Wir überleben 7 Tage ohne Nahrung, 3 Tage ohne Flüssigkeit, jedoch nur 3 Minuten ohne Sauerstoff! – Ist es daher nicht erstaunlich, wie wenig Aufmerksamkeit wir in unserem Alltag der Bedeutung unseres Atmens widmen.

Wir machen uns kaum Gedanken über die wichtigste Quelle unserer Lebensenergie. Atmen lassen wir automatisch und unwillkürlich geschehen – so wie die meisten Vorgänge in unserem Körper, beispielsweise unserem Herzschlag oder unsere Verdauung.

Aber: Unsere Atmung ist eine Ausnahme. Wir vergessen oft, dass wir sie steuern können. Unsere Atmung wirkt sich direkt auf unsere Herzfrequenz und auf unser Denken aus. Wir können durch langsames Atmen unseren Herzschlag drosseln bzw. durch schnelles Atmen beschleunigen.

Anspannung und Stress sind meist mit „Herzklopfen“ bzw. „Herzrasen“ und schnellen, flachen Atemzügen verbunden. Tatsächlich ist es unmöglich, einerseits ruhig und entspannt zu atmen und andererseits aufgeregt zu sein. Auch klares Denken funktioniert nicht, wenn wir schnell und flach atmen. Denn unser Gehirn braucht ebenfalls Sauerstoff. 

Zudem hängt unsere Atmung hängt direkt mit unserem Autonomen Nervensystem zusammen, das Entspannung oder Anspannung steuert. Diese Zusammenhänge können wir nutzen, um unseren Organismus durch gezieltes ruhiges Atmen in einen entspannteren Zustand zu versetzen.

In unserem täglichen Leben gebrauchen wir Redewendungen, wie „atemlos sein“ oder „es stockt mir der Atem“, wenn wir eine Gefahr wahrnehmen oder geschockt sind. Sollen wir uns beruhigen, sagen Freunde oft „Schnauf‘ erst mal durch.“. Sind wir pausenlos beschäftigt, „halten wir uns in Atem“. Halten wir den Atem an, warten wir gebannt auf etwas. „Atem schöpfen“ bedeutet „sich auszuruhen“, und wenn uns „der Atem geraubt“ wird, sind wir sprachlos oder gar überwältigt. Bewusst sind wir uns unserer Art zu atmen selten, geschweige denn, dass wir ihn dazu nutzen, uns selbst zu regulieren.

Etwa zwei Drittel der Menschen atmen unökonomisch. Sie ziehen beim Einatmen den Bauch ein und die Schultern hoch, beim Ausatmen drücken Sie den Bauch heraus. Sie atmen zu flach in den oberen Brustraum hinein und haben eine zu hohe Atemfrequenz. Ökonomisch zu atmen bedeutet, langsam und tief in den Bauch hinein zu atmen, und langsam und vollständig auszuatmen. Dabei sollte möglichst immer durch die Nase eingeatmet werden.

Hinzu kommt, dass die meisten Menschen in Aufregungs- und Stresssituationen nicht ausreichend ausatmen, bevor sie wieder einatmen, so dass CO2 und eventuelle Giftstoffe nicht ausreichend abgeatmet werden, sich in der Lunge stauen und ins Blut abgedrängt werden. Wer also tagsüber in Anspannung arbeitet, dadurch zu flach und nicht vollständig ausatmet, erleidet schnell eine CO2– Überversorgung und eine O2-Unterversorgung des Körpers, die sich in Kopfweh, Kreislaufproblemen, Konzentrationsschwächen und Ähnlichem äußern kann.

“Wenn der Atem wandert, dann ist der Geist unruhig. Aber wenn der Atem still ist, ist es auch der Geist.”

Praxistipp: Achten Sie darauf, wie Sie atmen.

Unser Atem trägt unsere Lebensenergie. Wie Sie atmen, beeinflusst Ihre Lebendigkeit, Ihre Lebensfreude und auch Ihre Gesundheit. Wie keine andere Körperfunktion ist unser Atem mit allen physischen und psychischen Vorgängen verbunden. Er spiegelt jede Handlung, jedes Gefühl, jeden Zustand und Körpervorgang. Achten Sie daher einfach mal darauf, wie Sie in verschiedenen Situationen atmen. Nehmen Sie entweder einfach nur wahr. D. h. probieren Sie aus, wie Sie sich fühlen, wenn Sie nichts verändern. Oder testen Sie, was passiert, wenn Sie tiefer und bewusster atmen. Wie geht es Ihnen dann?

Versuchen Sie doch auch mal, ganz bewusst in Situationen, in denen Sie ärgerlich, gestresst oder genervt sind, tief und langsam zu atmen. Was ändert sich für Sie?

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