eine Technik, die uns hilft, neue Programme zu installieren, um gesünder, zufriedener und erfolgreicher zu werden.

Praxistipp: So können Sie Routinen und Emotionen verändern

Gewohnheiten verändern

Wenn wir Automatismen durchbrechen wollen, müssen wir uns diesen erst mal bewusst werden. Innere Distanz schaffen und annehmen. Um innere Distanz und Akzeptanz zu schaffen, gibt es ein "Hilfsmittel": Konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem und lassen Sie los. Die Brücke zwischen Ihren Emotionen, Ihrem Körper und Ihren Gedanken ist Ihr Atem. Klingt vielleicht banal, ist aber höchst effektiv. Noch dazu in jeder Situation anwendbar. Sie können sofort anfangen und brauchen nichts zu verändern. Der positive Einfluss eines ruhigen Atems auf unser Herz und unser Gehirn ist mittlerweile auch wissenschaftlich erwiesen. Nachweislich wird durch den Atem unser autonomes Nervensystem reguliert. Es ist unmöglich, einerseits ruhig und entspannt zu atmen und andererseits aufgeregt zu sein. Über unsere Atmung wird der Körper entspannt oder angespannt. Das können wir nutzen, um unseren Organismus durch gezieltes ruhiges Atmen in einen entspannteren Zustand zu versetzen und damit auch unsere mentale Befindlichkeit zu verbessern.Funktioniert auch wunderbar in Besprechungen! Gerade, wenn Sie sich ärgern, unruhig werden oder genervt sind. Lassen Sie Ihren Atem einfach erst mal so fließen, wie er kommt und geht und konzentrieren Sie sich darauf. Wenn es Ihnen zusätzlich hilft, können Sie auch Ihre Gedankenkarussell anhalten, indem Sie sich selbst sagen: „Ich atme ein und bin mir meines Atems bewusst. Ich atme aus und bin ich mir meines Atems bewusst.“ Sonst nichts. Sie werden schnell merken, dass Sie so ruhiger werden. Und dann gelingt es Ihnen auch besser, ziel- und lösungsorientiert in diesen Situationen zu agieren.

Neue Emotionen erzeugen

Manchmal reicht es schon, diesen inneren Abstand zu haben, damit sich etwas verändert. Und mit diesem Abstand auf sich selbst zu schauen. Ohne weiteres zu tun. Es kann aber auch ein zweiter Schritt erfolgen: Die aktive Schaffung neuer, gewinnbringender Emotionen. Sie können diese Art der Atmung steigern, indem Sie sich gleichzeitig ein gutes Gefühl aufrufen. Wie würden Sie sich gern in dieser Situation fühlen? Gelassener? Wertschätzender? Selbstsicherer? Motivierter? Es empfiehlt sich, eine Emotion zu nehmen, die Sie bereits kennen. Als Hilfsmittel können Sie sich eine Situation vorstellen, in der Sie diese Emotionen bereits erlebt haben. Wichtig ist, dass Sie nicht nur daran denken, sondern sich auch wirklich in dem Moment so fühlen. Denn Emotionen verursachen direkt chemische Reaktionen in Ihrem Körper und haben Einfluss auf Ihr Denken. Verändern sogar Gehirnstrukturen. Das ist messbar. Wenn Sie regelmäßig üben, sich in solche gewünschten Zustände zu versetzen, werden Sie es auch in Stresssituationen leichter umsetzen können.

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Du bist, wie Du bist – Empathie als Baustein Emotionaler Intelligenz

2019-10-14T16:07:11+00:00Von |

Je offener wir für unsere eigenen Gefühle sind, desto besser können wir die Gefühle anderer akzeptieren und deuten.

Empathie ist die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Sie hilft, Wertschätzung zu empfinden, Konflikte zu lösen oder ihnen vorzubeugen und kundenorientiert zu handeln. Es ist ein Haltung, die darauf basiert, wirklich ein ernsthaftes Interesse am Erleben eines anderen Menschen zu haben. So lässt sich ein konstruktives Miteinander leben und Brücken bauen, wenn zwei Meinungen aufeinanderprallen. Es ist eine wichtige Fähigkeit für eine respektvolle Gesellschaft, ein wertschätzendes Betriebsklima und harmonische Beziehungen.

Dabei lassen sich drei Arten von Empathie unterscheiden:

• Die Gedanken-Empathie: Was denkt der andere gerade?
• Die Gefühls-Empathie: Was fühlt der andere?
• Die Wahrnehmungs-Empathie: Wie nimmt der andere seine Umgebung, ja die ganze Welt wahr?

Grenzen ziehen

Wenn Sie sich auf Ihr Gegenüber einlassen, stellen Sie Ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse für einen Moment zurück. Das heißt nicht, dass der andere wichtiger ist als Sie. Es geht nur darum, ein gewisses Verständnis für die Welt des anderen zu bekommen. 

Haben Sie dieses Verständnis für den anderen, bedeutet dies aber noch lange nicht, dass Sie auch einverstanden mit dessen Ansichten, Meinungen und Werten sein müssen. Viele Menschen setzen dies gleich und können daher Ihre Empathie nicht wirklich entwickeln. Sie sind bewusst oder unbewusst der Meinung, dass es nur „Schwarz oder Weiß“ gibt. Entweder der andere hat Recht oder ich. Empathie zu haben, bedeutet jedoch, verschiedene Wahrnehmungen und Ansichten gleichrangig nebeneinander stehen zu lassen. Je nach Situation entscheiden Sie dann anschließend, wie Sie mit diesem Wissen umgehen: Wie weit gehen Sie auf den anderen ein? Wie wichtig ist es Ihnen, Ihre Meinung ohne Zugeständnisse durchzusetzen? Können und wollen Sie Kompromisse machen? 

Einfühlungsvermögen zu haben, bedeutet auch nicht, dass wir mit dem anderen mitleiden, sondern dass wir klare Grenzen zwischen unseren eigenen Gefühlen und denen des anderen ziehen können. Das kann besonders schwer in engen oder hierarchischen Beziehungen werden. Beispielsweise unter Kollegen, die sich gut verstehen oder zwischen Vorgesetzte und Mitarbeiter. Nur zu gern möchte man, dass der andere ähnlich fühlt und denkt. Da kann es schon mal vorkommen, dass man sich gegenseitig beeinflussen will und auf den anderen einredet. Oder man wird von der schlechten Stimmung des anderen angesteckt. Oder es kommt zu einem Konflikt, weil wir das Denken und Fühlen des Gegenübers unbedingt in unserem Sinne verändern wollen.

Toleranz und Verständnis kann Situationen und Beziehungen entschärfen. Das bedarf manchmal einer innerlichen Größe und der Fähigkeit, unangenehme Situationen erst mal auszuhalten. Gerade, wenn wir mit den Gedanken, Emotionen und Wahrnehmungen des anderen nicht einverstanden sind, sie unseren eigenen Erleben und unseren Werten widersprechen. Doch die Mühe lohnt sich. Mittel- bis langfristig entsteht so eine bessere Zusammenarbeit, größere Wertschätzung und produktivere Kooperationen.

Praxistipp: So können Sie Ihre empathischen Fähigkeiten erweitern

  • Schenken Sie Ihrem Gegenüber Ihre volle Aufmerksamkeit. Nehmen Sie sich Zeit, beobachten Sie und hören Sie aufrichtig zu.
  • Seien Sie neugierig und bringen Sie dem anderen ehrliches Interesse entgegen. Auch, wenn dessen Erleben, Einstellungen und Werte völlig anders als Ihre sind. Es kann sehr spannend sein, „fremde Welten“ zu entdecken.
  • Aktives Zuhören: Geben Sie mit Ihren eigenen Worten das Gehörte und Erfahrene wieder. Holen Sie sich Feedback ein und fragen Sie Ihr Gegenüber, ob er oder sie den Eindruck hatte „verstanden worden zu sein“.
  • Wenn Sie „eine besonders harte Nuss knacken“ wollen und sich ein wenig Zeit nehmen, können Sie sich einen bestimmten Menschen vorstellen mit dem Sie vielleicht sogar besonders große Schwierigkeiten haben und sich bewusst mit diesem auseinandersetzen. Versuchen Sie ihn oder sie so vollständig wie möglich zu begreifen:
    • Wie fühlt sich der Mensch im Kollegenkreis, beruflich, privat?
    • Ist er oder sie mit seiner/ihrer Arbeit zufrieden? Macht er oder sie es gern? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
    • Wie würden Sie auf einer Skala von 0 bis 10 dessen Motivation einschätzen?
    • Welche Gründe könnte es für diese Einschätzung geben?
    • Welche Charaktereigenschaften hat diese Person?
    • Welche Sorgen, Ängste, Probleme hat diese Person?
    • Welche Bedürfnisse, Wünsche, Sehnsüchte hat dies Person?
    • Welche Werte hat diese Person?

Übrigens: Empathie zeigt sich auch im Gehirn

Wenn Sie empathisch sind, sind bestimmte Bereiche Ihres Gehirns aktiv. Im sogenannten präfrontalen Cortex befinden sich die Spiegelneuronen. Sogar wenn Sie beispielsweise einfach nur jemanden beobachten wie er oder sie etwas tut, weisen Ihre Spiegelneuronen und die des Beobachteten dasselbe Aktivitätsmuster auf. Interessanterweise funktioniert das auch, wenn Sie sich nur vorstellen, was jemand anders gerade tut, was er denkt oder wahrnimmt. Das Gehirn unterscheidet nämlich nicht zwischen Realität und Vorstellung. So können auch Emotionen ausgelöst und nachempfunden werden.

Das können wir bewusst nutzen! Denn wohin Sie ihre Aufmerksamkeit lenken, wird Sie beeinflussen. Wollen Sie etwas Neues lernen, beobachten Sie Menschen, die diese Eigenschaft bereits haben und Ihr Gehirn lernt. Achten Sie daher auch auf geistige Hygiene. Das heißt, welche Medien konsumieren Sie? Mit welchen Menschen umgeben Sie sich? Welche Gedanken lassen Sie zu? All das hat Einfluss auf die Entwicklung Ihrer Spiegelneuronen. Und damit auch auf Ihr Verhalten, Ihr Denken und Ihre Emotionen.

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Ich bin, wie ich bin! – Selbstwahrnehmung mit Emotionaler Intelligenz

2019-04-22T14:35:35+00:00Von |

Sich selbst wahrnehmen, die eigenen Gefühle erkennen und deuten spielt eine wichtige Rolle: in der Führung, in der Kommunikation und für die mentale wie körperliche Gesundheit. Klar, werden Sie sagen, ich kenne mich doch! Was soll ich da noch wahrnehmen? Sie werden staunen:

Den meisten Teil des Tages sind wir mit unserer Aufmerksamkeit im Außen. Wir arbeiten an Projekten, reden mit Kollegen, beantworten E-Mails, organisieren unser Privatleben. Mit all dem verknüpft sind Emotionen, die unsere Leistungsfähigkeit und unsere Gesundheit beeinflussen. Haben wir im Innern ein ungutes Gefühl, das wir jedes Mal erfolgreich verdrängen, können wir uns selbst schaden. Vielleicht kennen Sie sogar eine Extremvariante davon: Sie geraten immer wieder in ähnliche Situationen und wissen nicht warum: Sie geraten immer wieder in ähnliche Situationen und wissen nicht warum. Treffen ständig Menschen, die Sie nerven. Stehen regelmäßig vor den gleichen Problemen: zu wenig Zeit, zu wenig Budget, unzuverlässige Mitarbeiter, jemand schnappt Ihnen einen Job vor der Nase weg, Sie sind der ewige Zweite …

Die Ursache liegt oft in unserem Unterbewusstsein. Es sorgt dafür, dass wir immer wieder in ähnliche Situationen geraten, die uns einerseits an unsere Grenzen bringen, andererseits aber unser Wachstum fördern. Eigentlich eine tolle Sache! 

Innen statt Außen

Bei der Selbstwahrnehmung geht es darum, unsere Aufmerksamkeit nach innen zu verlagern. Zu uns selbst. Zu spüren, was die vielen Reize im Außen in uns verursachen. Rechtzeitig zu erkennen, was in uns vorgeht, um uns selbst bewusst zu managen. Unsere Gefühle zeigen uns, wenn wir uns nicht wohl fühlen, uns etwas gegen den Strich geht oder auch, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Gerade unangenehme Emotionen drängen wir aber nur allzu gern weg und suchen so schnell wie möglich nach Ablenkung. Doch sie sind ein wunderbarer Gradmesser, der uns zeigt, was nicht stimmt und was wir stattdessen brauchen. Wir müssen nur den Mut haben, sie anzuschauen, ohne uns von ihnen „einschüchtern“ zu lassen.

Die Herausforderung annehmen

Dabei ist es gar nicht so einfach, immer ehrlich zu sich selbst zu sein. Manchmal wollen wir anders sein als wir eigentlich sind. Wir wollen gerade nicht ängstlich oder nervös sein, weil das nicht zu unserem Selbstbild passt. Weil es unangenehm ist. Weil unser Körper darauf reagiert und wir uns nicht gut fühlen. Wir wollen keine Versagens- oder Existenzängste haben, und schon gar nicht, dass jemand anders sie bemerkt.

Selbstwahrnehmung erfordert Mut. Mut, der sich auszahlt. Dauerhaft verdrängte Emotionen verursachen innere Unruhe, Schlafstörungen, Burnout, Unzufriedenheit, das Gefühl der Fremdbestimmung, Demotivation, Depression, Bluthochdruck oder anderes.

Und: Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass wir ein Verhältnis von 3:1 brauchen, um emotional aufzublühen. Das heißt, auf Dauer brauchen wir drei angenehme Gefühle für ein unangenehmes, um uns wohl und stabil zu fühlen. 

Daher: Stellen wir uns unseren Gefühlen und gehen wir achtsam mit ihnen um, dann haben wir mehr Kontrolle über uns und unser Leben!

Praxistipps: Das können Sie für sich tun, um Ihre Selbstwahrnehmung zu schärfen!

1. Machen Sie Termine mit sich selbst

Nehmen Sie sich mindestens ein Mal am Tag eine oder mehrere Minuten Zeit für sich! Konzentrieren Sie sich erst mal nur auf Ihren Atem. Dann nehmen Sie wahr, was im Moment in Ihnen passiert. Gefühle, Gedanken, körperliche Reaktionen. Nehmen Sie erst mal nur wahr. Versuchen Sie, nicht zu bewerten und bei unangenehmen Wahrnehmungen sofort aufzuhören, sondern noch einige Sekunden oder gar Minuten länger durchzuhalten und wertfrei zu beobachten, was gerade in Ihnen geschieht. Diese Technik hilft Ihnen, wieder mehr in Kontakt mit sich und Ihren Körper zu kommen.

2. Ihr EQ-Tagebuch

Oft merken wir gar nicht, was wir im Moment fühlen oder wir können das Gefühl nicht benennen. Das muss gelernt und geübt werden, wie eine fremde Sprache. Nehmen Sie sich am Abend Zeit, Ihren Tag noch einmal zu reflektieren. Wenn Sie wollen, schreiben Sie Ihre Gedanken auf. Welche Gefühle hatten Sie im Laufe der letzten Stunden? Umschreiben Sie, wenn Sie kein passendes Wort dafür haben. Wann fühlten Sie sich einfach unwohl, wann ging es Ihnen gut? Welche Menschen waren dabei?

Beispiele für unangenehme Emotionen:

Beispiele für angenehme Emotionen:

aggressiv angespannt blockiert
depressiv beunruhigt deprimiert
ängstlich beleidigt eifersüchtig
durcheinander empört frustriert
enttäuscht ausgelaugt erschöpft
gereizt nervös gelangweilt
misstrauisch streitlustig traurig
ärgerlich leer ungeduldig
betroffen beschämt ernüchtert
feindselig lustlos mürrisch
neugierig optimistisch friedvoll
gelassen stolz leicht
fröhlich ausgeglichen engagiert
motiviert dankbar mitfühlend
zuversichtlich unbeschwert fasziniert
geduldig tatkräftig selbstsicher
lebendig inspiriert zufrieden
geborgen sicher energiegeladen
abenteuerlustig mutig entschlossen
erfüllt verliebt geliebt

Selbstwahrnehmung ist ein erster wichtiger Schritt in der Emotionalen Intelligenz.

3. Holen Sie sich Feedback

Wenn Sie Ihre Komfortzone noch mehr erweitern wollen, lassen Sie sich Feedback von anderen Menschen geben, wie sie Sie erleben – allgemein oder in bestimmten Situationen. Lassen Sie die Rückmeldungen einfach wirken. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen. Argumentieren, verteidigen oder erklären Sie sich zunächst nicht. Das kann manchmal ganz schön schwer sein. Aber: Die Wahrnehmungen der anderen sind immer da, nur meist nicht ausgesprochen. Liegen diese erst mal offen auf dem Tisch, bieten sie Chancen zum Wachstum. Wenn Selbst- und Fremdwahrnehmung unterschiedlich sind: Denken Sie daran, dass Sie - und nur Sie - entscheiden, was Sie von dem Gesagten annehmen, wie es Ihnen damit geht und ob Sie daraus Konsequenzen für sich ziehen. Sehen Sie es als spannendes Abenteuer an.

Wozu das alles?

Emotionen haben immer einen Grund. So kann beispielsweise Eifersucht oder Neid, ob im Job oder privat, ein Indiz dafür sein, dass wir nach Anerkennung, Sicherheit oder Wertschätzung streben. Ärger kann bedeuten, dass wir ernst genommen werden und uns selbst verwirklichen wollen, daran aber gerade gehindert werden. Oder dass wir unsere Werte nicht leben können. Letztlich steckt immer ein Bedürfnis dahinter.

Beispiele Bedürfnisse:

Anerkennung Aufmerksamkeit Autonomie Bestätigung Beständigkeit
Freiheit Freude Frieden Geborgenheit Gemeinsamkeit
Harmonie Hilfe Entfaltung Entspannung Entwicklung
Kontakt Lernen Liebe Genauigkeit Bewegung
Respekt Schutz Flexibilität Alleinsein Selbstwertgefühl
Privatsphäre Pünktlichkeit Ruhe Schönheit Selbstbestimmung
Wertschätzung Wissen Würde Zugehörigkeit Menschlichkeit
Sinn Unabhängigkeit Unterstützung Treue Transparenz
Gerechtigkeit Klarheit Selbstverantwortung Toleranz Sicherheit
Abenteuer Beständigkeit Ordnung Verständnis Wachstum

Ignorieren wir unsere Emotionen und damit auch unsere Bedürfnisse dauerhaft, können sich folgende Symptome zeigen:

  • Gefühl von Sinn- und Hoffnungslosigkeit
  • Stetig wachsende Belastung durch Stress
  • Motivationsmangel
  • Ohnmachtsgefühl
  • Wachsende Unzufriedenheit
  • Entscheidungsschwierigkeiten
  • Sorge, Anforderungen oder Erwartungen nicht gerecht zu werden.
  • Anhaltende Negativität in den Gedanken
  • Körperliche Beschwerden

Auf unsere Gefühle und Emotionen zu achten ist gesund! Wir sollten uns klar darüber werden, was wir eigentlich wollen. Dann können wir uns auch darum kümmern, dass unsere Bedürfnisse erfüllt werden.

Was wir davon haben? Freiheit, Macht über unser Leben und Zufriedenheit. Wenn wir Verantwortung für uns selbst übernehmen, arbeiten und kommunizieren wir besser.

Und noch etwas …

Die hohe Kunst der Selbstwahrnehmung liegt nicht nur darin, unsere Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen, sondern sie auch wertneutral zu akzeptieren. Nicht gleich zu urteilen, ob sie gut oder schlecht sind oder sie schnell wieder zu unterdrücken. Sich nicht gleich zu einer Reaktion hinreißen lassen, die "Porzellan zerschlägt". Sondern sich selbst so anzunehmen wie Sie in dem Moment gerade da sind und sich tief in Ihrem Inneren selbst wertzuschätzen. Das kann eine ganz schöne Herausforderung darstellen. Aber denken Sie daran: Sie gehen gesünder mit sich um, wenn Sie Ihren inneren Kritiker erst einmal in seine Schranken weisen.

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Warum Emotionale Intelligenz für Ihren Erfolg und Ihre Gesundheit wichtig ist!

2019-04-15T19:34:27+00:00Von |

Kennen Sie das? Das Telefon klingelt, Sie sehen nur die Nummer und schon beginnt Ihr Herz schneller zu schlagen, Ihre Hände werden feucht, Ihnen wird vielleicht sogar flau im Magen und Sie denken „Nein, nicht der schon wieder.“ Sie sind ärgerlich, ängstlich, sorgenvoll, genervt …, weil jemand am anderen Ende des Telefons ist, der Ihnen unangenehm ist.

Umgekehrt haben Sie eine Kundenbeschwerde erfolgreich gemeistert und Ihr Vorgesetzter ist voller Anerkennung für Sie. Sie gehen nach Hause, fühlen sich leicht, zufrieden, beschwingt …, sind innerlich gelassen und gleichzeitig voller Aufmerksamkeit für Ihre Umgebung, sind freundlicher als sonst zur Supermarktkassiererin, zu Ihrem Partner, zu den Kindern und denken sich, was für wundervolles Leben Sie doch haben.

Emotionen schwächen oder stärken Gesundheit

In beiden Situationen sind Emotionen mit Körperreaktionen und Gedanken verknüpft. Wissenschaftlich ist erwiesen, dass negative Gedanken und Emotionen Stresshormone im Körper produzieren, die Energie rauben, das Immunsystem hemmen, Leistungsfähigkeit einschränken und klarem Denken im Weg stehen. 

Wenn Sie also aktiv und erfolgreich Ihren Alltag steuern sowie sich und Ihre Mitarbeiter führen wollen, unabhängig von äußeren Bedingungen, ist eine hohe Emotionale Kompetenz von großem Nutzen.

Was ist denn nun Emotionale Intelligenz?

Emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit, unsere eigenen Gefühle und die des Gegenübers zu erkennen. Und so mit Emotionen umzugehen, dass wir sowohl unsere Gesundheit als auch unsere mentale Kraft steigern. Und es ist die Fähigkeit, mit anderen Menschen zufriedenere und gewinnbringendere Beziehungen führen: im Berufs- und Privatleben. Ziel ist es dabei, Win-Win-Situationen herzustellen. Davon profitieren alle Beteiligten: Der Zusammenhalt im Team wird gestärkt, die Kommunikation verbessert und die Produktivität erhöht.

Vier Punkte sind dabei wichtig:

• Selbstwahrnehmung: die eigenen Gefühle wahrnehmen und verstehen
• Einfühlungsvermögen: die Gefühle anderer wahrnehmen und verstehen
• Selbstmanagement: die eigenen Emotionen gesundheitsstärkend regulieren, Ziele und Visionen wahr werden lassen
• Beziehungsmanagement: zwischenmenschliche Beziehungen verstehen und steuern

Was es nicht ist:
Emotional intelligent zu sein bedeutet nicht, übermäßig gefühlsbetont zu sein und jedem gleich sein Herz auszuschütten. Sondern es geht darum, von einer höheren Warte aus, sich selbst, Menschen und Situationen wahrzunehmen, in die Rolle eines Beobachters zu schlüpfen und anschließend sinnstiftend damit umzugehen. Immer mit dem Ziel, auch in unangenehmen Situationen gesund und stärkend zu handeln. Emotionale Klarheit hilft effektiv und zielorientiert zu handeln. Sie fördert Gesundheit und Produktivität.

Praxistipp: So können Sie bei einem unangenehmen Anruf agieren:

Selbstwahrnehmung

Bevor Sie den Hörer abnehmen, atmen Sie erst mal tief ein und aus. Bleiben Sie bei sich. Geben Sie sich selbst erst mal Raum und akzeptieren Sie Ihre Gefühle so wie sie gerade auftauchen. Sie können trotzdem (re)agieren. Machen Sie sich bewusst, dass Sie die Freiheit über ihre Handlungen und Worte haben. Dass Sie entscheiden, ob jemand anders die Macht hat, Ihre Gefühle zu steuern, oder nicht.

Einfühlungsvermögen

Wenn Sie generell ein Problem mit dem Anrufer haben, machen Sie sich klar, was er eigentlich will. Und zwar nicht vordergründig, sondern welche tieferen Absichten hat er. Was ist sein wahres Anliegen. Steht er vielleicht unter Druck und will erfolgreich sein, um Anerkennung zu bekommen. Lässt er gern Dampf ab, weil er kein anderes Ventil für seine Unzufriedenheit findet? Ist er im tiefsten Herzen unglücklich und weiß nicht, wie er damit anders umgehen soll, als sich aufzuspielen? Ist das nicht eigentlich schade? Oder oder oder … Versuchen Sie, nicht zu (ver)urteilen, etwas verändern zu wollen oder sich aufzuregen. Nehmen Sie einfach erst mal nur wahr. Ganz neutral zu sein.

Selbstmanagement

Sie können das Verhalten des Anrufers nicht ändern, aber Sie können Ihre Reaktion ändern. Mit Hilfe eines bewussten, ruhigen und tiefen Atmens können Sie sich stärken und Ihr Herz sowie Ihr Autonomes Nervensystem direkt positiv beeinflussen. Mentaltechniken können Sie unterstützen, sich selbst das zu geben, was Sie sich eigentlich von dem Anrufer wünschen. So machen Sie sich unabhängig von anderen und gewinnen wieder die Kontrolle über sich selbst.

Beziehungsmanagement

Wenn Sie selbst ruhiger sind und erkennen, welches innere Bedürfnis sie selbst und der andere haben, lassen Sie es erst mal einfach stehen. Bewerten Sie weder sich noch den anderen, sondern versuchen Sie erst mal beides zu akzeptieren. Vielleicht sehen Sie, welche Bedürfnisse oder Werte im Kontakt aufeinander prallen. So werden Sie innerlich gelassener. In der Folge denken und handeln Sie lösungsorientierter und kommunizieren wertschätzender. So können sich auch Beziehungen und Kommunikation verändern und verbessern.

Emotionen und Gesundheit

Emotionen lösen also tatsächlich chemische Prozesse aus: Sie sind mit dem Nervensystem und mit Herz- sowie Gehirnaktivitäten verbunden. Sie motivieren oder blockieren, fördern oder schwächen Gesundheit.

Die Angst vor Gefühlen

Dass wir gern rationalisieren oder gar eine gewisse Angst vor großen Gefühlen haben, hängt damit zusammen, dass wir fürchten, Gefühlen ausgeliefert zu sein. Nicht die Kontrolle und bewusste Steuerung über diese zu haben. Oder nicht zu wissen, wie man mit ihnen umgehen soll. Aber je mehr Sie Ihre Emotionale Intelligenz steigern, desto mehr entscheiden Sie, wie Sie mit Emotionen umgehen und wie Sie sich selbst managen, um Ihre Gesundheit zu fördern sowie Ihre Ziele und Visionen zu erreichen!

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ZU KURZ GEDACHT: Lasst uns alle Führungskräfte eliminieren

2019-05-02T17:04:14+00:00Von |

Das ist deutlich zu kurz gedacht!

Ja, Führung sollte die genannten Komponenten enthalten – aber: Es liegt in der menschlichen Natur, dass viele Menschen geführt werden wollen. Ob uns das gefällt oder nicht, so ist es einfach. Da brauchen wir uns nur die die Geschichte der Menschheit und die weltweite Situation anschauen oder in unserem eigenen Umfeld ein waches Auge haben. Eigenverantwortung und Fremdverantwortung zu übernehmen, sind Eigenschaften, die die Masse nicht hat. Führungskräfte sind notwendig! – Und Führung darf auch „Kraft“ haben – eben Führungskraft. Nur, wie diese Führungskraft Führung ausübt, ist entscheidend. Idealerweise sollte eine Führungskraft verantwortungsvoll die Aufgabe übernehmen, für andere zu sorgen. Wie auch immer diese Sorge aussieht: Ein erfolgreiches Unternehmen zu haben, um Arbeitsplätze zu sichern. Ein respektvolles und wertschätzendes Klima zu schaffen. Menschen zu fördern. Oder oder oder … Der wichtige Unterschied: Führe ich aus einem Machtanspruch und persönlichen Defiziten heraus? Oder verantwortungsvoll, empathisch und für die Gemeinschaft Sorge tragend.